Mobiltelefone: EU macht beim einheitlichen Ladegerät Druck

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(Bild: Peter Marwan)

Die EU-Kommission besteht darauf, dass Handyhersteller ihre Geräte auch weiterhin mit einem universellen Ladegerät ausliefern. Eine entsprechende freiwillige Vereinbarung der Hersteller war Ende 2012 abgelaufen. Zudem denkt EU-Kommissar Tajani über ähnliche Regelungen für andere Geräteklassen nach.

(Bild: Peter Marwan)

Die Ende 2012 abgelaufene Vereinbarung von 14 Herstellern zu einheitlichen Ladegeräten ist bisher nicht verlängert worden. Das hat jetzt die EU-Kommission auf den Plan gerufen: “Dieses Memorandum of Understanding ist bisher nicht verlängert worden. Sollten die Hersteller diese Vereinbarung bis Ende Februar nicht erneuern, wird die EU sie dazu verpflichten”, sagte Industriekommissar Antonio Tajani gegenüber dem Focus.

Er äußerte zudem, dass ähnliche Vereinbarungen auch für andere Produkte wünschenswert und im Interesse der Verbraucher seien. “Denken Sie an das Zubehör für Computer und alle Arten von digitalen Geräten. Auch hier möchte ich, dass die Industrie sich auf mehr Einheitlichkeit einigt.”

Die Hersteller hatten sich 2009 auf massiven Druck der EU-Kommission hin zu einen Standard für Ladegeräte durchgerungen. Zu den Unterzeichnern der Vereinbarung gehörten Nokia, Sony Ericsson, Motorola, Apple, LG, NEC, Qualcomm, Research In Motion, Samsung, Atmel, Emblaze Mobile, Huawei, TCT Mobile und Texas Instruments. Seit 2011 lässt sich jedes Smartphone der 14 Hersteller über einen Micro-USB-Anschluss laden, die meisten direkt, bei Apple über einen Adapter.

Die EU sieht in der Standardisierung nicht nur eine Erleichterung für den Nutzer, sondern auch einen Vorteil für die Umwelt. Denn heute muss zu einem neuen Smartphone nicht zwangsläufig auch ein neues Ladegerät gekauft werden, während das alte, zumeist noch funktionsfähige auf dem Müll landet.

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