Google-Manager: Vergesst Facebook!

Laut Bradley Horowitz, bei Google für Google+ zuständig, ist Facebook nicht zur realen Welt kompatibel. Seiner Ansciht nach ist es zudem mit Werbung ohne Kontext und Wirkung überfrachtet. Den späten Markteinstieg hält er für Google+ nicht für ein Problem, sondern sieht er als Chance, um Fehler zu vermeiden.

von Bernd Kling 0


(Bild: Dan Farber/News.com)

Bradley Horowitz während der Business-Insider-Konferenz Ignition in New York (Bild: Dan Farber / News.com)

Der für Google+ verantwortliche Manager Bradley Horowitz hat das konkurrierende Facebook als überholt bezeichnet und insbesondere dessen Inserate als störende “Reklametafeln” kritisiert. Es fehle ihnen am Kontext, deshalb irritierten sie die Nutzer und verfehlten außerdem ihre Wirkung. Für Horowitz ist Facebook in einer mit der realen Welt nicht kompatiblen Weise konzipiert. Es sei wichtig, Diskussionen mit einer bestimmten Gruppe von Freunden führen zu können, ohne andere einbeziehen zu müssen. Und deren Teilnehmer sollten echte Gespräche führen können, statt auf 140 Zeichen beschränkt zu sein wie bei Twitter.

Die Äußerungen des Google-Managers fielen während der von Business Insider veranstalteten “Ignition”-Konferenz in New York. “Bei der Konzeption von Google+ denken wir immer an die reale Welt, wie die Menschen wirklich sind”, sagte er. “Wir versuchen ein Produkt zu gestalten, das ergonomisch mit unserer Aufmerksamkeit umgeht.”

Die von Facebook im Newsfeed des Nutzers platzierten Inserate hingegen seien wie umgehängte Reklametafeln. “Inserate und Botschaften in den Datenstrom der Nutzer zu quetschen, verärgert sie nur und frustriert auch die werbenden Unternehmen”, argumentierte er. “So funktioniert das einfach nicht in der Welt.”

In der wirklichen Welt gehe es um Absichten. Wenn jemand hungrig sei, gehe er in ein Restaurant. Eine Werbung für ein Sandwich zu sehen, ohne hungrig zu sein, könne nicht besonders wirksam sein. Viel erfolgversprechender wäre laut Horowitz, nach einem Restaurant zu suchen und die Empfehlungen von Freunden finden zu können, wenn der Hunger einmal da ist. “Empfehlungen von Freunden, denen die Nutzer vertrauen, erweisen sich für sie als besonders wertvoll. Statt Reklametafeln umzuhängen, kehren wir zurück zum Grundsatz, das tatsächliche Bedürfnis des Nutzers zu erfüllen.”

Die zehn meistgenutzten Sozialen Netzwerke in Deutschland im August 2012 (Grafik: Statista).

Seinem Unternehmen komme außerdem zugute, dass es nicht damit Geld verdienen müsse, indem es Google+ mit Werbung vollstopfe. Wenn Google hier jemals Inserate einführen sollte, dann soll es Horowitz zufolge nur in einer Weise geschehen, die Teilnehmer nicht verärgert.

Horowitz’ Ausführungen veranlassten Redakteur Nicholas Carlson von Business Insider zum Hinweis, er plädiere damit praktisch für die Entwicklung einer Suchmaschine durch Facebook. Dessen Gründer Mark Zuckerberg hat solche Pläne bereits angedeutet. Eine Suchmaschine zu schaffen, sei allerdings “ziemlich schwierig”, konterte der Google-Manager lapidar.

Im Gegensatz zu früheren Social-Networking-Versuchen von Google (wie Google Buzz) erweist sich Google+ laut Horowitz als zunehmend erfolgreich – vor allem dank der rückhaltlosen Unterstützung durch CEO Larry Page. In seiner heutigen Form sei es zudem ein Fundament für Googles weitere Produkte, indem es Identität, Beziehungen und Interessen einbinde.

Letztlich wolle Google+ der Ort sein, an dem man seinen Freunden zum Geburtstag gratuliere – aber nicht so unordentlich und überladen wie Facebook. “Wir wollen ein Ort für nicht überfrachtete, bedeutsame Verbindungen sein. Kommunikation ist wichtig. Wie in der realen Welt ist der Zusammenhang wichtig. Es macht nie Spaß, spät in einen Markt zu gehen. Aber es gibt uns die Gelegenheit, mit den Nutzern zu reden und zu erfahren, welche ihrer Bedürfnisse nicht erfüllt werden, was ihnen gefällt und was nicht.”

Die Auswertung der im Oktober veröffentlichten Allensbacher Computer- und Technik-Analyse 2012 (ACTA) zeigt, dass Internet- und Telekommunikationsunternehmen in punkto Datenschutz keinen guten Ruf haben. Amazon halten gerade einmal 27 Prozent für vertrauenswürdig, 21 Prozent glauben, dass Apple persönliche Daten nur im Sinne der Verbraucher verwendet und 19 Prozent trauen dies Google zu, am misstrauischsten sind die Befragten bei Facebook (Statista).

[mit Material von Shara Tibken, News.com]

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