Borlands Wiederauferstehung hilft Entwicklern

Wer Borland noch von Turbo Pascal und diversen Entwicklungs-Tools kennt, kann sich über die Wiederbelebung des alten Namens freuen: Käufer MicroFocus, eher bekannt für Großrechner-Applikationen, erweckt den alten Namen wieder – und will damit Unternehmen alles  bieten, was für die Entwicklung und das Austesten mobiler Applikationen nötig ist.

von Manfred Kohlen 0


Der virtuelle Software-Entwickler Frank Borland. (Bild: MicroFocus)

Wieso erweckt eine Firma mit einer Software, die von vielen schon totgeglaubt, aber noch immer hochprofitabel ist, eine Kunstfigur wieder zum Leben? MicroFocus-Sales-Director für die Borland-Produkte, Christian Rudolph, gibt zu, dass “Frank Borland”, der auf den Webseiten von MicroFocus präsentiert wird, nicht wirklich existiert: ”Frank ist eine erfundene Figur, die sich die früheren Mitarbeiter unter Borland-Gallionsfigur Phillippe Kahn einfallen ließen, weil sie immer nach ‘dem Starprogrammierer’ gefragt wurden, der die tollen Programme geschrieben hat.” In den 80ern, der Gründerzeit von Borland, waren die meisten Innovationen noch von Einzelkämpfern geschrieben worden, und so war diese Frage entstanden. Daher erfanden die damaligen Borland-Mitarbeiter eben eine Comic-Figur.

Der 1984 erfundene Frank tauchte zuerst in Sidekick auf (Bild: Embarcerdero Entwicklerforum)

“Als Borland nach mehreren Wechseln zwischen Investorengrppen letztendlich an MicroFocus verkauft wurde, hat der Cobol-Experte erst einmal versucht, die Aufgaben-Management- und Softwaretesting-Tools unter eigenem Namen zu verkaufen. Die Borland-Testing-Tools liefen gut bei Bestandskunden, “aber mit Neukunden lief es wohl nicht so gut” erklärt Rudolph.

Da entschloss sich MicroFocus, den alten, gekauften Namen Borland wieder aufleben zu lassen und den erfundenen Frank Borland wieder hervorzukramen. Statt einer Comic-Figur hat man nun einen Schauspieler als Gallionsfigur für “Frank” erkoren und sogar ein eigenes Blog für ihn erstellt. Selbst Einträge in LinkedIn, Twitter und Google+ hat man für die virtuelle Persönlichkeit angelegt.

Die Programmiertools wurden längst separat verkauft und werden nun von Embarcadero vertrieben, doch die Softwareplanungs- bzw. Anforderungs-  und Test-Tools passten wunderbar ins Software-Konzept von MicroFocus.

Zu den Test-Tools gehört “Silk” der gleichnamigen US-Firma. Die Firma A&R aus Linz in Österreich hatte sie einst geschrieben, wurde dann von Silk übernommen – und diese wiederum von Borland, welches nun in Händen von MicroFocus liegen. “Unsere Entwicklung ist noch immer in Linz”, weiß Rudolph.

Mit viel Geld der hochprofitablen Mainframe-Software-Schmiede MicroFocus werden nun endlich wieder Mittel  in die Softwareentwicklung bei Borland investiert. Borland, jetzt eine Abteilung von MicroFocus, stürzt sich auf die im Sommer 2012 vorgestellte Testlösung für mobile Applikationen. Denn, so Christian Rudolph, die Unternehmen stünden heute unter zunehmendem Druck, mobile Apps schnellere und in höherer Qualität zur Verfügung zu stellen.

Das neue Silk Mobile testet Anwendungen in allen gängigen Mobilsystemen, also Android, iOS, Windows Phone, Blackberry und sogar dem langsam sterbende Symbian. Firmen wie die Deutsche Bahn bräuchten das und nutzten es bereits.

“Borland Silk Test” ist seit Juni 2012 für Windows und andere Plattformen erhältlich und automatisiert die Überprüfung von Software-Änderungen. Zu den Aufgaben der Borland-Produkte zählen auch Modellierung, Anforderungs-Management , Last- und Performance-Tests und auch das Austesten von SAP-Anwendungen. Die Programme dazu heißen caliber, starteam, Together und Silk Suite. Frank Borland lebt also nun als Werbefigur – und “seine” Tools sollen Firmen helfen, zuverlässige Mobil-Anwendungen zu schreiben.

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