Toshiba AT300-101: Android-Tablet mit 10-Zoll-Display im Test

Wer nach einem ordentlichen Tablet zu einem fairen Preis sucht, könnte beim AT300-101 von Toshiba fündig werden. Das Gerät glänzt nicht mit absoluten Spitzenwerten, bietet aber solide Leistungen und eine gute Ausstattung.

von Christian Lanzerath 1


Mit 590 Gramm und einer Dicke von nur neun Millimeter liegt das AT300 für ein 10-Zoll-Display erstaunlich gut in der Hand. Dafür sorgt auch die geriffelte Rückseite, die einen guten Halt verschafft. Das Gehäuse ist komplett aus Plastik gefertigt, wirkt aber trotzdem robust und keinesfalls billig. Einzig der schmale Spalt zwischen Display und Rand, indem sich Schmutz sammeln könnte, stört etwas – aber erst auf den zweiten Blick.

Der Bildschirm selbst ist dank Gorilla-Glas äußerst widerstandsfähig und unempfindlich. Dahinter hat Toshiba statt eines IPS-Panels, das mittlerweile bei den meisten Tablet-PCs zum Einsatz kommt, ein TN-Panel verbaut. Allerdings schmälert das die Qualität überhaupt nicht. Im Gegenteil: Das Display mit einer Auflösung von 1280 mal 800 Pixeln stellt Farben kräftig und mit sehr gutem Kontrast dar.

Der Blickwinkel ist extrem groß, selbst bei extrem schräger Draufsicht bleibt die Darstellung stabil. Wie fast alle Tablet-Bildschirme spiegelt auch dieser, doch dank der Helligkeit von bis zu 400 Candela pro Quadratmeter sind die Reflexionen kaum sichtbar – selbst im Freien. Erst bei sehr dunklen Bildern fallen die Spiegelbilder auf.

Gute Performance

Im Innern des Testkandidaten werkelt ein Quad-Core-Prozessor der Marke Nvidia Tegra 3 mit 1,3 GHz, dem ein GByte Arbeitsspeicher zur Seite steht. Dieses Gespann liefert für praktisch alle Situationen genügend Leistung. Der GLBenchmark sowie der SunSpider-Test ergaben zwar keine Spitzenwerte (siehe unten) wie sie etwa von einem Apple iPad 4 oder einem Google Nexus 10 erreicht werden, trotzdem werden aufwändige 3D-Spiele und Full-HD-Filme einwandfrei wiedergegeben.

Auch die Alltags-Performance weiß zu überzeugen: Apps starten blitzschnell, beim Scrollen und Wischen durch die Homescreens gibt es so gut wie keine Ruckler. Einzig eine kurze Wartezeit (maximal eine Sekunde) beim Drehen des Displays von der Vertikalen in die Horizontale fällt auf. Aber damit haben auch die meisten Android-Tablets zu kämpfen.

Reines Android

Apropos: Android 4.0.3 (Ice Cream Sandwich) ist vorinstalliert und fast naturbelassen. Anders als viele andere Hersteller legt Toshiba keine eigene Benutzeroberfläche über das mobile Betriebssystem von Google. Lediglich ein paar zusätzliche Optionen im Einstellungsmenü sind dazugekommen. Eine Hand voll Apps (Multimedia-Player, Dateimanager, Security-App etc.) liefert Toshiba mit. Diese werden hier allerdings nicht weiter erwähnt und fließen nicht mit in die Bewertung ein, weil sich jeder Benutzer im gut gefüllten Play Store seine eigene Software-Ausstattung zusammenstellen kann. Ein Update auf Android 4.1 (Jelly Bean) ist bereits angekündigt, lässt aber noch auf sich warten.

Das getestete Modell hat einen 16 GByte großen Flash-Speicher, von dem im Auslieferungszustand noch etwa 12,5 GByte für weitere Apps und eigene Dateien übrig bleiben. Ein Modell mit doppelter Kapazität ist ebenfalls erhältlich (etwa 60 Euro Aufpreis).

Der interne Speicher lässt sich per SD-Karte um maximal 32 GByte erweitern. Hier setzt Toshiba entgegen dem Trend nicht auf microSD-Karten, sondern auf das Standardformat. Das ist von Vorteil, da diese zum einen oft auch in Digitalkameras zum Einsatz kommen und sie zum anderen nicht so schnell verloren gehen. Wird der SD-Steckplatz nicht genutzt, schützt ihn ein SD-Dummy, der bündig mit dem Gehäuserand abschließt, vor Schmutz.

Wuchtiger Netzstecker

Der mitgelieferte herstellereigene Stecker ist ziemlich wuchtig, das Netzteil für einen Tablet-PC fast schon überdimensioniert (Bild: Christian Lanzerath).

Am Rand findet der Anwender alle weiteren Anschlüsse, darunter einen proprietären USB-Port, der nur zum Aufladen des Akkus genutzt werden kann. Warum Toshiba dafür nicht – wie fast alle anderen auch – auf standardkonformes microUSB setzt, ist schleierhaft. Der mitgelieferte herstellereigene Stecker ist jedenfalls ziemlich wuchtig, das Netzteil für einen Tablet-PC fast schon überdimensioniert.

Immerhin gibt es einen micro-USB-Port. Dieser lässt sich aber nicht zum Laden, sondern nur für die Datenübertragung nutzen. Dafür fungiert er aber auch als Host, externe Speichermedien wie USB-Sticks oder -Festplatten lassen sich also mit dem passenden Adapter anschließen und nutzen. Allerdings: Weder Adapter noch microUSB-Kabel liegen bei – schade. Über einen Mini-HDMI-Anschluss verbinden Benutzer das AT300 mit einem Fernseher und geben Bilder oder Videos auf der Mattscheibe wieder. Daneben gibt es noch eine Kopfhörerbuchse, auf der gegenüberliegenden Seite eine Laustärkewippe, den Ein/Aus-Knopf sowie einen Schalter, der das automatische Drehen des Bildschirminhalts verhindert, wenn man das Tablet kippt.

Maue Optik

Auf der Vorder- und Rückseite befindet sich je eine Kamera. Die Digicam auf der Vorderseite bringt es auf eine Auflösung von gerade einmal zwei Megapixeln – für Videochats gerade noch ausreichend. Die rückseitige Kamera schafft fünf Megapixel und ist mit einem LED-Blitz ausgestattet, der jedoch nicht besonders weit leuchtet: Nach etwa zwei Metern ist Schluss. Die Kamera selber liefert höchstens brauchbare Fotos ab. Wie üblich bei Tablet-Kameras hat sie Probleme mit lichtschwachen Aufnahmesituationen, was sich vor allem durch Bildrauschen bemerkbar macht. Außerdem ist der Autofokus sehr träge. Videos nimmt sie im 720p-Format auf, allerdings gibt es keinen Bildstabilisator. Die durchschnittliche Ausstattung in Sachen Fotografie ist aber zu verkraften, da die meisten Tablet-Nutzer das Gerät ohnehin nur sehr selten für diesen Zweck nutzen.

Keine Überraschungen

Mit WLAN (802.11 b/g/n), einem GPS-Empfänger sowie Bluetooth 3.0 hat das AT300 keine weiteren Überraschungen zu bieten. (Ein Modell mit UMTS-Modem (und 32 GByte Speicher) ist für einen Aufpreis von etwa 100 Euro zu haben.) Das gilt ebenso für die Akkulaufzeit: Im Test mit einem 3D-Spiel und voller Display-Helligkeit musste das Tablet nach knapp vier Stunden wieder ans Ladegerät. Wer überwiegend surft, mailt und grafisch anspruchslose Apps nutzt, schafft es locker über die doppelte Distanz. Das ist gut, aber nicht top.

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Eine Antwort zu Toshiba AT300-101: Android-Tablet mit 10-Zoll-Display im Test

  • 20. November 2012 à 22:25 von Lindy.de

    Auch nur wieder ein 0815 Android Tablet. Keine Inovationen!
    Das können andere billiger und besser.

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