Acer-Chef schimpft über Windows 8 und lobt Chrome OS

Acer-Präsident Jim Wong hat in aktuellen Interviews seine schon früher an Microsoft geäußerte Kritik noch einmal erneuert: Gegenüber der Wirtschaftswoche bezeichnete er Windows 8 als “zu kompliziert”. Und im Gespräch mit Bloomberg lobt der Acer-Chef die Qualitäten von Googles Chrome OS.

von Peter Marwan 3


Acer-Präsident Jim Wong hat Microsoft und dessen aktuelles Betriebssystem Windows 8 erneut scharf kritisiert. Gegenüber der Wirtschaftswoche wiederholte er jetzt Aussagen, die er so ähnlich auch schon während der CES in Las Vegas Anfang des Monats gemacht hatte: “Ich glaube, Windows 8 ist zu kompliziert. Die Menschen verstehen das System nicht.”

Um Windows 8 zu erklären, werde Acer weitere Experience-Center einrichten. Das Unternehmen betreibt sie bereits in einigen westeuropäischen Ländern und in Australien. Folgen sollen ähnliche Beratungseinrichtungen “im Rest Europas, in China und Singapur”, wie Wong sagt.

Acher-Chef Wong ist mit dem Absatz von Chromebooks zufrieden und will sie bald auch in Europa auf den Markt bringen (bild: Acer).

Acer-Chef Wong ist mit dem Absatz von Chromebooks zufrieden und will sie bald auch in Europa auf den Markt bringen (Bild: Acer).

Für Wong ist Windows 8 zudem ein Grund für die schwachen Absatzzahlen im Notebook-Markt. Der Absatz von Notebooks mit dem Microsoft-OS verlaufe “enttäuschend”.

Im Umfeld der CES hatte Wong bereits erklärt, die Werbung für Windows 8 sei zu stark auf die Tastatur ausgerichtet und lasse den Mehrwert außer Acht, den die Bedienung per Touch biete. Gleichzeitig hatte Wong seien Bereitschaft erklärt, mit Microsoft zusammenarbeiten, um durch Feedback von Kunden herauszufinden, was funktioniere und was nicht.

In einem Gespräch mit Bloomberg ist Wong zudem ausführlicher auf Google und dessen Chrome OS eingegangen. Acer könne gute Verkaufszahlen für Notebooks auf der Chrome-Plattform vorweisen. Chromebooks machten seit dem Verkaufsstart im November etwa fünf bis zehn Prozent der Verkäufe von Acer auf dem US-Markt aus.

Dieses Verhältnis ist laut Wong auf längere Sicht stabil. Außerdem sollen Acer-Chromebooks bald auch in Europa auf den Markt kommen. “Der Mehrwert von Chrome liegt in der größeren Sicherheit”, so Wong. Zu den ersten Käufern zählten vor allem Universitäten. Inzwischen zeigten aber auch Firmen verstärkt Interesse.

Acer konnte laut den Marktforschern von Gartner im vierten Quartal 2012 weltweit fast 7 Prozent weniger PCs verkaufen als im Vorjahr. Der Hrsteller liegt mit einem Anteil von 10,4 Prozent weltweit auf Rang vier – knapp hinter Dell ( 10,7 Prozent). Das klingt gut, Acer kann damit aber nicht an die großen Erfolge der Vergangenheit anknüpfen.

Im Gespräch mit ITespresso war Gartner-Analyst Ranjit Atwal in Bezug auf die weitere Entwicklung bei Acer skeptisch: Das Unternehmen habe in den vergangenen Jahren rasch Marktanteile hinzugewonnen. Das sei allerdings nun vorbei. Aktuell ist Acer laut Atwal in einer Übergangsphase vom volumenorientierten Low-end-Geschäft zum Geschäft mit wertigeren Produkten – keine ganz risikolose Phase für das Unternehmen aus Taiwan.

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Bildergalerie: Windows-8-Rechner von der CES 2013

Peter Marwan
Autor: Peter Marwan
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3 Antworten zu Acer-Chef schimpft über Windows 8 und lobt Chrome OS

  • 30. Januar 2013 à 16:53 von Felix

    Will der einen veräppeln? Was soll an Chrome OS cool sein? Man muss ständig mit dem Internet verbunden sein, im zu arbeiten, z.B. um eine Präsentation anlegen zu können.

    • 31. Januar 2013 à 15:10 von Uwe

      Ich kann zwar Chrome OS nicht beurteilen, da ich es noch nicht benutzt habe. Aber Windoofs 8 Pro habe ich auf separater HDD und halte es für eine Frechheit, so überflüssig wie ein Kropf!! Man erinnert sich an ME, für das der User eigentlich Schmerzensgeld hätte erhalten müssen! Die besten Mitarbeiter von Apple arbeiten in der Entwicklung von WIN 8!

  • 31. Januar 2013 à 18:20 von gobst

    Wozu WIN8 für PC/Notebooks? WIN7 weiterentwickeln und mit dem verrückten Versionenmist aufhören!!! Bei mir laufen 2 Rechner klaglos mit XP. Auch das hat immer noch seine Daseinsberechtigung, weil der Veschrottungswahn abgebremst werden muss. Der Großteil der Hardwarekäufer braucht die Leistung gar nicht und lässt sich so in einen Kaufwahn treiben. Die Softwareindustrie freut es.

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