Test: PDFs erzeugen und bearbeiten mit Nitro Pro 8

Das Tool der US-Firma NitroPDF Inc. soll das Ansehen, Erzeugen und Bearbeiten von PDF-Dateien wesentlich erleichtern, den Geldbeutel weniger belasten als Adobes Acrobat und dessen Sicherheitsprobleme umschiffen. Im Test zeigt die Software, was sie wirklich kann.

von Manfred Kohlen 1

Im Internet findet sich unter gleichem Namen wie das getestete Softwareprodukt auch eine Waffenfirma. So dumm ist dieser Vergleich nicht: Mit dem Produkt “bewaffnet” sich ein Unternehmen mit einer Alternative zu Adobes PDF-Erzeugungsprodukt “Acrobat” – allerdings sehr viel preiswerter und noch dazu einfacher zu bedienen.

Das Programm kommt mit einer klar verständlichen Menüstruktur und Bedienerführung – das ist nicht immer üblich bei Software, die vor allem über Icons angesteuert wird. Doch unter den Icons steht geschrieben, worum es geht – und das Programm erledigt tatsächlich genau die dort beschriebene Aufgabe. Die Anordnung der Icons ist den “Ribbons” von Microsoft Office 2010 sehr ähnlich – wer damit zurechtkommt, wird auch keine Probleme mit Nitro Pro haben. Und da die Icons deutlich weniger zahlreich sind als im Microsoft-Umfeld – und zudem gut beschrieben -, ist der Umgang mit dem PDF-Tool sehr schnell erlernt.

Wer lieber mit Tastaturkürzeln arbeitet, bekommt auch Unterstützung: Länger auf die “Alt”-Taste gedrückt, und schon stehen die Abkürzungsbuchstaben für jeden Menüpunkt beim passenden Menü.

Auch die Hilfefunktion ist verständlich: Während sie in vielen Programmen nur beschreibt, was der Nutzer ohnehin auf dem Bildschirm sieht, wird hier tatsächlich der Umgang mit den Funktionen erklärt. Suchfunktionen für das Auffinden der passenden Stichwörter stehen bereit. Der Hersteller überlässt den Nutzern sogar eine Funktion, mit der sie selbst Hilfestellung für andere Nutzer geben können.

Unter forums.nitropdf.com (im Deutschen grammatikalisch richtig wäre “Foren”, in einer sprachlich anglisierten Welt und bei dem US-Hersteller lassen wir “forums” ausnahmsweise zu) stehen neben den Nutzer-Fragen- und Antworten das komplette Handbuch, Video-Tutorials und Tipps bereit.

Nitro erweitert das PDF-Lesen um Desktop Publishing

Die Hauptaufgabe des Programms ist das Anzeigen von PDFs – das Produkt ist eine Art erweiterter Acrobat Reader: Das PDF wird dargestellt wie in vielen Anzeigeprogrammen für das Adobe-Format, zusätzlich aber stehen noch Editier- und Formatumwandlungsfunktionen bereit.

Wer PDFs als rechtssichere Dokumente nutzen will, könnte hier in Verlegenheit geraten, denn sie lassen sich auch bearbeiten – allerdings gibt es Einschränkungen: selbst erstellte Dokumente lassen sich mit Unterschriften und Wasserzeichen versehen und nicht alle Dateien lassen sich so einfach bearbeiten oder “fälschen”.

Umwandlung einer PDF- in eine Word-Datei: geglückt. Die Office-ähnliche Bedienerführung führt schnell zum Ergebnis.

So hängt etwa das nachträgliche Editieren von Texten im PDF davon ab, wie der Text in die ursprüngliche Datei integriert wurde. Für PDFs stehen etwa Teilsatz oder eingebettete Schriftarten bereit – letztere lassen sich im Dokument nur editieren, wenn die verwendete Schriftart auch auf dem Bearbeitungsrechner vorhanden ist. Andere Schriften bleiben stehen oder müssen “übermalt” werden – womit allerdings Fälschungen wieder auffallen würden.

Neben der Anzeige und Bearbeitung bestehender Dokumente bietet Nitro auch die völlige Neu-Erzeugung von PDF-Dateien durch nahezu jedes andere Programm an. Das Tool agiert wie ein Druckerteiber – ausgegeben wird am Ende an eine PDF-Datei. Ob mit Excel, Word oder irgendeinem DTP-Programm erzeugt: Das Ergebnis bleibt ein editierbares File im “Portable Document Format”.

Jede selbst erzeugte oder geladene Datei lässt sich auch wieder in andere Formate wandeln. So wird aus einem speicherschluckenden PDF etwa eine kleine Text-Datei im ASCII-Format oder eine Word-Datei, die von den meisten Büro-Angestellten bearbeitet werden kann. Ein kleiner Test mit Rechnungen und Pressemitteilungen lief problemlos: Die Ergebnisse entsprechen den Originalen in Inhalt wie Gestaltung.

Bei der Umwandlung in Texte übernimmt Nitro Pro auch die Umlaute; bei der Konvertierung in Word sieht das Ergebnis perfekt aus, doch die Bilder nachträglich größer und kleiner zu ziehen, wie beim Einfügen eines Bildes im selbsterstellten Word-Dokument, erweist sich als anstrengend – umgewandelt werden offenbar nur die Grafiken, wie sie im PDF als Ausgabe erscheinen, nicht jedoch die zugrundeliegenden oft größeren Originale.

Und wer in das Word- oder das Rich-Text-Format wandelt, sieht zwar ein richtiges Ergebnis, doch was man bei eigener Dokumenten-Erzeugung vielleicht mit Tabstopps gemacht hätte, wird bei der Konvertierung als Ansammlung von Leerräumen angezeigt. Kein Beinbruch: Logisch geht es nicht anders.

Für das Erzeugen von PDF-Dateien bietet Nitro Pro zahlreiche Hilfestellungen an. So kann etwa der Scan eines Dokumentes zum PDF werden, und auch Grafik oder Texte aus der Zwischenablage werden umgewandelt. Zusätzlich erkennt das Programm etwa herauskopierte Bilder und wandelt sie durch die integrierte Texterkennung in editierbare Texte um. Damit lassen sich erkannte Dokumente, ob Scan oder Bildschirmschnappschuss, nicht nur als Grafikdatei speichern, sondern auch zu Text- und PDF-Dokumenten wandeln, die mit Content-Management-Programmen durchsucht und eingeordnet werden können.

Viele Quellen, ein Ergebnis

Dateikonverterierungen lassen sich auch direkt aus dem Windows Explorer heraus vornehmen, ohne zuvor Nitro Pro zu laden.

Zwei Möglichkeiten führen zum gleichen Ergebnis: Einerseits lassen sich mehrere Dateien aus verschiedenen Quellen zu einer fertigen Datei zusammensetzen, andererseits kann das Produkt ganz neue PDFs erzeugen und die Bestandteile gleich einem DTP-Programm an die richtige Stelle des Dokuments einfügen. Wer also an seine Quartalszahlen aus der Umsatzstatistik noch eine Grafik anhängen will, fügt einfach nur die XLS- und JPG-Datei zusammen – oder importiert die Elemente einzeln in ein neues PDF.

Um die Arbeit mit PDF-Dateien zu erleichtern hat der Hersteller sein Tool in verschiedene Umgebungen integriert. Wer zum Beispiel im Windows Explorer mit der rechten Maustaste auf eine PDF-Datei klickt, kann sie sofort in ein anderes Format umwandeln. Sind mehrere Daten ausgewählt, können sie sofort ohne vorherigen Aufruf von Nitro Pro zusammengefügt werden.

Nutzer von Microsoft Office können die Nitro-Pro-Funktionen zudem als Plug-in sofort aufrufen – ein Dokument bleibt hier ein Dokument, völlig unabhängig von seinem Ursprung.

Fazit

Der PDF-Viewer und -Bearbeiter Nitro Pro ist wesentlich günstiger als das Bearbeitungs-Original von Adobe (der Adobe Viewer ist kostenlos, aber eben nur ein Betrachtungs-Tool) und beherrscht nahezu alle Funktionen von Adobe Acrobat – mit wesentlich einfacherer Bedienung. Als Wandler zwischen den Formatwelten fügt es auch verschiedene Dateiformate in ein PDF zusammen, editiert Elemente des Dokumentes und gleicht sich selbst an virtuelle Umgebungen in verschiedenen Server-Konfigurationen an. Die Bedienung ist übersichtlich und effizient und das Produkt seinen Preis wert.

ITespresso.de-Logo GutNitro Pro 8
Hersteller: Nitro PDF Inc.
Preis: 119 Euro. Ab 11 Lizenzen gibt der Hersteller Mengenrabatte, Anforderung per Kontaktformular

Note: Gut
Leistung: Gut
Ausstattung: Gut
Bedienung: Gut

Systemvoraussetzungen:
Windows XP, Vista, 7 oder 8, 1 GByte RAM (2 empfohlen), 300 MByte freier Festplattenplatz, Grafikauflösung mindestens 1024×768 Punkte. Für Integration als Plug-in in Microsoft Office mindestens Office ab Version 2003

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Eine Antwort zu Test: PDFs erzeugen und bearbeiten mit Nitro Pro 8

  • 7. November 2012 à 11:41 von Erwin

    Noch günstiger ist PDF Experte 8 Ultimate. Das Programm gibt es nämlich derzeit kostenlos (sonst 69,99 Euro) bei Avanquest. Einfach mal nach Googeln.

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