Externe Festplatte mit WLAN: Kingston Wi-Drive 128 GB

Kingston empfiehlt seine externen WLAN-Festplatten als mobile Begleiter für Tablets und Smartphones. Bislang gab es die Wi-Drive genannten Speicher mit 32 und 64 GByte. Neu ist eine Variante mit 128 GByte. ITespresso hat sie getestet.

von Christian Lanzerath 0


Der Trend geht zum Smartphone und Tablet ohne Speicherkarten-Slot. Apple hat es mit iPhone und iPad vorgemacht, Hersteller wie HTC oder Asus ziehen nach. Der Nutzer muss sich mit dem internen Speicherplatz begnügen – es sein denn, er nutzt eine Festplatte mit WLAN-Anschluss wie das Wi-Drive von Kingston. Das gibt es mit 32, 64 und ganze neu mit 128 GByte und erweitert den Speicher des mobilen Begleiters drahtlos.

Kingston hat sich für einen Flash-Speicher entschieden, der im Vergleich mit herkömmlichen Festplatten unempfindlicher, sehr leicht (86 Gramm) und sparsamer im Betrieb ist. Der eingebaute Akku hält im Dauerbetrieb etwa viereinhalb Stunden, lässt das Gerät an einer Seite allerdings sehr warm werden. Zum Aufladen des Akkus steht ein Mini-USB-Anschluss bereit. Das mitgelieferte Kabel lässt sich entweder am USB-Port eines Computers anschließen oder mittels USB-Netzteil mit einer Steckdose verbinden. Letzterer gehört nur in den USA zum Lieferumfang – unverständlich.

Langsame Kabelverbindung

Über das USB-Kabel füllen Nutzer den Speicher wie eine normale externe Festplatte mit Dateien. Leider unterstützt das Wi-Drive nur den alten und für den Einsatzzweck sehr langsamen USB-2.0-Standard. Im Test erreicht die Transferrate lediglich 20,7 MByte pro Sekunde. Externe Festplatten mit USB-3.0-Anschluss schaffen mindestens die vierfache Geschwindigkeit. Hier geht Kingston nicht unbedingt mit der Zeit.

Kingston hat sein Wi-Drive 128 GB leider nur mit USB-2.0 ausgerüstet - das ist für so ein gerät nicht mehr zeitgemäß (Bild: Kingston).

Kingston hat sein Wi-Drive 128 GB leider nur mit USB-2.0 ausgerüstet – das ist für so ein Gerät nicht mehr zeitgemäß (Bild: Kingston).

Extrem störend ist zudem, dass die WLAN-Funktion nicht zur Verfügung steht, sobald die Festplatte am Kabel hängt – egal, ob zum Aufladen oder für den Dateitransfer. Streamt man etwa ein Video drahtlos vom Wi-Drive auf ein Smartphone und der Festplatte droht die Energie auszugehen, müssen zuerst der Akku geladen werden. Weiterschauen und gleichzeitige Stromzufuhr? Nicht vorgesehen!

Ebenfalls verbesserungswürdig ist die Anzeige der verbleibenden Akkuladung: Der Ein/Aus-Schalter leuchtet grün (51 bis 100 Prozent aufgeladen), gelb (25 bis 50 Prozent) oder rot (weniger als 25 Prozent). Das ist nicht sehr genau – und gerade angesichts der oben genannten Einschränkungen unbefriedigend.

Zugriff per WLAN

Der Testkandidat bietet einen WLAN-Hotspot, baut also sein eigenes Netzwerk auf. Alles andere – etwa die Integration in ein bestehendes WLAN – wäre unsinnig und würde der Festplatte die Mobilität rauben. Zu Beginn ist das WLAN ungeschützt, WEP-, WPA- oder WPA2-Verschlüsselungen lassen sich jedoch einrichten. Auch eine eigene SSID, den Kanal sowie den Sichtbarkeitsstatus können Nutzer auswählen.

In der Praxis hat das Wi-Drive 128 GB auch mit den Tücken der mobilen Betriebssysteme zu kämpfen (Bild: Kingston).

In der Praxis hat das Wi-Drive 128 GB auch mit den Tücken der mobilen Betriebssysteme zu kämpfen (Bild: Kingston).

Bis zu drei Geräte können gleichzeitig drahtlos auf den Inhalt zugreifen. Dafür läuft auf dem Wi-Drive ein Server, der über eine feste IP-Adresse verfügt und somit über jeden Browser ansprechbar ist. Für Android und iOS (sowie Kindle Fire) stehen zudem passende Apps bereit, über die sich die Inhalte nicht nur bequemer abrufen lassen, sondern auch Dateien auf das Smartphone/Tablet hochgeladen werden können.

Unter iOS geht das systembedingt allerdings nicht uneingeschränkt: Nur Inhalte aus Apps, die eine entsprechende Funktion bieten, Dateien an andere Apps weiterzureichen, gelangen per iPhone oder iPad auf das Wi-Drive. Einzige Ausnahme ist die Foto-App: Selbstgemachte Bilder und Videos lassen sich problemlos übertragen.

Von Android-Geräten haben Nutzer hingegen fast uneingeschränkten Zugriff aufs Dateisystem und damit auch die Möglichkeit, sämtliche Dateien direkt über den Dateimanager der Wi-Drive-App hochzuladen. Das geht auch mit ganzen Verzeichnissen. Allerdings lassen sich unter Android keine neuen Verzeichnisse auf der Festplatte erstellen. Das wiederum funktioniert nur unter iOS – oder wenn das Wi-Drive per USB-Kabel am Rechner hängt. Über einen Browser haben alle Nutzer ohnehin nur Lesezugriff.

Dateien öffnen und abspielen

Die Wi-Drive-App für iOS unterstützt einige Dateiformate für Bilder, Audio, Video und Dokumente. Gerade bei Videos dürfte es allerdings zu Problemen kommen, da die Formatvielfalt doch recht hoch ist. Immerhin dürfen Dateien an andere Anwendungen weitergegeben werden (etwa eine Videoplayer-App), wenn diese das unterstützen. Hier spielt Android wiederum seinen Vorteil aus, denn dank der offenen Architektur lässt sich nahezu jedes Dateiformat abspielen beziehungsweise anzeigen – vorausgesetzt, die passende App ist installiert.

Bei vier GByte ist Schluss

Leider unterstützt das Wi-Drive als Dateisystem ausschließlich FAT32. Zwar ist dieses kompatibel zu fast allen Betriebssystemen, akzeptiert aber keine Dateien, die größer als vier GByte sind – in Zeiten von HD-Videos eine Enttäuschung. Wer die Festplatte unter Windows formatiert, steht deswegen vor einem weiteren Problem: Mit den mitgelieferten Tools lassen sich keine FAT32-Partitionen anlegen, die größer als 32 GByte sind. Im Test mussten wir das einmal formatierte Wi-Drive mit GParted, einem Partitionierungsprogramm für Linux, wieder flott machen. Die Datenträgerverwaltung bot uns nur NTFS oder exFAT an.

Eine Brücke ins Internet

Gut gelöst hat der Hersteller hingegen das Problem, dass das WLAN-Modul von Smartphone und Tablet während des drahtlosen Zugriffs zum Wi-Drive nicht für Internetverbindungen zur Verfügung steht. Unterwegs mag das kein Problem sein, da man dort meist per Mobilfunknetz online geht. Aber in den eigenen vier Wänden wäre es nervig, ständig zwischen zwei Netzwerken hin und her zu wechseln.

Das Wi-Drive bietet daher einen so genannten Bridge-Modus, über den es den Internetverkehr zum Client weiterleitet. Dafür ist der Festplatte einmal Zugang zum eigenen WLAN zu gewähren. Fortan kann man gleichzeitig im Internet surfen und auf das Wi-Drive zugreifen. Positiv: Im Test mit unterschiedlichen Geräten macht es laut Geschwindigkeitsmessung kaum einen Unterschied, ob man direkt oder über den Bridge-Modus mit dem Drahtlosnetzwerk verbunden ist.

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