DruckerNetzwerkeWorkspace

Grenzwerte überschritten: Niedersachsens Justiz mustert 4000 Samsung-Drucker aus

0 0 Keine Kommentare

Bei einer durch die auffällige Häufung gravierender Krankheiten bei Mitarbeitern des Amtsgerichts Burgwedel ausgelösten Untersuchung wurde festgestellt, dass zwölf von 13 untersuchten Geräten vom Typ Samsung ML 3471 ND den Grenzwert für die Emission von Feinstaubpartikeln überschreiten. Die Justizverwaltung will die Geräte nun loswerden.

Nachdem bei einer Überprüfung festgestellt wurde, dass die von der Justiz in Niedersachsen verwendeten Samsung-Drucker die vorgegebenen Emissionswerte überschreiten, sollen einem Bericht der Hannoverschen Allgemeine Zeitung zufolge jetzt alle 4033 von der Behörde eingesetzten Druckgeräte der Koreaner verschrottet werden. Die Überprüfung war durch drei schwere Krankheitsfälle im Amtsgericht Burgwedel ausgelöst worden und sollte eigentlich ermitteln, ob diese durch Baumaterialien ausgelöst worden sein könnten. Von den dabei routinemäßig untersuchten 13 Druckern vom Typ Samsung ML 3471 ND überschritten zwölf den Grenzwert für die Emission von Feinstaubpartikeln. Wie Ministeriumssprecher Jörn Westermann gegenüber der HAZ sagte, wird die Austauschaktion runde eine Million Euro kosten.

Stein des Anstoßes: Mono-Laserdrucker vom Typ Samsung ML 3471 ND (Bild: Samsung)

Das mit der Untersuchung beauftragte Bremer Umweltinstitut konnte zwar keine Hinweise dafür finden, dass die Gesundheit der Justizmitarbeiter durch die Feinstaubpartikel aus den Druckern beeinträchtigen werden könnte, wollte sich aber wohl auch nicht auf das Gegenteil festnageln lassen. Die Justizverwaltung hat sich daher vorsichtshalber zum Austausch der Geräte entschlossen.

Den Herstellern von Laserdruckern wird das gar nicht schmecken: Sie hatten es schließlich erst Anfang 2011 geschafft, die aus ihrer Sicht leidige Diskussion um Emissionen ihrer Geräte zu beenden. Damals hatten sie die Ergebnisse eines im Auftrag des Bitkom vom Fraunhofer Wilhelm-Klauditz-Institut durchgeführten zweijährigen Tests vorgelegt (PDF) wonach Laserdrucksysteme kaum Feinstaub oder Tonerpartikel aus stoßen. Bei den Emissionen ultrafeiner Partikel (UFP) handelt es sich demnach überwiegend nicht um Feststoffe, sondern um verdampfbare Produkte. Im Rahmen der Studie waren 26 Geräte auf Partikelemissionen untersucht worden.

“Die Ergebnisse widerlegen irreführende Vergleiche von Partikeln aus Laserdrucksystemen mit nachweislich gesundheitsgefährdenden Partikeln aus dem Straßenverkehr und Zigarettenrauch”, sagte Isabel Richter, Umwelt-Expertin beim Bitkom damals. “Die untersuchten UFP aus Laserdrucksystemen haben grundlegend andere physikalische und chemische Eigenschaften.”

Anorganische Verbindungen wie Schwermetalle seien in den Partikelemissionen der Geräte lediglich in vernachlässigbarer Konzentration gefunden worden. Die Menge ultrafeiner Partikel aus Laserdrucksystemen sei vergleichbar mit denen alltäglicher Tätigkeiten – beispielsweise Kochen und Backen. Auf diese Stellungnahme verweist Samsung auch in einer Stellungnahme gegenüber dem IT-Fachhandelsblatt Channelpartner.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) konstatierte 2009 zwar ein Risiko für Krebserkrankungen durch Tonerstaub – allerdings nur bei Personen, die regelmäßig Servicearbeiten durchführen oder die mit dem Recycling von Tonerkartuschen beschäftigt sind. Unabhängig von einem möglichen Gefährdungspotenzial durch Tonerstaub raten die Experten jedoch, die Belastungen durch Laserdrucker zu reduzieren, und bieten eine Broschüre mit möglichen Maßnahmen zum Download an.

Tipp: Wie gut kennen Sie sich mit Druckern aus? Testen Sie Ihr Wissen – mit 12 Fragen auf ITespresso.de.