Die Hetzjagd auf IT-Trends

Techniken wie Cloud Computing, Virtualisierung oder Mobilgeräte haben die Arbeitswelt in den letzten Jahren stark verändert. Doch die schnelle Abfolge von Trends und Technologien bedeuten auch Stress für IT-Verantwortliche und Manager. 2013 sollte daher für eine Verschnaufpause und Konsolidierung genutzt werden.

von Mehmet Toprak 0

Das Trio aus IT-Herstellern, Beratungsunternehmen und Marktforschern ist seit vielen Jahren außerordentlich erfolgreich. Die IT-Hersteller denken sich neue Produkte aus, die Marktforscher zeigen durch Analysen und Studien, dass diese Produkte toll für die Kunden sind und die Berater helfen den Kunden, diese Produkte oder Dienstleistungen richtig einzusetzen.

Gegeben, das ist eine etwas boshafte Darstellung. So, als würden IT-Hersteller, Berater und Marktforscher alle unter einer Decke stecken. Dem ist natürlich nicht so, oder dem ist nur ein klein bisschen so. Aber aus Sicht der IT-Verantwortlichen in Unternehmen funktioniert das Spiel nun mal so. Jedenfalls kann ich mich nicht an eine Studie von Marktforschern erinnern, die behaupteten, dass stimmte neue Techniken oder Dienstleistungen gar keinen Nutzen bringen.

Trendprognosen zum Jahreswechsel

Schon zum Jahresende bzw. zum Jahresanfang versorgen einen die Marktforscher mit ihren Prognosen. Dann weiß der IT-Manager schon mal, wofür er sein Budget in den nächsten Monaten verwenden kann.

Der Druck auf die Unternehmen, in neue Technik zu investieren, steigt spätestens, wenn die Marktforscher fröhlich berichten, dass die Konkurrenz schon auf die neue Technik umgestiegen ist. Dann entwickelt ein zuerst ganz unverbindliche Trendmeldung einen Sog, dem sich auch kleinere Unternehmen nur schwer entziehen können. Schließlich will man nichts verpassen und nicht hinter der Konkurrenz zurückfallen. Irgendwann hat dann jeder Betrieb für seine Außendienstmitarbeiter schicke Tablet-PCs, damit beim Kunden nicht mit ollen Notebooks auftreten müssen. Und alle Mitarbeiter dürfen Smartphones nutzen, skypen und von zu Hause aus arbeiten, damit das Unternehmen für neue Mitarbeiter attraktiv bleibt.

Implementierung neuer Technik kostet Zeit

Kein Zweifel, jede dieser Technologien stellt einen deutlichen technischen Fortschritt dar. Ihre Implementierung in den Arbeitsalltag des Unternehmens verlangt jedoch einen gewissen Aufwand, kostet daher Zeit und Geld.
Es ist fraglich, ob sich das in jedem Falle lohnt. Die Hersteller suggerieren, dass man durch den Einsatz der neuen Technologie einen Wettbewerbsvorteil erlangen könnte.

Da die Mitbewerber aber mutmaßlich auch schon mit Cloud Computing oder Virtualisierung arbeiten, reicht es eben nur dazu, in der großen IT-Herde mitzutraben und nicht zurückzufallen. Ausgesprochene Wettbewerbsvorteile ergeben sich in der Regel nicht.

Trends in schneller Folge

Besonders die letzten fünf Jahre haben eine Vielzahl neuer Techniken, Geräte und Dienstleistungen gebracht zu haben. Virtualisierung, Outsourcing, Cloud Computing, Business Intelligence, Smartphones und Tablet PCs, um nur die wichtigsten Schlagworte zu nennen.

Wer in den letzten Jahren morgens täglich seine Dosis ITespresso-News konsumiert hat, weiß, dass kaum ein Tag vergeht, an dem nicht irgendeine Meldung über neue Smartphones und Tablet PCs über den Bildschirm läuft. Eifrig sekundiert von den Marktforschern, die quartalsmäßig berichten, wie viele Millionen Mobilgeräte wieder über den Ladentisch gegangen sind.

Verschnaufpause erwünscht

Für 2013 wünschen sich deshalb viele IT-Manager, CIOs, Geschäftsführer und Administratoren, eine Verschnaufpause in der Hetzjagd auf Trends und Technologien. Gerade, wer die letzten zwei Jahre genutzt hat, um neue Hardware anzuschaffen, auf Windows 7 upzugraden, Smartphones und Tablet-PCs in das Unternehmensnetzwerk einzubinden und vielleicht noch einen Cloud-Computing-Service für bestimmte Aufgaben zu abonnieren, der braucht jetzt ein paar Monate, um die neuen Techniken zu konsolidieren. Jetzt geht es darum, den Einsatz der neuen IT-Geräte und Dienstleistungen zu optimieren und Fehler zu beheben.

Fokus auf das Geschäft

Viele Geschäftsführer und IT-Manager wünschen sich, dass ihr Unternehmen sich wieder mal auf die Arbeit konzentrieren kann. Die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland sieht derzeit zwar nicht so schlecht aus, doch es ist auch nicht so, dass der Umsatz in den nächsten Monaten und Jahren wie von selbst steigen würde. Wirtschaftlich bleibt es eng.

Umso wichtiger ist es, die volle Aufmerksamkeit auf die Geschäftsprozesse und das jeweilige Produkt oder die Dienstleistung zu richten. Neue Geräte und neue Technologien sind als Unterstützung wichtig, sollten aber nicht ständig im Fokus stehen.

Echte Wertschöpfung im Unternehmen entsteht durch harte Arbeit und Konzentration auf das Geschäft, nicht durch den Hype um neue Trends.

Vielleicht passt deshalb die nachfolgende Umfrage ganz gut zum Thema. Es geht um Techniken und darum, dass Sie selbst entscheiden müssen, welche für Ihr Unternehmen gut sind und welche nicht.

Umfrage

Was beschäftigt Sie als IT-Verantwortlichen 2013 voraussichtlich am meisten (bis zu 3 Antworten möglich)?

  • IT-Sicherheit (62%, 136 Stimme(n))
  • Cloud Computing (29%, 64 Stimme(n))
  • Mobile Computing für die Mitarbeiter (32%, 71 Stimme(n))
  • Bring your own Device (BYOD) (19%, 42 Stimme(n))
  • Migration auf Windows 7 (30%, 65 Stimme(n))
  • Migration auf Windows 8 (13%, 29 Stimme(n))
  • Virtualisierung (32%, 70 Stimme(n))
  • Sonstiges (10%, 21 Stimme(n))

Gesamt: 219

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