Großaktionäre wollen mehr Geld von Dell

Vier Investoren mit einem gemeinsamen Anteil von fast zwölf Prozent stellen sich den Plänen für einen Buyout entgegen. Den Preis von 13,65 Dollar je Aktie halten sie für deutlich unterbewertet. Für angemessen erachten sie einen Verkaufspreis von um die 20 Dollar.

von Stefan Beiersmann 0


Dells größter außenstehender Anteilseigner hat sich gegen den angekündigten Buyout gestellt. In einem Brief an den Vorstand des Unternehmens schreibt Southeastern Asset Management, mit dem geplanten Verkauf an Michael Dell und den Investor Silver Lake Partners sei Dell “erheblich unterbewertet”. Southeastern Asset Management besitzt 8,5 Prozent aller im Umlauf befindlichen Dell-Aktien.

Anfang vergangener Woche bestätigte Dell die Transaktion, die noch die Zustimmung der Regulierungsbehörden und der Aktionäre benötigt. CEO Michael Dell und Silver Lake wollen in ihrem Rahmen 13,65 Dollar je Aktie bezahlen. Microsoft unterstützt den Rückzug von der Börse mit weiteren 2 Milliarden Dollar. Ziel ist es, Freiräume für eine Umstrukturierung zu schaffen.

Einem Bericht von Reuters zufolge ist Southeastern Asset Management inzwischen nicht mehr der einzige Anteilseigner, der den Rückkauf von Dell ablehnt. Harris Associates, Yacktman Asset Management und Pzena Investment Management unterstützten den Vorstoß von Southeastern Asset Management. Die drei Investmentfirmen besitzen zusammen 3,3 Prozent aller Dell-Anteile. Richard Pzena, Chairman von Pzena Investment, sagte Reuters, der Verkaufspreis müsse im Bereich von 20 Dollar je Aktie liegen oder Dell müsse sich nach Alternativen umsehen.

In seinem Brief an den Dell-Vorstand kündigte Southeastern Asset Management an, man sei auch bereit, andere Aktionäre davon zu überzeugen, die derzeitige Firmenleitung zu ersetzen. Eine weitere Option sei eine Klage gegen den Buyout.

“Wir schreiben Ihnen, um unsere große Enttäuschung über den geplanten Rückzug von der Börse zum Ausdruck zu bringen, der das Unternehmen unserer Ansicht nach deutlich unterbewertet”, heißt es im Schreiben von Southeastern Asset Management. “Wir möchten Sie auch darüber informieren, dass wir in ihrer derzeitigen Form nicht für die vorgeschlagene Transaktion stimmen werden. Wir werden uns alle Möglichkeiten offenhalten, um gegen den Verkauf vorzugehen.”

Sollte Michael Dell in der Lage sein, sein Unternehmen zu den geplanten Konditionen zurückzukaufen, würde Southeastern Asset Management einen Verlust von fast 825 Millionen Dollar erleiden. Der Investor hatte seine Dell-Aktien zum Preis von über 20 Dollar erworben.

[mit Material von Donna Tam, News.com, und Charlie Osborne, ZDNet.com]

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