AMD zieht in Dresden den Stecker raus

Einer AMD-Sprecherin zufolge wird das Unternehmen sämtliche Aktivitäten in Dresden einstellen. Ein Forschungszentrum in der sächsischen Landeshautpstadt wurde bereits geschlossen. Die Entscheidung ist im Zuge der laufenden Restrukturierung gefallen.

von Peter Marwan 0


AMD hat im Zuge der Restrukturierung sein Operating System Research Center (OSRC) in Dresden geschlossen. Eine Sprecherin des US-Unternehmens erklärte zudem, man werde im Laufe des Jahres sämtliche Aktivitäten in der sächsischen Landeshauptstadt einstellen.

Nach einem wie erwartet schwach ausgefallenem dritten Quartal und einem mäßigen Ausblick auf das vierte hatte AMD schon im Oktober angekündigt, 15 Prozent seines Personals entlassen zu wollen. Das Unternehmen plant, im vierten Quartal 20 Millionen Dollar und im Gesamtjahr 2013 rund 190 Millionen Dollar einzusparen. Die Stellenstreichungen sollen dazu den größten Teil beitragen. Sie werden im vierten Quartal abgeschlossen sein und zunächst Kosten von 80 Millionen Dollar verursachen.

Nach Informationen der Sächsischen Zeitung forschen für AMD zuletzt in Dresden unter der Leitung von Chris Schläger nur noch 23 Chipexperten an Betriebssystemen. Weitere 18 Mitarbeiter überwachen die Produktion beim Auftragsfertiger Globalfoundries, der 2009 ausgelagerten Chipfertigung von AMD. Seine letzten Anteile an dem Joint Venture hatte das Unternehmen Anfang März an seinen arabischen Partner Advanced Technology Investment Company (ATIC) verkauft.

Heinz Martin Esser, Vorstand des Silicon Saxony e.V., äußerte Bedauern über die Entscheidung von AMD. Er weist allerdinsg darauf hin, dass sie in unmittelbarem Zusammenhang mit der angekündigten weltweiten Umstrukturierung und Neuausrichtung stehe, die AMD derzeit vornehme. “Dies ist trotz ausgezeichneter Standortbedingungen im Silicon Saxony nicht abwendbar. Wir sind jedoch sehr zuversichtlich, dass die nun freigesetzten Linux-Entwickler sehr kurzfristig einen neuen Job finden.” Gerade im Softwarebereich sei der Standort in den letzten Jahren schnell und überproportional gewachsen.


Im Mai 2004, beim Richtfest für “Fab 36″, waren bei AMD und in Dresden die Welt noch in Ordnung (Bild: AMD).

Mit der jetzt gefallenen Entscheidung geht eine Ära zu Ende, die im Frühsommer 2004 ihren Höhepunkt erreicht hatte: Damals feierte AMD das Richtfest für sein “Fab 36″ gennantes Halbleiterwerk in der sächsischen Landeshauptstadt. Zu der Veranstaltung am 17. Mai 2004 waren damals Bundeskanzler Gerhard Schröder, der sächsische Ministerpräsident Georg Milbradt, sowie Hector Ruiz, der damalige Präsident und CEO von AMD angereist.

Die AMD Fab 36 war für die Produktion von Hochleistungsmikroprozessoren auf Basis von 300 Millimeter-Wafern konzipiert. Im Laufe des Jahres 2004 entstanden damals rund 200 neue Jobs bei AMD in Dresden. Ziel war es, bis 2007 in Fab 36 rund 1000 Mitarbeiter zu beschäftigen und circa 2,4 Milliarden Euro zu investieren. Fab 36 war das zweite AMD-Werk in Dresden. Das erste, AMD Fab 30, lieferte seit Sommer 2000 CPUs aus und gab knapp unter 2000 Mitarbeitern einen Arbeitsplatz.

[mit Material von Björn Greif, ZDNet.de]

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Peter Marwan
Autor: Peter Marwan
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