Behörden wollen immer öfter Daten von Google haben

Die Zahl der Anfragen zu Personenauskünften hat im Vergleich zum Vorjahr weltweit um 56 Prozent zugenommen. Die Zahl der Löschanträge hat sich im selben Zeitraum verdoppelt. Auch deutsche Behörden werden immer aktiver.

von Stefan Beiersmann 0


Google hat die aktuelle Ausgabe seines Transparenzberichts veröffentlicht. Mit dem Bericht legt der Konzern Daten zu Anfragen von Regierungen aus dem ersten Halbjahr 2012 offen. Demnach forderten Behörden weltweit Google 20.938-mal auf, Daten von Nutzern herauszugeben. Das entspricht einem Anstieg von 56 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Auch die Zahl der Löschanträge für auf Google-Sites veröffentlichte Inhalte hat deutlich zugenommen. Zwischen Januar und Juli 2012 erhielt Google von Regierungsvertretern insgesamt 1791 Anfragen – über 80 Prozent mehr als in den vorangegangenen Halbjahren und sollte insgesamt 17.748 Dateien löschen.

“Das ist das sechste Mal, dass wir diese Daten herausgeben, und ein Trend wird deutlich: Die Überwachung durch Regierungen nimmt zu”, schreibt Dorothy Chou, Senior Policy Analyst bei Google, im offiziellen Google-Blog. “Die Informationen, die wir bereitstellen, sind nur isolierte Splitter, die zeigen, wie Regierungen mit dem Internet umgehen. In den meisten Fällen wissen wir nicht, welche Anfragen an andere Technologie- oder Telekommunikationsunternehmen gestellt werden.” Es sei aber ermutigend, dass auch andere Firmen wie Dropbox, LinkedIn und Twitter ihre Statistiken offenlegten.

Aus Deutschland kamen im ersten Halbjahr 2012 1533 Anfragen (plus 44 Prozent) zu Personenauskünften. Google kam den Anträgen nach eigenen Angaben zu 39 Prozent ganz oder teilweise nach. Vor einem Jahr lag der Anteil noch bei 66 Prozent.

Die Zahl der Löschanfragen erhöhte sich um 10 Prozent auf 1903. In 894 Fällen ging es um Verleumdung. 461-mal waren Hassreden der Grund für eine Löschanfrage. Weitere Ersuchen erhielt Google von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien und von Jungendschutz.net. Dabei ging es unter anderem um die Entfernung von 316 Videos wegen Verletzung des deutschen Jugendschutzgesetzes.

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