Do not Track: Surf-Daten nicht einfach preisgeben

Webseiten sammeln häufig Daten über ihre Nutzer. Einige teilen diese sogar mit Dritten – und verdienen damit gutes Geld. Spezielle Browser und Antiviren-Programme bieten Funktionen, um den unerwünschten Datenfluss im Hintergrund einzuschränken. So können Anwender und Unternehmen verhindern, dass Informationen über ihre Aktivitäten im Internet in falsche Hände gelangen.

von Jürgen Jakob 0


Auch wenn es vielen Anwendern nicht bewusst ist: Ihre Spuren im Internet werden mit großem Interesse verfolgt. Speziell dafür entwickelte Trackingdienste zielen darauf ab, ein möglichst scharfes Profil der Internet-Nutzer zu erstellen. Die Methoden dahinter werden immer ausgefeilter, die Varianten zahlreicher. Eine relativ harmlose Gattung sind Textdateien, die so genannten Tracking-Cookies. Ihr Ziel ist, möglichst detaillierte Besucherprofile einer Seite zu erstellen. Dazu werden deren Bedürfnisse und Interessen genau erfasst.

“Do-not-track” soll Nutzern helfen, weniger Spuren im Web zu hinterlassen – stößt aber auf heftigen Widerstand der Werbebranche. Jürgen Jakob, Gründer von Jakobsoftware, erklärt im Expertenbeitrag für ITespresso die Hintergründe (Bild: shutterstock/surawach5).

Die Aktion läuft im Hintergrund und bleibt dem Anwender verborgen – ebenso wie die Tatsache, dass einige Datensammler diese Erkenntnisse anschließend mit Dritten teilen. Sogennante Ad Networks ermöglichen es, gezielte Werbung einzublenden, unabhängig von der vom Nutzer besuchten Site. Das führt dazu, dass auf ein und derselben Webseite je nach Anwender und dessen Surfverhalten unterschiedliche Werbebanner und Produkteinblendungen erscheinen.

Art und Anzahl der festgehaltenen Informationen einzelner Tracking-Tools können stark variieren. Während so genannte Basic Logs lediglich die besuchten Seiten abspeichern, speichern andere Varianten sämtliche Informationen, die der Anwender in ein Formular auf der Webseite eingibt. Nur ein gezielter Schutz erschwert das Erstellen umfangreicher Profile über Anwender und Unternehmen sowie deren potenziellen Missbrauch.

Im letzten Jahr starteten einige Browser mit dem Einsatz der passiven “Do Not Track“-Funktion. Ein so genannter DNT (Do Not Track)-Header übermittelt einen Code an die besuchte Webseite. Dieser signalisiert, dass der Sender kein Tracking wünscht. Wie der Name dieser Funktion schon sagt, ist diese Aufforderung jedoch passiv: Es bleibt dem Empfänger freigestellt, ob er sie berücksichtigt oder nicht. Zudem muss der Anwender die Funktion erst aktivieren, die Standardeinstellung sieht das Versenden des DNT-Headers nicht vor. Auch funktioniert der DNT-Header nur für Seiten, die mit dem spezifischen Standard des World Wide Web Consortiums (W3C) übereinstimmen.

Eine aktivere Variante, um sich vor der virtuellen Verfolgung zu schützen, bieten Sicherheitsspezialisten in Form einer Antiviren-Software mit speziellen, zum Teil kostenlosen Funktionen. Ein Beispiel ist “Do Not Track” von AVG, mit dem sich Tracking-Tools auf Webseiten identifizieren lassen: Ein Symbol im Browser zeigt an, ob die Seite oder die Anzeigenpartner im Hintergrund Daten zu den Online-Aktivitäten sammeln. Der Anwender kann dies auf Wunsch blocken. Die Funktion ist für die Nutzer der Sicherheitssoftware standardmäßig eingestellt und wird von den gängigen Browsern Internet Explorer, Mozilla Firefox und Google Chrome bereits unterstützt.

Durch diese aktive “Do Not Track”-Funktion behalten Anwender die volle Kontrolle über den Online-Datenschutz. Sie haben die Wahl, das Tracking in Form von Ad Networks, Social Buttons und Web Analytics direkt zu blockieren oder es ein- und auszuschalten.

Was ist eigentlich Tracking?

Tracking umschreibt das Verfolgen und Festhalten aller Online-Bewegungen eines Internetnutzers. Dies kann beispielsweise die Informationen umfassen, auf welchen Webseiten ein Anwender gesurft hat, bevor er auf die entsprechende Seite kam, welche Unterseiten er aufruft, über welche anderen er zur Seite kommt oder wo er diese verlässt, ob er sich für einen Newsletter anmeldet oder ob er online einkauft. Tracking liefert wichtige Anhaltspunkte für die Erfolgskontrolle im Online-Marketing.

Die gängigsten Tracking-Tools sind Ad Networks, Social Buttons und Web Analytics. Erstere sammeln Daten über die Internet-Aktivitäten des Nutzers auf sämtlichen Seiten. Anstatt inhaltsbasierte sollen dem Verbraucher personalisierte Anzeigen präsentiert werden.

Social Buttons generieren Daten über Online-Aktivitäten eines Nutzers, während dieser sich auf einer Social-Media-Seite aufhält. Ziel ist, das Erlebnis “Soziales Netzwerk” zu verbessern. Typische Beispiele dafür sind Facebook Social Plugins, Twitter Button oder Google +1.

Web Analytics hingegen sammeln Informationen zum Besucherverhalten und werten diese aus, um das Web-Angebot zu optimieren. Typischerweise wird festgehalten, woher die Besucher kommen oder wie oft und wie lange sie auf welchen Unterseiten verweilen. Beispiele dafür sind Google Analytics, Omniture oder Yahoo Analytics.

Über den Autor

Jürgen Jakob gründete 1996 in Göttingen das Unternehmen Jakobssoftware. Der Value Added Distributor ist auf den Vertrieb von hochwertigen IT-Sicherheitslösungen für kleine und mittelständische Unternehmen spezialisiert. Neben einer nachhaltigen, vertriebsbezogenen Betreuung bietet Jakobsoftware deutschsprachigen technischen Telefon- und E-Mail-Support für die im Sortiment geführten Produkte. Die Produktpalette reicht von der klassischen IT-Sicherheitssuite bis zu Managed Services. Zum Portfolio gehören auch die Produkte der Firma AVG Technologies.

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