Reparatur unmöglich: Microsofts Surface Pro ist verklebt

Was schon an Apples Macbook Pro mit Retina-Display negativ aufgefallen ist, zeigt sich nun auch an Microsofts Tablet: Die Produktionskostensenkung macht die Geräte schwer reparierbar. Microsoft hat aber nicht nur Schrauben durch Kleber ersetzt: An anderen Stellen finden sich so viele davon, dass eine Reparatur zu viel Aufwand wäre.

von Florian Kalenda 2


Die Schrauber von iFixit haben das Microsoft-Tablet Surface Pro zerlegt und festgestellt, dass Reparaturen so gut wie unmöglich sind. Beispielsweise habe man nie zuvor einen so kleinen Bildschirm mit so viel Kleber befestigt gesehen, heißt es. Und auch wenn der Einsatz von Schrauben grundsätzlich zu loben sei, übertreibe es Microsoft ein wenig: 90 Schrauben habe man in dem Tablet gefunden.

Interessanterweise ähnelt sich die Zusammensetzung des Gehäuses von Surface RT und Surface Pro keineswegs. Der Akku beispielsweise sei mit dem Gehäuse selbst verklebt und außerdem hinter dem Motherboard versteckt, sodass man dieses entfernen müsste, um den Stromspeicher auszutauschen.

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[[Microsoft verklebt das Surface pro mit einer Substanz, die an Teer erinnert (Bild: iFixit).

Allein um einen Weg zu finden, das Gerät zu öffnen, ohne es zu zerstören, benötigte iFixit über eine Stunde – wie es in seinem Blog heißt, ist dies klarer Rekord. Die Note für die Reparaturmöglichkeiten ist daher eine 1 von 10 – Negativrekord für ein Tablet. Nur das Apple Macbook Pro mit Retina-Bildschirm lässt sich ebenso wenig reparieren.

Widersinnig ist dabei, dass Microsoft die Solid State Disk des Tablets von außen zugänglich macht und die Wechselmöglichkeit dieses Speichers auch als Feature bewirbt. Eine ähnliche Option für den Akku wäre für die Geschäftskunden, an die sich Microsoft trotz Spieletauglichkeit seines Tablets vor allem richtet, möglicherweise interessanter gewesen.

Wie üblich zählt iFixit die genauen Bezeichnungen aller gefundenen Bauelemente auf. So wird das Tablet von einem Intel Core i5-3317U angetrieben, der den Chipsatz Intel Mobile HM77 Express nutzt. Die 4 GByte RAM kommen von Micron, der Funkchip von Marvell und der Touchscreen-Controller von Atmel. Der Akku ist mit 7,4 Volt und 5676 mAh Kapazität spezifiziert.

Nicht ermittelt wurde die Herkunft des von Microsoft verwendeten Gehäuseklebers. Hinsichtlich Funktion, Aussehen und Geruch könnte es sich aber um Teer handeln, merkt iFixit ironisch an.

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2 Antworten zu Reparatur unmöglich: Microsofts Surface Pro ist verklebt

  • 18. Februar 2013 à 18:31 von gobst

    Einfach nicht kaufen!

  • 21. Februar 2013 à 01:24 von Frank

    So etwas gehört einfach verboten.
    Oder der Kunde sollte es nicht kaufen. Aber es gibt genug verrückte die dafür Geld ausgeben.

    Ich mache um Hersteller die Ihre Geräte unzugänglich machen und nur über eine 0180x oder 0900 er Rufnummer zu erreichen sind, einen großen Bogen und lebe damit nicht schlechter als anderen Menschen.

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