Festplatten bleiben teuer, SSDs werden billiger

Idealo hat die Preisentwicklung bei Festplatten und SSDs auf seinen europäischen Preisvergleichsseiten in den vergangenen 18 Monaten zusammengefasst. Das Ergebnis: Die HDD-Preise bleiben auch nachdem die Schäden durch die Flutkatastrophe in Thailand überwunden sind hoch, die Preise für SSDs sinken dagegen kontinuierlich.

von Peter Marwan 0


Im Herbst 2011 zogen die Preise für Festplatten kräftig an. Grund dafür war die Flutkatastrophe in Thailand, wo heutzutage der Großteil aller weltweit produzierten Festplatten herkommt. Die Nachwehen dieses Ereignisses zogen sich deutlich länger hin, als von den Herstellern zunächst kommuniziert. In der Folge blieben die Festplattenpreise hoch.

Anfänglich waren SSDs mit annähernd gleicher Kapazität keine echte Alternative für Verbraucher – und für Firmen schon gar nicht. Allerdings war ziemlich schnell klar, dass sich diesbezüglich zumindest mittelfristig einiges ändert, denn die SSD-Preise waren stark rückläufig. Aber trotz deutlicher Preisrückgänge ist es noch nicht ganz so weit.

Festplattenpreise gehen auf hohem Niveau leicht zurück

Wie die Entwicklung im Detail verlaufen ist, lässt sich jetzt einer Zusammenfassung von Idealo entnehmen. Der Preisvergleichsdienst hat dazu die bei ihm in den vergangenen 18 Monaten gelisteten Preise von HDDs und SSDs untersucht. Die Preisdaten stammen aus über einer Million Klicks auf HDD- und SSD-Produkte, die bei den fünf Idealo-Preisvergleichsseiten für Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Österreich gelistet waren: Klickt ein Nutzer bei Idealo auf ein Produkt, wird der zu diesem Zeitpunkt gelistete Preis gespeichert. Daraus hat der Dienst dann den Durchschnittspreis innerhalb der jeweiligen Kategorie errechnet – sowohl den Stückpreis als auch den Preis pro GByte Speicherkapazität

Unterm Strich lässt sich sagen, dass die HDD-Preise von Internethändlern in Europa immer noch über dem Preisniveau vor der Flut liegen. Die Preise lagen im dritten Quartal 2011 bei 65,75 Euro beziehungsweise 8,25 Cent pro GByte, zogen aber bis Ende des Jahres auf 111,95 Euro oder 13,67 Cent pro GByte an. Dies entspricht einer Erhöhung des Durchschnittspreises um 70 Prozent.

Im Verlauf des Jahres 2012 sanken die Durchschnittspreise zwar wieder -aber deutlich geringer, als sie zuvor angestiegen waren. Bei Idealo waren die Durchschnittspreise für HDDs im dritten Quartal 2012 noch immer 47 Prozent höher als im selben Quartal des Vorjahres.

Die beiden Abbildungen zeigen die Gesamtdurchschnittspreise (oben) und die Preise pro GByte (unten) der vergangenen 18 Monate für die 50 gängigtsen Festplatten bei Idealo. Sie sind nach Größe und Speicherkapazität gruppiert (Grafik: Idealo).

Nach Ansicht von Fang Zhang, Analyst bei IHS iSuppli, bleiben die Preise noch bis ins Jahr 2014 auf hohem Niveau. Die Fusionen zwischen Seagate/Samsung und Western Digital/Hitachi hätten eine Oligarchie erzeugt, die es den großen Herstellern erlaubt, die HDD-Preise auf dem aktuellen Preisniveau zu halten.

Preisentwicklung bei SSDs

Anders sieht es bei SSDs aus. Im Untersuchungszeitraum fielen die Durchschnittspreise der 50 bei Idealo am häufigsten nachgefragten SSDs von 256,68 Euro pro Stück beziehungsweise 1,69 Euro pro GByte auf 177,31 Euro oder 1,21 Euro pro GByte. Dabei erfuhren von den beliebtesten SSDs jene mit einer höheren Kapazität die größten Preisabschläge: Er ging um satte 213,11 Euro beziehungsweise 50 Cent pro GByte zurück. Damit liegen die Preise pro GByte bei SSDs mit hoher Kapazität fast auf dem Niveau von SSDs mit geringer Kapazität.

Die SSD-Preise in den ersten drei Quartalen 2012 und die Durchschnittspreise pro GByte für SSDs bei den europäischen Idealo-Portalen in den vergangenen 18 Monaten (Grafik: Idealo).

Während die Preise von SSDs mit geringer Kapazität nur langsam sanken, haben die Durchschnittspreise pro GByte von Produkten mit 120 bis 256 GByte fast die 1-Euro-Grenze erreicht. Derzeit kosten SSDs mit 120 bis 128 GByte durchschnittlich 1,01 Euro pro GByte, SSDs mit 160 bis 250 GByte durchschnittlich 1,03 Euro pro GByte.

Trotz der fallenden Preise der Drives mit höherer Kapazität sind SSDs gegenwärtig auch in Notebooks noch keine echte keine Alternative zu HDDs. Sie eigenen sich zwar hervorragend für Hybridkonzepte und sind dafür inzwischen auch zu erschwinglichen Preisen zu haben – manchmal von den Notebook-Herstellern sogar schon ab Werk. Aber solange das GByte bei SSDs noch mehr als das zehnfache eines GBytes Speicherkapazität bei Festplatten kostet, brauchen die HDD-Hersteller ihre Preise nicht zu senken – vor allem nicht angesichts der Tatsache, dass Nutzer immer mehr Speicher zur Verfügung haben haben wollen.

Peter Marwan
Autor: Peter Marwan
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