Blackberry: der Phönix aus der Asche von Research in Motion?

RIM hat heute wie erwartet sein Betriebssystem Blackberry 10 und die dazugehörigen Smartphones Z10 und Q10 vorgestellt. Unerwartet kam dagegen die Ankündigung von CEO Thorsten Heins, dass sich das Unternehmen in Blackberry umbenennt. Der Name Research In Motion wird aufgegeben.

von Peter Marwan 0


Ob man nun Research in Motion oder kurz RIM sagt, ist in Zukunft egal: Das kanadische Unternehmen nennt sich künftig so, wie es und seine Telefone von den Anwendern ohnehin schon längst genannt werden: schlicht und einfach Blackberry.

Alleine mit der Namensänderung werden sich die Kanadier aber nicht in eine führende Position auf dem Smartphone-Markt zurückkatapultieren können. Daher standen trotz der überraschenden Neuigkeit dennoch die lang erwarteten neuen Smartphones im Mittelpunkt: Das Blackberry Z10 und das Blackberry Q10.

Blackberry-Chef Thorsten Heins präsentiert das Smartphone Q10 (Bild: News.com).

Blackberry-Chef Thorsten Heins präsentiert das Smartphone Q10 (Bild: News.com).

Das Q10 kommt wie von Blackberry gewohnt mit physischer Tastatur. Die Touchscreen-Tastatur des Z10 entspricht allerdings mit ihrer Aufmachung in Weiß auf Schwarz ebenfalls dem Blackberry-Design. Für eine Reihe von Sprachen, darunter Deutsch und Französisch, gibt es eine Autokorrektur. Die Tastatur schlägt zusätzlich komplette Wörter vor, die über dem ersten Buchstaben eingeblendet werden. Sie lassen sich per Wischbewegung Richtung Text einfügen. Auch ein Wechsel zwischen Buchstaben- und Zifferntastatur ist per Geste möglich.

Das Blackberry Z10 verfügt über einen 4,2-Zoll-Bildschirm mit einer Dichte von 356 Pixeln pro Zoll. Die Auflösung beträgt konkret 1280 mal 768 Bildpunkte. Es wird ohne Vertrag 599 Dollar kosten und ist ab morgen in Großbritannien, ab 5. Februar dann in Kanada und ab 10. Februar in den Vereinigten Arabischen Emiraten lieferbar. Der Marktstart in den USA soll im März folgen. Termine für weitere Länder sind noch nicht bekannt.

Technische Basis des Z10 ist ein Qualcomm-Prozessor mit 1,5 GHz Takt und zwei Kernen. Zusätzlich zum internen Speicher mit 16 GByte gibt es einen Slot für Flash-Karten mit bis zu 32 GByte Kapazität. Der Hauptspeicher ist 2 GByte groß.

Wie vorab angekündigt unterstützt das Blackberry Z10 den 4G-Mobilfunkstandard LTE. Sein Akku liefert eine Kapazität von 1800 Milliampèrestunden. Die Kameras an der Vorder- und Rückseite verfügen über 2 Megapixel beziehungsweise 8 Megapixel Auflösung. Neben WLAN gibt es Bluetooth 4.0 und NFC. Das Blackberry Z10 wiegt 135 Gramm. Es misst 12,9 mal 6,5 Zentimeter bei einer Dicke von 0,9 Zentimetern.

Zum Blackberry Q10 liegen dagegen bisher kaum Daten vor. Sicher ist, dass es mindestens bis Mitte Februar auf sich warten lässt. Heins zufolge ist der konkrete Termin vom Erfolg interner Tests abhängig.

Thorsten Heins und Vivek Bhardwaj demonstrierten außerdem den neuen Blackberry Messenger inklusive Screen-Sharing. Dabei bekommt der Gesprächspartner den Bildschirm des Gegenübers angezeigt.

Mit Remember gibt es in BB10 ein Archiv, für das sich Bilder, Dokumente und Mails, aber auch etwa Lesezeichen im Browser auswählen lassen. Die mitgelieferte Software Story Maker ist ein einfacher Editor für Videos und Diashows.

Drei Features von Blackberry 10 hatte RIM schon vorab vorgestellt. Dies war zum einen Blackberry World, der App-Marktplatz, auf dem es auch Musik, Videos, Bücher und Zeitschriften gibt. Auch zu Blackberry Balance, seinem Konzept für die Trennung von privat und beruflich genutzten Daten auf dem Smartphone, und zum Blackberry-Browser hatte der Hersteller bereits vorab informiert.

Dem Aktienkurs taten die heute gemachten Ankündigungen nicht gut: Die Anleger reagierten bei den vorangegangenen Übernahme- und Zerschlagungsgerüchten deutlich positiver als auf den jetzt vorgestellten Produktfahrplan und die Umbenennung (Screenshot: ITespresso bei Yahoo Finance).

Dem Aktienkurs taten die heute gemachten Ankündigungen nicht gut: Die Anleger reagierten auf die vorangegangenen Übernahme- und Zerschlagungsgerüchte deutlich positiver als auf den jetzt vorgestellten Produktfahrplan und die Umbenennung (Screenshot: ITespresso bei Yahoo Finance).

Teilnehmer einer Umfrage bei ITespresso in den vergangenen Wochen waren ausgesprochen optimistisch, was die Chancen von Blackberry im Markt anbelangt: Fast die Hälfte äußerte die Ansicht, dass die Kanadier das für Anfang 2013 anvisierte und versprochene Comeback schaffen. Allerdings ist dieses Ergebnis möglicherweise dadurch bedingt, dass ein besonders großer Anteil Blackberry-affiner Leser an der Umfrage teilgenommen hat, da sie teilweise im Zusmamenhang mit Meldungen über das Unternehmen beworben wurde. Nichtsdestotrotz vermittelt sie ein interessantes Stimmungsbild.

Die Teilnehmer einer Umfrage bei ITespresso.de in den vergangenen Wochen halten ein Comeback von Blackberry durchaus für möglich (Grafik: ITespresso).

Die Teilnehmer einer Umfrage bei ITespresso.de in den vergangenen Wochen halten ein Comeback von Blackberry durchaus für möglich (Grafik: ITespresso).

[mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

Umfrage

Glauben Sie, dass Blackberry das Comeback schafft?

  • Nein, die Kanadier sind inzwischen zu weit zurück. (13%, 93 Stimme(n))
  • Eventuell klappt es in anderen Regionen, in Europa ist der Zug abgefahren. (5%, 38 Stimme(n))
  • Die Möglichkeit besteht, ich halte es aber für unwahrscheinlich. (13%, 96 Stimme(n))
  • Ich denke, Blackbery kann sich in Firmen noch eine ganze Weile behaupten. (21%, 154 Stimme(n))
  • Ich glaube daran, dass das Comeback gelingt. (48%, 336 Stimme(n))

Gesamt: 717

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Peter Marwan
Autor: Peter Marwan
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