Apple würgt Projekt für herstellerübergreifende Ladestation ab

Das über die Plattform “Kickstarter” bereits erfolgreich finanzierte Projekt einer Universalladestation für alle wichtigen Mobilgeräte scheitert an Apple: Der Hersteller untersagt die Nutzung seines Lightning-Connectors. Jetzt fordern die Fans des kalifornischen Start-ups eine Apple-lose Lösung.

von Bernd Kling 1


Die Ladestation POP Ladestation überzeugte auf der Crowd-Funding-Plattform Kickstarter und erreichte mühelos ihr Finanzierungsziel. Es hatte 50.000 Dollar betragen, 139.170 Dollar kamen zusammen. Sie sollte nicht nur durch ihr Design überzeugen, sondern mit vier einziehbaren Kabeln auch eine Vielzahl von Geräten laden können, darunter iPhones und Android-Smartphones. Neben einer Version für den Anschluss an die Steckdose war eine mobile Station vorgesehen.

Apple will das Geschäft mit dem lukrativen Zubehör am liebsten selbst machen – und verweigert der Ladestation “POP” seinen Segen beziehungsweise den Lightning-Connector.

Zum Preis von 149 Dollar sollte sie mit einer Batterie kommen, deren Kapazität von 26.000 mAh beispielsweise für das Laden von zehn iPhones gereicht hätte. Die Anbieterfirma Junior Edison stellte als zusätzlichen Nutzen heraus, im Katastrophenfall das Laden mobiler Geräte für viele Tage zu gewährleisten.

Das Projekt scheitert aber nun offenbar draan, dass Apple seinen Lightning-Connector nicht für Geräte zulassen, mit denen sich auch andere Geräte laden lassen. Selbst die Kombination des Lightning-Connectors zusammen mit dem 30-Pin-Connector in einem Gerät gefällt Apple nicht.

Laut Jamie Siminoff, CEO von Edison Junior, gab es zunächst weder ein Ja noch ein Nein. “Aber bei den weiteren Gesprächen stellte sich heraus, dass es schwieriger wurde. Als wir dann sahen, dass sie nicht einmal einen Lightning-Connector zusammen mit dem 30-Pin-Connector erlauben würden, da wussten wir, dass es vorbei war. Da wir keine Kompromisse eingehen und kein beschissenes Produkt bauen wollen, halten wir nur die Rückzahlung des Geldes für akzeptabel”, heißt es in einem Brief an die Unterstützer.

Edison Junior will alle Zahlungen zu 100 Prozent erstatten, also die 3 Prozent Kreditkartengebühren sowie 5 Prozent Kickstarter-Gebühren auf sich nehmen, was sich auf 11.000 Dollar summiert. Es habe zwar Kickstarter um einen Erlass der Gebühren gebeten, werde aber die Zahlungen in jedem Fall voll erstatten.

Als Unternehmen könne Apple natürlich machen, was es wolle, meinte Siminoff gegenüber VentureBeat. Eine gute Entscheidung habe es aber nicht getroffen: “Wenn man Dinge macht, die den eigenen Kunden schaden … Ich glaube, das wird nicht gut für sie sein.”

Viele Interessenten sind aber nicht mit Edison Juniors Entscheidung einverstanden, die Ladestation nicht zu bauen, wie aus teilweise wütenden Äußerungen hervorgeht. Sie hätten sie gerne auch ohne Lightning-Connector erhalten, zumal sie aktuelle Apple-Geräte über zusätzliche Adapter hätten anschließen können. Laut Wired denkt der Anbieter inzwischen über eine modifizierte Version nach, die auch in den Handel kommen könnte.

[mit Material von Steven Musil, News.com]

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Eine Antwort zu Apple würgt Projekt für herstellerübergreifende Ladestation ab

  • 23. Dezember 2012 à 13:23 von Sell

    Typisch Apple !!!
    Schnittstellen inkompatibel zum Standards machen,
    nur um die Kunden noch mehr mit Apple eigenen, stark überteuerten, Zubehör abzuzocken…

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