Kaspersky Labs visiert den Unternehmensmarkt an

Mit dem neuen “Kaspersky Endpoint Security for Business” wagt sich der russische Hersteller ins Reich der Administratoren und will dabei besser sein als die Konkurrenz. Die komplette Steuermöglichkeit soll der Nutzer gar nicht erkennen.

von Manfred Kohlen 0

Das neue Produkt des russischen Sicherheitsexperten Kaspersky ist Ergebnis zahlreicher Umfragen, die das Unternehmen weltweit bei Firmen durchführen ließ. Der Hersteller nennt es einfach “Kaspersky Endpoint Security for Business”  – obwohl es sich im Grunde nicht nur um den Schutz von Endgeräten vor Malware oder Datendiebstahl kümmert. Vielmehr übernimmt es das komplette Sicherheitsmanagement  im Unternehmen und widmet sich den extern zugreifenden Geräten, dem Verhalten der Applikationen in der geschützten Umgebung und vielem mehr.

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Auf die Frage, warum man sich dann wie alle anderen Sicherheitsanbieter mit dem eingrenzenden Begriff “Endoint Security” zufriedengibt, antwortet Kaspersky-Manager Dave Messett mit einem Achselzucken, hebt aber dann an, um den Gesamtansatz zu erklären: Aus einer einzigen Oberfläche heraus würde das komplette Provisioning und Deployment im Netz, das Lizenzmanagement, das Scannen auf Schwachstellen, das Patching, die Verschlüsselung von Daten beim Speichern und das Zugangsmanagement geregelt. Und alle diese Bereiche hätten zahlreiche Funktionen, die von anderen jeweils als Einzelprodukte verkauft würden – aber dann nicht einmal miteinander kommunizieren könnten.

Die “All in one”-Unternehmenslösung

Man mische nun die Lösungen in ein “All-in-One-Paket”, dessen Komponenten auch “wirklich miteinander sprechen”. Der Kunde müsse nicht für tausend Produkte gesonderte Prioritätenlisten und Nutzer-Policies einrichten – aus einer Oberfläche heraus werde festgelegt, welcher Nutzer und welche Anwendung auf welchem Gerät welche Dinge tun dürfen.

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Führte eine Betaversion seines Business-Produktes vor: Kasperskys Technical Consultant Angel Jodra Soria (Bild: Kaspersky).

Die Einstellungen sind vor allem für den Administrator ersichtlich, erklärt Angel Sodra Soria, bei Kaspersky technischer Consultant. Für den Nutzer sieht es aus wie ganz normales Arbeiten. Soria demonstriert, wie zuvor in der Administrations-Oberfläche festgelegt wird, dass das Passwort an einem Mobilgerät bestimmte Regeln einhalten muss, Daten synchronisiert, Sicherheitspolicies “pusht” und nebenbei eine neue Unternehmens-App ans Smartphone ausliefert. Sofort sind im Test auf dem Mobiltelefon App, veränderte Passwortabfrage und Daten auf dem Gerät gelandet. Für das Sychronisieren nutzt das Programm ActiveSync, Exchange-Mechanismen oder – zum Kommunizieren mit Apple-Geräten – die iOS-Push-Funktion.

Die Verschlüsselung, bei Mitbewerbern eine separate Lösung,  läuft quasi im Hintergrund. Beispiel: Meldet sich ein Nutzer an, so kann er seine Daten zwar auf einen USB-Stick speichern, doch verliert er diesen, kann niemand ohne Zugangsberechtigung sehen, welche verschlüsselte Daten darauf liegen. Der Anwender kann nur, wenn er in seinem durch Login erschafftenen “Container” ist, so damit arbeiten, als sei nichts verschlüsselt.

Extern kann er nur auf die Daten zugreifen, wenn er einen Kaspersky-Betrachter verwendet, der sich den nötigen Schlüssel über das Kaspersky-Netz oder die eigene Firma holt. Das gesamte Sicherheitsmanagement kann im neuen Produkt geregelt werden wie Netzwerkzugriffe in einem in Netzwerk-Management-Programm – inklusive Patch-Überprüfung, Scanning, Überblick zu Lizenzen und mehr.

“Es geht auch kleiner”

Es klingt wie eine Lösung für große Unternehmen, doch Kaspersky will vor allem Unternehmen “mit 100 bis 1500 Nodes” ansprechen, so Messett. “Aber das Produkt läuft auch bei kleineren und bei größeren”, betont er. Nach dem offiziellen Lauch soll das Produkt in den Zusammenstellungen “Advanced”, “Select” und “Core” erhältlich sein.

In der vollen Version sind “Security Center 10″, “Security for Mobile”, “Kaspersky Encryption”, das Patch-Management und zahlreiche andere Funktionen versammelt. Genauere Daten und Preise will der Anbieter im Lauf der Woche bekannt geben. Da es sich noch um eine Beta handelte, durften bislang weder Screenshots noch Bilder der Produktverpackungen veröffentlicht werden. Wenn Kaspersky seine europaweite Werbetour für seinen neuen Ansatz beendet hat, folgen weitere Daten.

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