Nachfolger für Smartphone Kin: Probiert Microsoft es noch einmal?

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Einem Bericht des Wall Street Journals zufolge hat Microsoft wieder Entwicklungen für einen Nachfolger des vor zweieinhalb Jahren eingestellten “Kin”-Smartphones in Angriff genommen. Nach neuen Schritten im Hardware-Business mit dem Surface-Tablet scheint dem Konzern nun auch der Weg in ein eigenes Smartphone-Geschäft wieder möglich. Rein theoretisch jedenfalls.

Die Kin-Serie, Microsofts erster, wenig glücklicher Versuch im Telefonmarkt, wurde nach wenigen Monaten wieder eingestellt (Bild: Microsoft).

Zumindest einen Prototypen für den Kin-Nachfolger entwickle Microsoft, zitiert der britische Inquirer das US-amerikanische Wall Street Journal – um danach wie üblich im britischen IT-Boulevardjournalismus darüber herzufallen.

Der Software-Riese sei ja nicht einmal sicher, ob er es überhaupt produzieren lassen wolle – aber einige Daten seien immerhin schon bekannt. Angeblich soll das Microsoft-Smartphone ein Display mit 4 bis 5 Zoll Diagonale haben – aber das, so der Inquirer, seien ganz natürliche Mutmaßungen, die sich schon daraus ergäben, dass Apples iPhone 5 einen 4-Zoll-Bilschirm und Samsungs Galaxy S3 einen 4,8-Zoll-Screen hätten.

Mehr Details außer das Wissen, dass Microsoft mit asiatischen Herstellern verhandle, gäbe es dann auch nicht. Bevor Microsoft sich entscheide, ob es auch bei den Mobiltelefonen nicht nur mit Partnern wie Nokia aktiv in solle, warte man erst einmal die Reaktionen auf das Surface ab.

Nokia hätte kein Problem damit, wenn Microsoft auch Smartphones mit Windows Phone 8 auf den Markt bringt, und damit zur eigenen Lumia-Serie in Wettbewerb tritt (Bild: Nokia).

Das sei vielleicht auch ganz gut so: Wenn MS sich fürs Selbermachen entscheide, sei das wie eine Ohrfeige für Nokia und dessen Chef Stephen Elop, der alles auf Windows Phone 8 setzte. Und es sei vielleicht noch einmal ein Reinfall wie seinerzeit Microsoft erstes Kin, das nur vier Monate nach seiner Veröffentlichung eingestellt worden war.

Die Sache mit der Ohrfeige sieht Nokia-Chef Elop übrigens etwas anders: Er sieht ein mögliches Surface-Smartphone von Microsoft als ein positives Signal für Windows Phone. “Wir ermutigen HTC und Samsung und Microsoft und jeden anderen Hersteller, Geräte auf den Markt zu bringen und Investitionen zu tätigen, die das Ökosystem beleben”, sagte Elop einem Bericht von The Verge zufolge während einer Telefonkonferenz anlässlich der Bekanntgabe der Quartalszahlen seines Unternehmens Mitte Oktober.

Gerüchte, wonach Microsoft ein eigenes Windows Phone entwickelt, um es unter dem Markennamen Surface zu vertreiben, kursieren schon seit Monaten. Ein solcher Schritt wird eigentlich als Bedrohung für Nokia, Microsofts wichtigstem Windows-Phone-Partner, angesehen. Im Gegensatz zu anderen Anbietern, die normalerweise auch Mobiltelefone mit Googles Mobil-OS Android im Programm haben, setzt Nokia ganz auf Windows Phone.

Eine zusätzliche Konkurrenz macht Elop aber offenbar keine Sorgen. Nokias Forschungs- und Entwicklungsabteilung könne auf einige “ungeschliffene Edelsteine” zurückgreifen, um die Geräte des Konzerns von jeglicher Konkurrenz abzugrenzen. “Wir sind sehr stolz auf die einzigartigen Alleinstellungsmerkmale, die wir zur Windows-Phone-Plattform beisteuern”, ergänzte Elop. “Das ist etwas, das nicht einfach so repliziert und neu erfunden werden kann.”

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