Ubuntu Linux 12.10 behandelt PC und Internet als Einheit

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Mit der neuen Version der Windows-ähnlichen Linux-Variante will Ubuntu-Hersteller Canonical dem Windows-8-Launch zuvorkommen und seine Linux-Distribution als kostenfreie Alternative andienen. Sie steht jetzt kostenlos zum Download bereit.

Die aktuelle Ubuntu–Variante steht ab heute zum kostenlosen Download bereit. Sie soll den Zugriff auf Informationen und Applikationen erleichtern – ganz egal, ob diese sich in der Cloud oder dem lokalen PC befinden.

Mit den neuen Funktionen lassen sich auch Web-Apps so einbinden, als seien sie native PC- Anwendungen. Hersteller Canonical bietet mit Ubuntu 12.10 nun ein Betriebssystem, das für verschiedenste Endgeräte erhältlich ist – und damit, so das Unternehmen, eine “perfekte Alternative zu Windows 8”.

Ubuntu 12.10 Homescreen
Die Datei-Übersicht auf dem “Home Screen” des Betriebssystems zeigt externe Inhalte als lägen sie auf dem eigenen PC. (Screen: Canonical)

Die Desktop-Version ist ab sofort erhältlich. Insgesamt will Ubuntu den “Übergang zu einer cloudbasierten, geräteübergreifenden Welt” weiter vorantreiben. So hat man etwa die lokale Suchfunktion so erweitert, dass sie Suchresultate aus Online-Diensten wie Google Drive zusammen mit den auf der Festplatte gespeicherten Dateien angezeigt. Integriert werden über eine Online-Accounts-Funktion auch Dienste wie Facebook und Flickr, die direkt über die Ubuntu-Oberfläche “Dash” nach Fotos oder Kontakten durchforstet werden können.

Selbst die Datei-Preview-Funktionen machen keinen Unterschied mehr zwischen PC und Web, Inhalte externer Anbieter wie Amazon eingeschlossen: Der Kunde muss die Vorschau-Ansicht nicht verlassen und kann aus ihr heraus den Kauf zum Beispiel von Musikstücken beim Onlineshop veranlassen.

Canonical, das Unternehmen des südafrikanischen Firmengründers Mark Shuttleworth, steckt hinter Ubuntu Linux.

Web-Apps, die jetzt in der Oberfläche liegen wie lokale Anwendungen, werden über die neue Web-Apps-Funktion sogar in ihrem Verhalten an herkömmliche PC-Software angeglichen – häufig genutzte Webdienste lassen sich so einbinden, ohne für jeden ein gesondertes Browserfenster zu starten.

Kein Cloud-affines Betriebssystem mehr ohne eigenen Service in der Wolke: In das System integriert ist “Ubuntu One”, der Personal-Cloud-Service von Canonical. Dieser sei jetzt auch als native App für Mac OS-X (als Beta-Version), Windows, iOS und Android erhältlich, preist der Anbieter seinen Service. Der bietet eine kostenlose Speicherkapazität von 5 GByte und kann von Entwicklern mit neuen APIs für Synchronisationsfunktionen verwendet werden.

Und laut Ubuntu selbst steht man nun per “Remote Login-Option” auch als Thin Client für Virtualisierungsumgebungen wie Citrix, VMWare oder Microsofts Hyper-V bereit. Das Produkt ist ab sofort kostenlos zu haben.

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