Buffalo MiniStation Air: die etwas andere USB-Festplatte

Ein Smartphone oder Tablet-PC mit 500 GByte Speicherplatz? Was sich nach ferner, teurer Zukunftsmusik anhört, macht Buffalo heute schon möglich: Eingebauter Akku, WLAN-Funktion sowie Apps für iOS und Android machen die MiniStation Air zur etwas anderen USB-Festplatte.

von Christian Lanzerath 0


Die Android-App für Buffalos MiniStation Air

Basis der Buffalo MiniStation Air bildet ein 2,5-Zoll-Festplatte mit 500 GByte Speicherplatz. Angeschlossen wird sie zum einen per USB 3.0. Dafür nutzt der Hersteller den exotischen, aber standardisierten USB-3.0-Micro-b-Anschluss. Die meisten schon vorhandenen Kabel lassen sich also nicht nutzen. Dafür überzeugen die Datenübertragungsraten mit guten Werten: Auf unserem Testrechner mit Onboard-USB-Controller erreichte die MiniStation eine Leserate von 106 und eine Schreibrate von 81,8 MBit pro Sekunde.

Apps sind Pflicht

Zum anderen bietet die Festplatte einen WLAN-Chip. Kabellosen Zugriff auf die abgespeicherten Dateien haben allerdings nur Nutzer von Android- oder iOS-Geräten. Lediglich für diese Plattformen gibt es entsprechende Apps von Buffalo.

Über den PC Dateien auf der Festplatte zu speichern und auf diese zuzugreifen, gelingt ausschließlich via Kabel, selbst wenn eine WLAN-Verbindung tadellos aufgebaut wird. Der Hersteller nutzt den schnellen Standard 802.11 b/g/n und WPA2-Verschlüsselung. Die Konfiguration der Einstellungen gelingt ebenfalls nur per App.

Streamen, abspeichern, downloaden

Über die App und eine direkte WLAN-Anbindung dürfen Dutzende von Smartphones und Tablets gelichzeitig auf die Festplatte zugreifen und Inhalte wie Fotos, Musik und Videos streamen. In der Praxis sollten Benutzer sich auf drei Verbindungen parallel beschränken, um die Bandbreite pro Teilnehmer nicht allzu stark zu drücken.

Die App für die Buffalo MiniStation Air auf dem iPad (Screenshot: Christian Lanzerath).

Im Test streamten wir ein Full-HD-Video im MP4-Format auf ein aktuelles Android-Smartphone (HTC One S mit Android 4.0) sowie ein iPad 2 mit iOS 6 und stellten keinerlei Qualitätseinbuße oder Ruckler fest.

Videos in anderen Formaten machten auf dem iPad bisweilen Probleme. Denn aufgrund des restriktiven Betriebssystems lassen sich zu streamende oder heruntergeladene Dateien nicht an andere (Video-)Apps weiterleiten.

Was die MiniStation-App selbst nicht abspielt, lässt sich generell nicht abspielen. Das gilt ebenso für Inhalte, die bereits auf dem iPad/iPhone gespeichert sind und auf die Festplatte hochgeladen werden sollen. Der Upload gelingt einzig und alleine mit den Bildern aus der Foto-App. Das ist zwar ein iOS-Problem, betrifft aber gerade Anwender der MiniStation.

Anders ist es unter Android: Hier springen bei Bedarf Abspiel-Apps ein, die das jeweilige Dateiformat unterstützen. Und dank des offenen Systems lassen sich beliebige Dateien drahtlos vom Gerät auf die MiniStation Air hochladen.

Unterlassene Hilfeleistung

Buffalos MiniStation Air im Einsatz mit einem Android-Smartphone (Bild: Christian Lanzerath).

Die Dokumentation des Herstellers ist mehr als dürftig. Außer einer bunten Schnellstartübersicht gibt es keine brauchbare Anleitung. Zwar gibt es innerhalb der App eine Hilfe. Doch zu Menüpunkten, die nicht sowieso selbsterklärend sind, bietet diese keinerlei hilfreichen Ergänzungen.

Neben einem anständigen Handbuch fehlt im Lieferumfang auch ein Steckeradapter, um das USB-Stromkabel an einer Steckdose anzuschließen. Wer selbst keinen entsprechenden Adapter sein Eigen nennt, muss den Akku der Festplatte notgedrungen über einen USB-Port aufladen – das ist oftmals unpraktisch.

Internetverbindungsfreigabe

In einer anderen Angelegenheit haben die Entwickler jedoch mitgedacht: Die MiniStation Air stellt auf Wunsch eine Verbindung zu einem bestehenden WLAN her. Damit haben auch Smartphone und Tablets, die mit der Festplatte verbunden sind, Zugriff aufs Internet. Jedes Mal das WLAN zu wechseln, um zwischen Web und MiniStation hin und her zu schalten, kann man sich sparen.

Allerdings bricht bei der Durchleitung des Datenverkehrs durch die MiniStation die Transferrate ein: Im Test mit einer 25-MBit-Glasfaserleitung reduzierte sich die Geschwindigkeit des Down- sowie Upstreams von 22,9 beziehungsweise 4,06 auf 15,73 beziehungsweise 3,6 MBit pro Sekunde. Hier muss der Benutzer einen Kompromiss zwischen Komfort und Performance eingehen.

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