Brasilien: Das iPhone ist ein Android-Smartphone

Das südamerikanische Unternehmen Gradiente verkauft in Brasilien nun ein Smartphone mit Android-Betriebssystem unter der Bezeichnung iPhone. Und so wie es aussieht, geht dabei alles mit rechten Dingen zu: Der Markenname wurde bereits im Jahr 2000 beantragt, man hat sich nur Zeit gelassen.

von Peter Marwan 3


Apple ist in der Regel recht fit, was den Schutz seiner Markennamen und -Bezeichnungen anbelangt. Außerdem legen die Anwälte des Unternehmens die erworbenen Schutzrechte recht großzügig aus – und verklagen auch schon mal Cafés und andere sachfremde Anbieter mit “gefährlichen” Logos. In Brasilien haben sie aber offenbar gepennt: Dort bietet nun der Hersteller Gradiente unter der Bezeichnung iPhone ein Smartphone mit Android als Betriebssystem an.

Gradiente habe bislang auf den Vertrieb von Smartphones unter der Marke iPhone verzichtet, weil das Unternehmen zunächst eine interne Restrukturierung umsetzen wollte. Diese ist jetzt offenbar abgeschlossen und jetzt konzentriert sich das Unternehmen auf den Vertrieb des iPhone. Man werde jedoch das Recht auf diese Marke mit “allen nötigen Maßnahmen” durchsetzen.

Nur in Brasilien: iPhone mit Android als Betriebssystem (Screenshot: ITespresso)

Gradiente sieht sich im Recht, weil es Apple bei der Registrierung des Markennamens – zuvorgekommen ist. Gradiente hatte die Marke iPhone schon im Jahr 2000 beantragt und hatte das Schutzrecht 2008 zugesprochen bekommen. Apple kam – allerdings zuerst nur in den USA – im Sommer 2007 mit dem iPhone auf den Markt.

Der Verkauf läuft seit Dienstag. Das angebotene Modell kostet 599 brasilianische Real (umgerechte 219 Euro) und weist äußerlich durchaus Ähnlichkeiten mit Apples Wettbewerbsprodukt auf. Das “Brasilien-iPhone” besitzt einen 3,7 Zoll großen kapazitiven Touchscreen, der 320 mal 480 Pixel auflöst, einen Prozessor unbekannter Herkunft mit 700 MHz Takt und ist mit 2 GByte internem Speicher ausgerüstet.

Das Quad-Band-Handy wiegt 130 Gramm und ist 11,7 Millimeter dick. Zur Ausstattung gehören zwei Kameras (mit 5 und 0,3 Megapixeln), WlAN, GPS, Bluetooth und ein Kartenlso, um den Massenspeicher um bis zu 32 GByte zu erweitern.

Dem brasilianischen Gesetz zufolge darf Gradiente nun bis 2018 unter der Marke iPhone eigene Smartphones verkaufen. Beim iPad hat Gradiente aber offenbar nicht zugeschlagen: Es bietet zwar auch Tablets an, aber unter der Bezeichnung “Oz Black Tab 810″.

Von Apple gibt es derzeit zu dem Sachverhalt- wie ohnehin zu fast allem, was das Unternehmen betrifft – noch keinen Kommentar. Unklar ist auch, ob nicht vielleicht sogar Gradiente versuchen wird, Apple zu untersagen, Smartphones mit dem Namen iPhone in Brasilien zu verkaufen.

[mit Material von Martin Schindler, silicon.de]

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Peter Marwan
Autor: Peter Marwan
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3 Antworten zu Brasilien: Das iPhone ist ein Android-Smartphone

  • 20. Dezember 2012 à 16:54 von Harry Cremer

    Also meines Erachtens hat Apple den Namen “iPhone” von Cisco gekauft, die den Namen schon weit vorher geschützt hatten.
    Ich persönlich kenne Cisco iPhone seit 1993/1994. Da kann was nicht ganz mit Rechten Dingen zugehen.
    Gruss
    Harry

    • 20. Dezember 2012 à 23:16 von HG Schlüter

      http://en.wikipedia.org/wiki/Linksys_iPhone
      mein Vorsprecher gibt das Stichwort: Cisco

    • 20. Dezember 2012 à 23:46 von Peter Marwan

      Hallo Harry Cremer,
      gutes Gedächtnis: Cisco erwarb den Markennamen iPhone im Jahr 2000 mit der Übernahme von Infogear, einer kleinen Firma aus Redwood. Infogear hatte sich den Markennamen iPhone im März 1996 schützen lassen. Da es sich um eine sehr kleine Firma handelte, aber wahrscheinlich nicht in Brasilien. Mareknrecht ist ja immer etwas tricky. Apple und Cisco legten ihren Streit um den Begriff iPhone übrigens dann nach nur gut einem Monat schon im Februar 2007 bei: http://news.cnet.com/apple,-cisco-settle-iphone-trademark-lawsuit/2100-1041_3-6161233.html

      Peter Marwan
      Redaktion ITespresso

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