MySQL 5.6: Oracle rüstet bei NoSQL-Funktionen auf

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Oracle hat Version 5.6 von MySQK freigegeben. Sie bringt Verbesserungen für die Nutzung mit Web-, Cloud- und mobilen Anwendunge. Auch bei den sogenannte No-SQL-Funktionen hat Oracle die Hausaufgaben gemacht – die allerdings zwei Jahre gedauert haben.

Mit Version 5.6 von MySQL will Oracle in Hinblick auf die Leistung zur Konkurrenz der wie die Pilze aus dem Boden sprießenden NoSQL-Datenbanken aufschließen. Gleichzeitig sollen jedoch die Vorteile einer relationalen Datenbank erhalten bleiben. Da der Markt zunehmend Interesse an so genannten No-SQL-Technologien zeigt, hat Oracle für die Version 5.6 der quelloffenen Datenbank MySQL speziell für diesen Bereich neue Funktione entwickelt. Die Arbeiten daran haben über zwei Jahre gedauert – also darf man einiges erwarten.

Version 5.6 kann jetzt auch Operationen der Data Definition Language (DDL) ausführen, ohne dass dabei die Datenbank-Tables offline gehen müssen, die verändert werden. So kann ein Administrator Spalten oder Schemata ändern, ohne die Datenbank herunterfahren zu müssen.

Desweiteren hat Oracle den Zugriff auf Memcached API verbessert. Somit lassen sich Datenabfragen beschleunigen, indem über diese Schnittstelle die Daten ausgelesen werden, ohne dabei die zentrale Datenbank-Engine zu nutzen. Allerdings eigenen sich dafür nur Daten, die nicht von SQL geparst werden müssen.

Die Optimierungen von Unterabfragen ermögliche laut Oracle eine vereinfachte Entwicklung von Abfragen durch Optimierung vor der Ausführung. So könne die Aufnahme von Index Condition Pushdown (ICP) und Batch Key Access (BKA) den Abfragedurchsatz um einen Faktor von bis zu 280 steigern, teilt Oracle mit.

Eine deutliche Verbesserung bei transaktionalem und reinem Lese-Durchsatz habe Oracle mit einer Überarbeitung von InnoDB für minimales Legacy Threading, Flushing, die Vermeidung von Mutex Contention und Flaschenhälsen erreicht. Weiter hat Oracle eignene Angaben zufolge auch die Nebenläufigkeit bei schwer belasteten OLTP-Systemen verbessern und den Durchsatz für transaktionale und reine Lese-Arbeitslasten deutlich erhöhen können.

Über selbstheilende Replikations-Cluster und die Aufnahme von Global Transaction Identifiers und Utilities vereinfache Oracle die automatische Fehlerauffindung und -behebung. Ausfallsichere Replikation ermöglicht es Slave-Systemen im Falle eines Absturzes automatisch ihre korrekte Position im Replikations-Stream wiederzufinden und mit der Replikation fortzufahren, ohne dass der Eingriff eines Administrators notwendig wird. Dabei stellten Prüfsummen sicher, dass die Datenintegrität im gesamten Cluster gewährleistet ist.

Mit Multi-Threaded Slaves hat Oracle außerdem die Replikationsfähigkeiten verbessert. Und eine zeitverzögerte Replikation bietet nun Schutz gegen operationale Fehler auf Master-Ebene, etwa versehentliches DROP TABLE.

[mit Material von Martin Schindler, silicon.de]

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