Microsoft hat 40 Millionen Lizenzen von Windows 8 verkauft

Die Zahl nannte Tami Reller, Chief Financial Officer der Windows-Sparte, auf einer Veranstaltung rund einen Monat nach dem Marktstart. Damit kontert die Managerin Berichte, wonach die Verkaufszahlen hinter den Erwartungen zurückbleiben. Zum Vergleich: Bei Windows 7 wurden 60 Millionen Lizenzen in zwei Monaten verkauft.

von Stefan Beiersmann 0


Microsoft hat seit dem Marktstart von Windows 8 am 26. Oktober 40 Millionen Lizenzen seines neuen Betriebssystems verkauft. Das sagte Tami Reller, Chief Marketing und Chief Financial Officer der Windows-Sparte, auf der Annual Tech Conference von Credit Suisse. Bisher war offiziell bekannt, dass Kunden in den ersten drei Tagen 4 Millionen Upgrade-Lizenzen erworben hatten.

Den Vergleich mit dem Vorgänger muss Windows 8 demnach nicht scheuen. Von Windows 7 hatte Microsoft in den zwei Monaten zwischen Ende Oktober und Ende Dezember 2009 rund 60 Millionen Lizenzen abgesetzt. Bei Windows 8 sind es mit 40 Millionen in einem Monat deutlich mehr als die Hälfte.

Damit wandet sich Reller wohl auch gegen düstere Prognosen mehrerer Analysten für die Akzeptanz von Windows 8 im Markt. Zudem trat sie indirekt auch Gerüchten entgegen, wonach man bei Microsoft intern mit den Verkaufszahlen nicht zufrieden sei. Paul Thurrott, Autor mehrerer Bücher über Windows, hatte Mitte November unter Berufung auf gut informierte Kreise in dem Konzern berichtet, dass die Verkäufe von Windows-8-PCs weit unter Microsofts Erwartungen liegen.

Thurrotts Bericht zufolge liegen die Verkäufe deutlich unter den internen Vorausschätzungen Microsofts und wurden im Unternehmen als “enttäuschend” beschrieben. Der Softwarekonzern schiebe die Schuld daran aber auf die PC-Hersteller. Ihre wenig begeisternden Gerätekonzepte und mangelnde Lieferfähigkeit hätten zum langsamen Start geführt – und das rechtfertige erst recht die Surface-Strategie, auf eigene Geräte und ihre direkte Vermarktung zu setzen.

Thurrott zufolge stellt sich sogar die Frage, ob der Abgang von Windows-Chef Steven Sinofsky wirklich nur wegen seines polarisierenden und wenig kooperativen Verhaltens im Unternehmen erfolgte: “Viele werden sich außerdem fragen, ob nicht tatsächlich Mängel in Windows 8 (und Windows RT) zu seiner Entlassung führten.”

Reller nannte jetzt allerdings weder Verkaufszahlen für Microsofts Tablet Surface RT, das ebenfalls seit 26. Oktober erhältlich ist, noch für mit vorinstalliertem Windows 8 ausgelieferte Notebooks und PCs. Dafür bestätigte sie erneut, dass das Surface Pro, auf dem eine Version von Windows 8 Pro läuft, im Januar 2013 in den Handel kommt.

In ihrer Rede ging Reller auch auf die Design-Philosophie von Windows 8 ein. Sie zitierte aus mehreren Studien, die zeigen sollen, dass Nutzer positiv über PCs und Tablets mit Windows 8 denken, die derzeit angeboten werden oder in den kommenden Monaten in den Regalen stehen werden. “Für 39,99 Dollar erhalten Sie ein noch mal verbessertes Windows 7″, sagte Reller über den derzeit reduzierten Preis für eine Upgrade-Lizenz.

Darüber hinaus teilte Reller mit, dass sich die Zahl der von Microsoft für Windows 8 zertifizierten PCs und Tablets seit dem Verkaufsstart vor einem Monat von 1000 auf 1500 erhöht habe. Die Zahl der Anwendungen im Microsoft Store habe sich seitdem sogar verdoppelt. Wie viele Apps erhältlich sind, erwähnte sie aber nicht. Laut WinAppUdate sind es in dieser Woche weltweit 21.500 Programme.

Auf die Kritik an der neuen Bedienoberfläche von Windows 8 ging Reller nicht ein. Anhand von Daten des Microsoft-Supports und aus Rückmeldungen von Kunden wisse Microsoft, dass Kunden das Produkt verständen. Mehr als 90 Prozent der Käufer nutzten beispielsweise ab dem ersten Tag die neu eingeführte Seitenleiste “Charms Bar”, über die sich Suche, Startbildschirm und Einstellungen aufrufen lassen. Die Suche riefen Nutzer zwei- bis dreimal täglich auf und mehr als die Hälfte aller Anwender besuche am ersten Tag auch den Windows Store.

Reller ist eine der beiden Nachfolgerinnen von Steven Sinofsky, der das Unternehmen erst kürzlich verlassen hatte. Sie teilt sich die Leitung der Windows-Sparte mit Julie Larson-Green, die für die Windows-Entwicklung verantwortlich ist.

[mit Material von Mary Jo Foley, ZDNet.com]

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