Apple-CEO Tim Cook zieht über Microsofts Tablet Surface her

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Er nennt das Microsoft-Tablet ein “durch Kompromisse beeinträchtigtes, verwirrendes Produkt”. Allerdings wirkte der Apple-Chef bei der Begründung für die Daseinsberechtigung des iPad Mini selbst etwas verwirrt: Ihm zufolge spielt das 7,9-Zoll-Tablet “in einer ganz anderen Liga” als die 7-Zoll-Tablets der Konkurrenz. Das rechtfertige auch den deutlich höheren Preis.

Bei einer Analystenkonferenz zu den soeben veröffentlichten Quartalszahlen seines Unternehmens hat sich Apple-CEO Tim Cook abfällig über das gerade auf den Markt kommende Surface-Tablet von Microsoft geäußert. Er nannte es ein “durch Kompromisse beinträchtigtes, verwirrendes Produkt” – räumte aber auch ein, dass er noch keines benutzt habe.

Tim Cook hält das Microsoft-Tablet Surface für ein “verwirrendes” Produkt (Bild: Apple).

“Es gehört zu den schwierigsten Dingen, wenn es um die Schaffung eines Produkts geht, schmerzhafte Abwägungen vorzunehmen und zu entscheiden, wie das Produkt sein soll. Wir haben das beim iPad wirklich gemacht, daher die unglaubliche Benutzererfahrung. Ich glaube, man könnte ein Auto entwickeln, das fliegt und schwimmt – aber ich glaube nicht, dass es das alles gleichermaßen gut könnte”, so Cook.

Nachgetreten hat Tim Cook auch gegenüber den 7-Zoll-Tablets der Konkurrenz. “Wir halten sie nicht für gute Produkte”, sagte er und erklärte, das eben vorgestellte iPad Mini spiele “in einer ganz anderen Liga” als die Konkurrenz. Der Apple-Chef sieht einen gewaltigen Unterschied darin, dass das iPad Mini immerhin über eine Displaydiagonale von 7,9 statt 7 Zoll verfügt.

Apples Zahlen zum vierten Quartal des Geschäftsjahres 2012 im Überblick (Grafik: Statista).

Dieser kleine Unterschied beschere dem iPad Mini laut Cook ein 35 Prozent größeres Display im Vergleich etwa zu Googles Nexus 7 oder dem Kindle Fire HD von Amazon. An “tatsächlich nutzbarer Fläche” soll es sogar 50 oder 60 Prozent mehr bringen, da die Benutzeroberfläche der Android-Tablets “überflüssige Elemente” enthalte.

Der Kritik der Teilnehemr der Analystenkonferenz, das iPad Mini habe eine geringere Displayauflösung hielt er entgegen, es verfüge immerhin über die gleiche Anzahl von Pixeln wie das iPad 2. Daher sei es auch für alle Apps geeignet, die für das iPad entwickelt wurden. Das kleinere Tablet bietet allerdings nicht die Pixeldichte, die Apple als “Retina-Auflösung” bewirbt. In dieser Hinsicht muss es sich mit seinen 163 ppi den 216 ppi von Nexus 7 und Kindle Fire HD geschlagen gegeben.

Der Apple-CEO verteidigte zudem den deutlich höheren Preis, den Apple für das iPad Mini verlangt. Er erwähnte außerdem, das iPad Mini sei für sein Unternehmen deutlich weniger profitabel als andere Produkte und bestätigte damit indirekt Vermutungen von Experten vor dem Produktlaunch.

Die ungewohnte Aggressivität von Cook und das von Apple nicht gewohnte Nachtreten gegen die Konkurrenz – mit der sich überhaupt öffentlich zu beschäftigen der iKonzern meist für unter seiner Würde hält – ist vielleicht auch darauf zurückzuführen, dass die in der Analysytenkonferenz diskutierten Zahlen nicht ganz so glänzend ausgfallen sind, wie man das von Apple kennt: Im vierten Geschäftsquartal (bis 29. September) hat die Gewinnerwartungen von Analysten nicht erfüllt. Der gestern veröffentlichten Bilanz zufolge erwirtschaftete das Unternehmen zwar einen Profit von 8,2 Milliarden Dollar oder 8,67 Dollar pro Aktie, also 24 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, die Voraussagen lagen jedoch bei 8,75 Dollar je Aktie. Der Umsatz kletterte um 27 Prozent auf 36 Milliarden Dollar. Apple selbst war von einem Überschuss von 7,65 Dollar je Aktie bei Einnahmen von 34 Milliarden Dollar ausgegangen.

[mit Material von Roger Cheng, News.com]