IT-Firmen suchen Fachkräfte nur selten im Ausland

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Zu diesem Ergebnis kommt eine gemeinsam von der Stellenbörse Monster.de und den CeBIT-Veranstaltern durchgeführte Umfrage. Beliebteste Herkunftsländer sind noch Spanien, Indien, Österreich, China und Russland. Die Befragten geben aber beim Fehlen von Fachkräften in aller Regel internen Maßnahmen den Vorzug.

Bei einer Umfrage von Monster.de und CeBIT gaben 20 Prozent der befragten deutschen IT-Unternehmen an, dass sie in den vergangenen beiden Jahren schon einmal Aufträge ablehnen mussten, weil ihnen qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fehlten oder diese bereits vollkommen ausgelastet waren. Dabei entgingen den befragten Unternehmen eigenen Angaben zufolge im Durchschnitt Gewinne von rund 110.000 Euro.

Die Umfrageteilnehmer nannten als Hauptgründe für den Fachkräftemangel das deutsche Bildungssystem sowie den demographischen Wandel. Aber auch die unattraktiven Verdienstmöglichkeiten für potenzielle Bewerber, die Abwanderung von klugen Köpfen ins Ausland sowie nicht ausreichend vorhandene oder nicht bedarfsgerechte Ausbildungsmöglichkeiten durch Unternehmen tragen ihrer Ansicht nach zu den Schwierigkeiten bei.

Lediglich 15 Prozent der Umfrageteilnehmer haben bereits im Ausland rekrutiert oder planen, dies in den nächsten sechs Monaten zu tun. Weitere sieben Prozent können sich diesen Schritt zumindest langfristig vorstellen. Am ehesten würden die Befragten nach qualifizierten Kandidaten in Spanien, Indien, Österreich, China und Russland suchen. 78 Prozent haben bisher weder neue Mitarbeiter aus dem Ausland eingestellt, noch planen sie, dies künftig zu tun.

Nach Ansicht der Befragten gibt es unabhängig davon, ob sie international Mitarbeiter rekrutieren oder nicht Potenzial, die Anwerbung von geeignetem Personal aus dem Ausland zu vereinfachen. Laut den Umfrageergebnissen sehen Firmen heute vor allem die komplizierte Anerkennung von ausländischen Abschlüssen sowie die Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen für Kandidaten sowie deren Angehörige als Problem. Auch ein größeres öffentliches Angebot an Sprachkursen und mehr standort- und branchenbezogenes Marketing im Ausland könnten laut Umfrage dabei helfen, qualifizierte internationale Arbeitskräfte zu finden.

Der Umfrage zufolge spielen bei der Besetzung freier Stellen Weiterbildungsmaßnahmen (83 Prozent) und Mitarbeiterempfehlungsprogramme (66 Prozent) die wichtigste Rolle. Außerdem bemühen sich Unternehmen, um geeignetes Personal zu halten oder zu finden, ihre Attraktivität als Arbeitgeber zu steigern – wobei sie vor allem auf bewährte Mittel zurückgreifen: 64 Prozent denken dabei an Gehaltserhöhungen, 69 Prozent an die Steigerung der Attraktivität des Arbeitsplatzes.

Die externe Personalanwerbung ziehen vor allem kleine und mittelgroße Unternehmen nur selten in Betracht. Nur die Hälfte der Befragungsteilnehmer würde eine Rekrutierungskampagne starten, 38 Prozent im Zuge von Outsourcing, Leih- oder Zeitarbeit kurzfristig Personal einstellen.

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