Vodafone startet Anfang 2013 mobilen Bezahldienst in Deutschland

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(Bild: ITespresso/Peter Marwan)

Die dafür benötigte Technik holt sich Vodafone von CorFire aus Südkorea. Anfang 2013 sollen Tests in Deutschland und Spanien den Anfang machen. Anschließend will Vodafone sein Angebot auf andere europäische Länder ausweiten. Der Provider hofft so, mit dem Wettbewerb gleichzuziehen.

Vodafone will im kommenden Jahr einen mobilen Bezahldienst anbieten. Kunden sollen so mit ihrem Smartphone bezahlen können. Wie Bloomberg berichtet, soll der Dienst ab dem ersten Quartal 2013 in Deutschland und Spanien getestet werden, bevor Vodafone sein Angebot auf andere europäische Länder ausweitet. Die Technik dafür holt sich Vodafone von CorFire aus Südkorea.

Mit seinen Plänen ist Vodafone nicht allein. Meist nutzen die Telekommunikationsanbieter die Nahfunktechnik Near Field Communication (NFC), um ein Handy drahtlos mit einem ebenfalls mit NFC ausgestatteten Terminal zu verbinden. Die Zahlung an sich erfolgt per Kredit- oder Bankkarte, ohne dass der Kunde eine der Karten aus seiner Brieftasche holen muss.

Die Deutsche Telekom will in Kooperation mit Mastercard noch in diesem Jahr eine Bezahlkarte herausgeben, die mit einem NFC-Sticker für bargeldlose Zahlungen per Smartphone kombiniert ist. Nach dem Start in Deutschland soll auch die Telekom-Mastercard in den nächsten Jahren sukzessive in weiteren Ländern Europas eingeführt werden. Die MasterCard-Produkte vertreibt die Telekom formal über ihre Tochterfirma ClickandBuy, die eine e-Geld Lizenz hat.

Es ist bereits der zweite Anlauf des Konzerns. Schon auf dem Mobile World Congress 2011 hatte die Telekom einen mobilen Bezahldienst auf Basis der Nahfunktechnik Near Field Communication (NFC) angekündigt. Das sogenannte Handy-Portemonnaie (“Mobile Wallet”) soll noch 2012 in Polen starten. In Deutschland sind für das vierte Quartal 2012 eine Testphase und erste Produkte für das erste Halbjahr 2013 geplant.

Ebenfalls mit Mastercard kooperiert auch E-Plus. Zusammen mit der Targobank bringt das Unternehmen den NFC-Bezahl-Chip von Mastercard hierzulande auf den Markt. Ihn bekommen Kunden zusammen mit einer Mastercard-Kreditkarte ohne weitere Kosten. Er hat ungefähr ein Drittel der Größe einer normalen Kreditkarte und wird am Mobiltelefon angebracht. Er kann so auch mit Handys ohne NFC-Technologie verwendet werden. Weitere Kooperationspartner bei dem Paypass gennanten Mastercard-Dienst sind unter anderem einige Sparda-Banken, die Netbank, die BW-Bank sowie die Hamburger Volksbank.

Telefónica hat zudem ein globales Abkommen für mobiles Bezahlen mit Facebook, Google, Microsoft und Research In Motion unterzeichnet. Im Rahmen der Vereinbarung können Kunden der vier Unternehmen digitale Waren und Dienste einkaufen und über ihre Telefonrechnung bezahlen. Der Dienst wird in Europa schrittweise eingeführt und soll bis zum Jahresende in 14 Ländern weltweit zur Verfügung stehen. Außerdem ist natürlich Google mit seinem Google Wallet in dem Markt aktiv und Paypal testet ebenfalls Möglichkeiten, seine Bezahlfunktion an Mobilfunkgeräte zu koppeln – in Ermangelung eigener Geräte via App.

Größte Chancen sich durchzusetzen hat das Bezahlen mit dem Handy anscheinend bei großen Ketten. Zum Beispiel bieten den Mastercard-Dienst in München derzeit lediglich ein Dutzend Geschäfte an – neben Schnellimbissketten auch die Filialen von Douglas und dem Juwelier Christ.

Wenig hört man dagegen von mpass, einer gemeinsamen Initiative von O2, Telekom und Vodafone. Diese Bezahlmöglichkeit ist theoretisch auch mobil nutzbar, auch wenn sie als Zahlfunktion bei Online-Shopping beworben wird. Dabei sollen Kunden bei der Bezahlung ihre Handynummer sowie die mpass-PIN eingeben. Mit einer mTAN, die sie die per SMS erhalten, müssen sie anschließend die Eingaben bestätigen.

[mit Material von Don Reisinger, News.com]