Telefónica schafft Handover von Telefonaten von LTE zu UMTS

Telefongespräche, die als Voice over LTE beginnen, werden dadurch beim Verlassen des LTE-Netzes vom Benutzer unbemerkt als herkömmlicher Anruf weitergeführt. Wichtig ist fürs Telefonieren beim Autofahren. Außerdem werden LTE-Smartphones möglich, die ohne Umschalten auf GSM oder UMTS auskommen.

von Peter Marwan 0


Telefónica ist in Deutschland eigenen Angaben zufolge ein Durchbruch bei der Weiterentwicklung des Mobilfunks gelungen: Der Netzbetreiber hat als erster eine Technik demonstriert, die Telefongespräche ohne Unterbrechung aus dem LTE-Netz in das UMTS-Mobilfunknetz übergibt und dafür Komponenten unterschiedlicher Lieferanten nutzt.

Der sogenannte “Handover” ist seit einigen Tagen im Labor unter den Realbedingungen eines echten Mobilfunknetzes möglich. Sprachanrufe, die als Voice over LTE (VoLTE) beginnen, werden dadurch vom Benutzer unbemerkt beim Verlassen des LTE-Netzes als herkömmlicher Anruf weitergeführt.

Sieht wenig spektakulär aus, ist aber ein technologischer Durchbruch: Der Handover von LTE-Telefongesprächen zu UMTS (Bild: Telefónica Deutschland).

Sieht wenig spektakulär aus, ist aber ein technologischer Durchbruch: Der Handover von LTE-Telefongesprächen zu UMTS (Bild: Telefónica Deutschland).

Bisher müssen nahezu alle LTE-Smartphones für Telefongespräche auf ältere Standards wie GSM oder UMTS umschalten. VoLTE ist sehr selten nutzbar. Das ist schade, denn VoLTE sorgt für kürzere Rufaufbauzeiten und längere Akkulaufzeiten.

Wichtig ist die nahtlose Übergabe von einer Funktechnologie zur anderen besonders für die Nutzung im Auto: Ohne Handover reißen über LTE begonnene Telefonate ab, wenn das Fahrzeug den LTE-Funkbereich verlässt.

Für den Handover aus dem LTE-Netz in eine benachbarte UMTS-Funkzelle nutzen die Telefónica-Techniker den Standard SRVCC (Single Radio Voice Call Continuity). Telefónica Deutschland nimmt für sich in Anspruch, weltweit der erste Netzbetreiber zu sein, der SRVCC mit Komponenten von mehreren Lieferanten demonstriert, wie es den Bedingungen in heutigen Mobilfunknetzen entspricht. Bei der Demo kommen Endgeräte und Netzbauteile von der von Oracle gerade gekauften Firma Acme Packet sowie von Ericsson, Huawei, Nokia Siemens Networks, Qualcomm und Sony Mobile.

“Die O2 Kunden werden durch VoLTE mit Handover zu GSM und UMTS die höchstmögliche Tonqualität und Zuverlässigkeit für ihre Telefonate mit LTE-Smartphones bekommen”, verspricht René Schuster, CEO von Telefónica Deutschland. Einen Zeitpunkt, ab wann das möglich sein wird, nennt er jedoch noch nicht. Möglicherweise erfährt den das interessierte Publikum im Rahmen des Mobile World Congress, der Ende des Monats in Barcelona stattfindet und auf dem Telefónica die Umsetzung von Sprachdiensten in LTE-Netzen vorstellen sowie seine Mobilfunkstrategie für die Zukunft erläutern will.

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