Android 4.2 schützt besser vor schädlichen Apps

Eine als “App-Bestätigung” bezeichnete Funktion warnt Anwender vor potenziell gefährlichen Apps beziehungsweise blockiert deren Installation, wenn sie aus einer unbekannten Quelle stammen. Im Rahmen der Sicherheitsüberprüfung werden auch Daten an Google gesendet.

von Peter Marwan 0


Google-Entwickler Michael Morrissey hat auf eine neue Sicherheitsfunktion in Android 4.2 hingewiesen. Das neue Mobilbetriebssystem, das Google gerade für seine Geräte Nexus 7 und Galaxy Nexus ausliefert, untersucht Apps vor der Installation, wenn diese aus einer unbekannten Quelle stammen.

Die Schutzfunktion unterscheidet zwischen “potenziell gefährlich” und “gefährlich” und warnt den Anwender respektive blockiert die Installation der App. Im Zuge der Überprüfung werden Protokollinformationen, mit der App verbundene URLs und allgemeine Informationen über das Gerät, etwa die Geräte-ID, Version des Betriebssystems, IP-Adresse und mindestens ein Cookie, an Google gesendet. Die sogenannte App-Bestätigung kann über Einstellungen > Sicherheit > Apps ein- und ausgeschaltet werden.

In der Beschreibung zum Nexus 4, das mit Android 4.2 arbeitet, heißt es: “Bei Telefonen mit Android 4.2 und höher, auf denen Google Play installiert ist, können Apps über Google bestätigt werden. Die App-Bestätigung ist standardmäßig aktiviert. Es werden jedoch nur dann Daten an Google gesendet, wenn Sie in dem Dialogfeld, das vor der Installation der ersten App von einer unbekannten Quelle angezeigt wird, Ihre Zustimmung hierzu geben.”

Mit der neuen Schutzfunktion reagiert Google auf die Zunahme gefährlicher Apps. Security-Anbieter weisen seit Anfang des Jahres verstärkt darauf hin, dass die Anzahl und Raffinesse der Malware für Smartphones rasch zunimmt. Die Android-Plattform ist am stärksten davon betroffen.

Die Erklärung dafür ist einfach: Sowohl Blackberry OS als auch iOS sind geschlossene Systeme, Windows Phone ist kaum verbreitet und als Angriffsziel daher wenig lohnend. Android bietet dagegen eine nahezu ideale Spielwiese für Angreifer: Es ist offen, die Verteilungswege für Software sind kaum beschränkt und die Anzahl der Nutzer ist schon heute sehr hoch und nimmt weiter rasch zu.

Aus diesem Grund gibt es eine große Anzahl von Sicherheitslösungen für die Google-Plattform. AV-Comparatives hat erst kürzlich die gängigsten Programme getestet. Sie sind aber bei schädlichen Apps oft machtlos. Und die Zahl der gefakten oder von Grund auf in böser Absicht erstllten Apps nimmt ebenfalls stark zu. Auch um diesem Problem zu begegnen hat Google im Oktober einen Malware-Scanner für Google Play eingeführt.

[mit Material von Kai Schmerer, ZDNet.de]

Peter Marwan
Autor: Peter Marwan
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