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Softbank will 20,1 Milliarden in Sprint Nextel investieren

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Ein so hohes Übernahmeangebot gab es schon lange nicht mehr – der japanische IT-Riese will vor allem den drahtlosen Internet-Datenverkehr in den USA voranbringen.

Da hat das Standardisierungsgremium für den erweiterten LTE-Datenfunkstandard TD-LTE nicht schlecht gestaunt: Softbanks Haupteigentümer Masayoshi Son, der einst mit Computerhandbüchern groß wurde und rechtzeitig ins Onlinegeschäft investiert hatte und noch immer große Teile von Yahoo besitzt, will 70 Prozent des US-Telekom-Riesen Sprint Nextel übernehmen.

Derzeit ist Softbank in Japan auch Marktführer bei Computerspielen und dick im Geschäft mit Highspeed-Telekommunikation – und japanischen Apps für Smartphones. Son war immer ein wenig seiner Zeit voraus, investierte rechtzeitig und stieg oft mit Gewinn aus. Der Übernahmevorschlag vom Wochenende könnte Sprint in die Lage versetzen, mit sofort verfügbaren 8 Milliarden Dollar in bar stärker gegenüber den Mitbewerbern von Verizon und AT&T aufzutreten – beide investieren derzeit massiv in den Ausbau ihrer 4G-Netze. Sprint wiederum besitzt 48 Prozent des 4G-Mobilfunkanbieters Clearwire, an dem auch Google und Intel beteiligt sind. Ob die Clearwire-Dienste auch etwas vom Geldsegen bekommen würden, ist jedoch noch nicht bekannt.

Was letztendlich für den mobilen Internet-Markt herausspringt, wird sich noch zeigen müssen. Softbank sei bekannt dafür, sich vor allem in gerade boomenden Märkten breit zu machen und dort die Gewinnmargen (und damit die Kundenpreise) zu erhöhen, zitiert die LTE-Initiative GTI Credit-Suisse-Analyst Joathan Chaplin. Demgegenüber meint Mobilfunkberater Mark Lowenstein, die neue Konkurrenz könne den Markt sogar beleben. Das Angebot muss jedoch noch von Aktionären und Behörden angenommen und genehmigt werden.

Und was hat das alles mit dem Kunden im deutschen Markt zu tun? Erst einmal nichts, doch langfristig dürfte die verstärkte weltweite Konkurrenz der Mobilfunkanbieter auch hier das Preisgefüge für den schnellen Datenfunk durcheinanderwirbeln. Insbesondere der Drang der Telekommunikationsunternehmen, schnell genug mit konkurrenzfähigen Datenfunkangeboten auf dem Markt zu sein, dürfte für Investitionen und dennoch Preissenkungen bei Highspeed-Angeboten und -Flatrates sorgen.