Uhrendesign: Schweizer Bahn bekommt von Apple angeblich 20 Millionen Franken

Apple darf das von der SBB für Bahnhofsuhren geschützte Design für iOS 6 seit kurzem auch offiziell verwenden. Die Schweizer Bundesbahnen haben es sich 2002 als dreidimensionale Marke schützen lassen. Eigentlich wollten die Beteiligten über die Lizenzvereinbarung Stillschweigen bewahren.

von Stefan Beiersmann 0


Apple lässt sich die im Oktober mit den Schweizer Bundesbahnen (SBB) getroffene Lizenzvereinbarung für das geschützte Uhrendesign der SBB angeblich 20 Millionen Franken (16,5 Millionen Euro) kosten. Das berichtet die Schweizer Tageszeitung Tages-Anzeiger unter Berufung auf mehrere, nicht näher genannten Quellen. Über die finanziellen Details der Abmachung hatten beide Parteien im vergangenen Monat Stillschweigen vereinbart.

(Bild: SBB)

Das Design des SBB-Angestellten Hans Hilfiker von 1944 hat es dank einer Lizenzvereinbarung zwischen der Schweizer Eisenbahngesellschaft und Apple in das Betriebssystem iOS 6 von 2012 geschafft (Bild: SBB).

Im September hatte sich die SBB bei Apple beschwert, weil das IT-Unternehmen das 1944 vom damaligen SBB-Angestellten Hans Hilfiker entworfene Uhrendesign für iPhone und iPad verwendet. Ein Sprecher erklärte zu dem Zeitpunkt, man freue sich zwar, dass Apple das Uhrendesign nutze, habe dies aber nicht autorisiert. Daher fordere man eine “finanzielle Abgeltung”. Eine entsprechende Vereinbarung trafen beide Parteien bereits rund drei Wochen später.

Laut Tages-Anzeiger wäre der Schutz für das 1944 entstandene Design der Bahnhofsuhr heute längst abgelaufen. Die SBB habe es 2002 jedoch als dreidimensionale Marke beim Schweizer Institut für Geistiges Eigentum registrieren lassen. Im Gegensatz zu Patenten und Designs könnten Marken auch noch Jahre nach ihrer Einführung registriert und der Schutz auch immer wieder verlängert werden, solange die Marken benutzt werden.

Das Design der Bahnhofsuhren wurde unter anderem vom Museum of Modern Art in New York und dem London Design Museum gewürdigt. Der Website des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten zufolge ist es auch ein Symbol für die schweizerische Pünktlichkeit. Lizenznehmer sind Mobatime, das heute die Bahnhofsuhren produziert, und der Uhrenhersteller Mondaine, der das Design für Taschen, Küchen- und Armbanduhren verwendet.

Unklar ist, ob die SBB die Lizenzsumme mit seinen anderen Lizenznehmern teilen muss. Laut Tages-Anzeiger sagte Mondaine-Chef André Bernheim, er diskutiere noch mit den SBB, “wie wir für alle Beteiligten das Beste aus der Situation machen können.” Mondaine habe einen großen Teil dazu beigetragen, dass Apple auf das Design der SBB-Uhr aufmerksam geworden sei, da sein Unternehmen die SBB-Uhren auch in den USA bewerbe und verkaufe.

[mit Material von Edward Moyer, News.com]

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