Soziale Netzwerke: Burda übernimmt Mehrheit an Xing

Knapp 60 Prozent am sozialen Netz Xing hat Burda nun übernommen. Mit 51 Millionen Euro Investment hat der Burda-Verlag zum richtigen Zeitpunkt nun offenbar das Richtige getan: Als das einzige wachsende soziale Netz mit deutschen Wurzeln soll Xing den branchenübergreifenden Schwund im Print-Geschäft abfedern.

von Manfred Kohlen 0


Burda hat 1,16 Millionen Xing-Aktien gekauft. Damit erhöht das Verlagshaus seinen Anteil an dem Business-Netzwerk von 29,4 (seit 2009) auf 59,2 Prozent, so eine Burda-Mitteilung. 20,8 Prozent der Anteilseigner haben sich vom Burda-Angebot überzeugen lassen, obwohl der Xing-Vorstand es als zu niedrig kritisiert hatte.

Xing ist die Nummer eins der beruflichen Netzwerke im deutschsprachigen Raum.

Offiziell muss Thomas Vollmoeller, CEO der Xing AG sagen: “Die Xing AG hatte mit Burda in den vergangenen Jahren stets einen guten strategischen Investor und wir freuen uns, dass das auch künftig der Fall sein wird”, obwohl Vorstand und Aufsichtsrat den Aktionären empfohlen hatten, das Angebot nicht anzunehmen.

Mit dem Engagement bei Xing will sich Burda offenbar breiter aufstellen und Umsatzrückgänge im Print-Geschäft ausgleichen. Eine Burda-Sprecherin erklärte, es sei nicht geplant, Xing von der Börse zu nehmen. Bereits heute erzielt Burda, zu dem Titel wie Bunte oder Focus gehören, mit Beteiligungen etwa bei Zooplus oder Tomorrow Focus mehr als 40 Prozent des Umsatzes im Web.

Mit Mehrheitsanteilen an Xing geht Burda seinen Weg in die Online-Welt weiter – und dies offenbar zur rechten Zeit, denn Medienberichte über den Absturz anderer deutscher sozialer Netze und den Zuwachs bei Xing bestätigen das Unternehmen: Alle in Deutschland beheimateten Social Networks außer Xing mussten Federn lassen. Bei den internationalen Web 2.0-Auftritten sieht es allerdings anders aus: Facebook und LinkedIn verzeichnen Zuwächse.

Soziale Netze sind allerdings wichtig für Unternehmen, um mit ihrer Hilfe Trends, Produktverbesserungsvorschläge und dergleichen mehr zu erfassen. Doch der Aufwand, mit allen Netzen und ihren Nutzern Schritt zu halten, wird oft den Ergebnissen nicht gerecht – in kleinere Angebote wie die von Holtzbrick finanzierten VZ-Netze zu investieren, scheint sich kaum noch zu lohnen.

Deutsches Web 2.0: Alle mussten Federn lassen – außer Xing. (Grafik: Statista)

Im Gegenteil zu den anderen deutschen Netzen (außer Xing) entwickelt sich Facebook Deutschland prächtig. Laut Statistiken der deutschen Niederlassung des US-Netzes hat man bereits 25 Millionen Nutzer nur in der Bundesrepublik Deutschland und eine Penetration von 30,91 Prozent der Bevölkerung sowie von 37,47 Prozent bei den deutschen Internet-Nutzern.

Kein deutsches Portal, aber wachsend in deutschen Landen: Facebook (Quelle: Facebook).

LinkedIn hat in den Ländern Deutschland, Österreich und Schweiz dieses Jahr eigenen Angaben zufolge 580.000 Mitglieder hinzugewonnen und damit in der Summe die Drei-Millionen-Schwelle überschritten. Dieser Zwischenstand war zum Ende des dritten Quartals erreicht. 2011 hatte das Netzwerk im deutschsprachigenn Raum um 730.000 neue Profile zugelegt. Es handelt sich hierbei um Netto-Neuzugänge – Zweitanmeldungen, die Zahl der hinterlegten Informationen und die Aktivität spielen alle keine Rolle.

Weltweit kann LinkedIn auf 187 Millionen Mitglieder verweisen. In den USA, Indien und Großbritannien floriert das Unternehmen so sehr, dass es als einziger Social-Media-Web-Auftritt Kurssteigerungen an der Börse verzeichnet.

Für die deutschen Betreiber von sozialen Netzen sieht es – abgesehen von der Burda-Investition – traurig aus: “In den letzten 12 Monaten haben studiVZ, meinVZ und schülerVZ im Schnitt pro Monat rund 76 Prozent (jeweils gegenüber dem Vorjahresmonat) ihrer Visits verloren.

Abwärtssog bei den VZ-Netzen: Die Nutzer bleiben aus. (Grafik: Statista)

Statistiken aus anderen Ländern zeigen: Internationale Dienste wie Facebook und LinkedIn sind im Aufwind, das Thema der sozialen Netze ist längst nicht tot. Unter den deutschen Betreibern hat aber offenbar nur Xing seine Hausaufgaben richtig gemacht.

[mit Material von Martin Schindler, silicon.de]

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