ARD streamt nun das ganze Programm live – theoretisch

Bisher waren nur ausgewählte Sendungen der ARD im Internet zu sehen. Ab sofort soll nun das gesamte Programm auch als Live-Stream verbreitet werden. In der Praxis sieht es allerdings noch anders aus. Zum Beispiel ist die Sendung “Brisant” aus “rechtlichen Gründen” nicht zu sehen. Probleme macht auch die Wiedergabe auf Android-Geräten und Linux-Rechnern.

von Peter Marwan 0


Die ARD zeigt ab sofort fast ihr gesamtes Programm auch als Live-Stream im Web (Screenshot: ITespresso).

Die ARD hat mitgeteilt, dass ab sofort das komplette Programm von “Das Erste” als Live-Stream im Internet zu sehen ist. Bisher konnten Nutzer nur einige Sendungen, etwa “Tagesschau” und “Tatort” online abrufen. “Aufgrund der hohen Nachfrage und der intensiven Nutzung wurde dieser Service jetzt ausgebaut – ab sofort steht das komplette Programm des Ersten durchgängig und in optimaler Bildqualität als Live-Stream online zur Verfügung”, heißt es nun in der Pressemitteilung.

Womöglich hat aber auch die Neuregelung der Gebühren den Start des Live-Streams beschleunigt: Seit 1. Januar 2013 muss jeder Haushalt einen geräteunabhängige Rundfunkbeitrag in Höhe von 17,98 Euro entrichten. Sich um die GEZ-Gebühr zu drücken, dürfte bald nicht mehr möglich sein – auch wenn die dafür notwendige Erfassung umfangreicher Daten durch die GEZ vielfach scharf kritisiert wird.

Angeblich soll der Live-Stream auch für Smartphones und Tablets zur Verfügung stehen. Ein erster Test zeigt aber, dass zumindest mit Android-Geräten und Linux-PCs noch erhebliche Probleme auftreten. Wer allerdings einen Browser unter Android verwendet, der die Umstellung auf einen anderen User-Agent erlaubt, kann mit der Einstellung “iPad” versuchen, den Live-Stream von “Das Erste” zu empfangen.

Im Test mit einem Nexus 4 und dem Standardbrowser von Cyanogenmod hat dies jedenfalls funktioniert. Problemlos lässt sich “Das Erste” auf dem iPad empfangen. Außerdem gibt es noch “einige wenige” Sendungen, die aus rechtlichen Gründen nicht gezeigt werden können. Hierzu zählt beispielsweise das Magazin “Brisant”. Um die Meinung der Leser zu dem neuen Angebot zu erfahren hat ITespresso auf seiner Facebook-Fanpage dazu eine Umfrage gestartet. Falls Sie Facebook-Nutzer sind, würden wir uns freuen, wenn Sie daran teilnehmen.

Update 7. Januar 2013, 12 Uhr 53: Es hat etwas gedauert, aber jetzt haben wir eine Erklärung der ARD für die “rechtlichen Gründe”: Bei “Brisant” sind laut einem ARD-Sprecher viele Fremdfilmaterialien enthalten, oft nur kleine Schnipsel, etwa von Society-Veranstaltungen, was die Klärung der Rechtslage schwierig mache. Außerdem hält sich die ARD wegen der Vielzahl der betroffenen Persönlichkeitsrechte beim Streaming zurück. Bei der Sportschau, die auch betroffen ist, hat die ARD die Rechte für´s Streaming ab der Bundesligasaison 2013/14 – aber es wird gerade verhandelt, ob eventuell diese Saison noch etwas geht …

Die ARD streamt nun fast alle ihre Sendungen live ins Intenret – einige Sendungen werden derzeit jedoch aus “rechtlichen Gründen” nicht gezeigt.

[mit Material von Kai Schmerer, ZDNet.de]

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