Apple setzt auf NFC-Alternative

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Kein NFC bei Apple: Das Patentamt vergibt dem kalifornischen Unternehmen Schutzrechte für eine eigene Technologie. Durch Kompassdaten soll ein elektronisches Gerät in unmittelbarer Nähe erfasst werden, und erst nach dem Abgleich einer Magnetfeldsignatur verbinden etwa Sales-Terminals sich per WLAN oder Bluetooth mit dem Smarthone.

Statt der “Near Field Communication”, wie sie von den Kreditkartenunternehmen und Apple-Mobilfunk-Konkurrent Google bevorzugt wird, will Apple auf eigene Technik setzen – die nun auch patentiert ist wie so Vieles von dem kalifornischen Hersteller.

Mit US-Patent Nummer 8.290.434 hat Apple nun ein Schutzrecht für die mögliche Alternative oder Ergänzung zur Nahfunktechnik NFC zugesprochen bekommen. Es könnte erklären, warum sich der iPhone-Hersteller noch immer mit dem Einsatz von NFC (Near Field Communication) zurückhält, obwohl es insbesondere beim iPhone 5 vielfach erwartet wurde.

Apples Alternative zu NFC setzt auf Magnet-Technik und WLAN- oder Bluetooth-Verbindungen. (Bild: USPTO)

Es sei nicht klar, inwieweit NFC heute bestehende Probleme lösen könnte, zweifelte Apples Marketingchef Phil Schiller vor wenigen Tagen in einem Interview mit All Things D. “Passbook erledigt all die Dinge, die Kunden heute benötigen”, sagte er und verwies damit auf eine iOS-App, die Bordkarten, Kinokarten, Coupons, Kundenkarten und mehr zentral verwaltet. Sie könnte eines Tages auch um eine Bezahlfunktion erweitert werden, wie beispielsweise die FAZ meint und darin “Apples versteckten Bezahlsystem-Plan” vermutet.

Für Bezahlfunktionen besonders geeignet erscheint die Nahfunktechnik NFC, die außerdem die Übertragung von Telefonnummern und Webadressen auf Smartphones ermöglicht. Die Übertragung ist nur aus einer Entfernung von wenigen Zentimetern möglich, was Ausspähversuche entsprechend erschwert.

Apples angedachte Alternative für einen Datenaustausch zwischen nahen Geräten setzt auf das Auslesen von Kompassdaten, um andere elektronische Geräte in der Nähe zu erkennen und gegebenenfalls eine Verbindung mit ihnen herzustellen. Lassen die Kompassdaten eines ersten elektronischen Geräts auf ein nahes zweites Gerät schließen, soll es anhand seiner Magnetfeldsignatur mit bereits gespeicherten Signaturen verglichen werden, um bei entsprechenden Gerätetypen eine Netzwerkerkennung einzuleiten.

Aus Apples Patent-Antrag: Zwei Nutzer bereiten sich darauf vor, Daten über Apples NFC-Altenative auszutauschen. (Bild: USPTO)

“Wenn beispielsweise das ermittelte Kompassdatenmuster dem eines typischen Smartphones entspricht, könnte auf dem mobilen Gerät eine Verbindungsaufnahme mit WLAN oder Bluetooth eingeleitet werden”, heißt es in der Patentbeschreibung. Als Vorteile wird der verringerte Bedarf an Energie und Bandbreite herausgestellt, da die relativ komplexen Vorbereitungen für eine Verbindungsaufnahme erst erfolgen, wenn es sinnvoll ist.

Im August bekam Apple ein Patent für “bewegungsgesteuerte Bezahlung” zugesprochen. Es beschrieb mehrere Möglichkeiten, wie ein Anwender mit einem Mobilgerät wie iPhone oder iPad eine Bezahltransaktion bestätigen kann. Während sich die Illustrationen des Antrags ausdrücklich auf NFC bezogen, sollen grundsätzlich auch andere kontaktlose Übertragungsverfahren wie RFID oder WLAN-Netze infrage kommen.

Die Patentanmeldungen lassen nicht auf konkrete Pläne Apples schließen. Ersichtlich wird aus ihnen aber zumindest, dass der iPhone-Hersteller Alternativen zu NFC-Chips in Betracht zieht.

[mit Material von Charles Cooper, News.com]