Google beantragt Patent auf eine Lasertastatur

Sie könnte als alternative Eingabemethode für die Brille Google Glass zum Einsatz kommen. Die Tastatur wird dazu auf die Hand oder den Arm des Benutzers projiziert. Außer dem “Antippen” der Tasten sollen auch Gesten erkannt werden.

von Peter Marwan 0


Google hat einen Patentantrag auf eine “Lasertastatur” eingereicht. Er beschreibt “Methoden und Systeme für ein virtuelles Eingabegerät” und bezieht sich ausdrücklich auf die Brille Google Glass, die zumindest für Entwickler noch dieses Jahr verfügbar werden soll.

Google Glass könnte einen Laserprojektor enthalten (Bild: USPTO).

Google Glass könnte einen Laserprojektor enthalten und damit die nun beantragte virtuelle Tastatur nutzen (Bild: USPTO).

Ein Laserprojektor könnte in einen der Bügel des Brillengestells integriert werden. Von dort würde er eine virtuelle Tastatur auf den Arm oder die Hand des Anwenders projizieren. Die Eingabe soll über die ohnehin in der Datenbrille verbaute Kamera erkannt werden.

Das von Unwired View entdeckte Patent unterscheidet auch zwischen Antippen virtueller Tasten und Gesten mit der Hand, die ebenfalls für eine Steuerung genutzt werden können.

Eingabemethoden sind derzeit ein Schwerpunkt der Entwickler von Google Glass. Kürzlich hatte Projektleiter Babak Parviz gesagt, man probiere immer wieder neue Ideen aus. Neben dem seitlich montierten Touchpad experimentiere man auch mit Sprachbefehlen. Durch den Patentantrag wird nun eine weitere Idee öffentlich. Wie konkret Google eine Implementierung der Technik erwägt, ist nur schwer zu sagen.

Die Brille mit Titan-Gestell hatte Google auf seiner Hausmesse I/O im Juni vergangenen Jahres angekündigt. Laut der dort vorgeführten Demo kann sie Audio und Video abspielen, verfügt über einen Kompass und einen Beschleunigungssensor. Die Bedienung des Prototypen erfolgte per Kopfbewegung.

Google ist aber nicht allein. Auch andere Firmen arbeiten an – zumindest auf den ersten Blick – ähnlichen Konzepten. Beispielsweise hat Olympus hat eine Brille namens MEG4.0 mit Augmented-Reality-Einblendungen vorgestellt. Sie wiegt samt Batterie nur 30 Gramm. Für Einblendungen gibt das Unternehmen eine Auflösung von 320 mal 240 Pixeln (QVGA) an.

Die Datenbrille, die Brother in Japan schon verkauft, ist für wesentlich weniger mondäne Eisnatzszenarien gedacht, wie sie für Google Glass anzunehmen sind (Bild: ITespresso).

Die Datenbrille, die Brother in Japan schon verkauft, ist für wesentlich weniger mondäne Einsatzszenarien gedacht, als sie für Google Glass anzunehmen sind (Bild: ITespresso).

Als Kommunikationstechnik dient Bluetooth, außerdem verbaut Olympus einen Beschleunigungssensor. Ein GPS-Modul hält der Hersteller aber ebenfalls für realisierbar. Wie bei Google Glass sieht der Anwender sowohl die Einblendungen als auch die vor ihm liegende reale Welt. In der japanischen Ankündigung wird die Brille als Prototyp bezeichnet.

Etwas weiter ist Brother. Das Unternehmen hat im April in Japan mit dem Verkauf seiner Datenbrille AirScouter begonnen. Deren virtueller Bildschirm hat eine scheinbare Größe von 40 Zentimeter in der Diagonalen und scheint einen Meter vor dem Auge zu stehen.

Brother sieht Einsatzgebiete in erster Linie bei professionellen Anwendern, etwa bei Servicetchnikern. Sie könnten somit Handbücher oder Bedienungsanleitungen auch unter beengten Verhältnissen lesen oder gleichzeitig mit beiden Händen arbeiten und dabei noch Einsicht in ein Dokument oder einen Plan nehmen. “AirScouter” ist derzeit trptz seine sNamens, der etwas anderes vermuten lässt, noch auf eine Kabelverbindung zu einer Datenquelle angewiesen.

Brother hat im Frühjahr sein Konzept für eine Art virtueller Touchoberfläche vorgestellt. Bis zur Marktreife ist es aber offenbar noch ein weiter Weg (Bild: ITespresso).

Brother hat im Frühjahr 2012 sein Konzept für eine Art virtueller Touchoberfläche vorgestellt. Bis zur Marktreife ist es aber offenbar noch ein weiter Weg (Bild: ITespresso).

Parallel arbeitet allerdings auch Brother an Möglichkeiten, projizierte Tastaturen oder Oberflächen zur Steuerung von Rechnern zu verwenden. Eine – allerdings nicht zur mobilen Nutzung geeignete, zeigte das Unternehmen im Frühjahr 2012 auf eine Veranstaltung in Berlin: Besucher konnten dabei von einem an der Decke hängenden Beamer auf einem Tisch dargestellte Bilder durch Handbwegungen auf dem Tisch verschieben.

Auch Apple hat 2012 vom US-Patent- und Markenamt ein entfernt verwandtes Patent zugesprochen bekommen. Allerdings handelt es sich nicht um Augmented Reality, sondern um einen auf dem Kopf getragenen Computerbildschirm, ein sogenantes Head-Mounted Display (HMD), mit dessen Hilfe Nutzer in eine virtuelle Realität eintauchen können.

[mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

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Autor: Peter Marwan
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