Soziale Netzwerke: Von den deutschen Angeboten kann sich nur Xing behaupten

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Die VZ-Netzwerke, also SchülerVZ, StudiVZ und MeinVZ, verloren gegenüber dem Vormonat im September noch einmal 73 Prozent ihres Traffics. Das Business-Netzwerk Xing konnte dagegen leicht zulegen. Und eine aktuelle Umfrage zeigt, dass Deutsche zum Großteil immer noch lieber auf Partys gehen, als sich in Sozialen Netzwerken auszutauschen.

Laut den aktuellen Zahlen der allerseits anerkannten IVW, der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V., ist für alle deutschen Sozialen Netzwerke außer Xing keine rosige Zukunft zu erwarten. Besonders schlimm hat es wieder einmal die VZ-Netzwerke getroffen: Sie büßten im September gegenüber dem Vorjahresmonat über 73 Prozent an Traffic ein.

Damit setzt sich ein Trend fort, der seit 12 Monaten zu beobachten ist: Die Besuche bei StudiVZ, MeinVZ und SchülerVZ haben sich in dem Zeitraum ungefähr halbiert. In den vergangen 24 Monaten musste der Verbund sogar einen Rückgang von fast 400 Millionen auf unter 50 Millionen Visits hinnehmen.

Ähnlich erging es auch wer-kennt-wen, Stayfriends und dem Social-Networking-Pionier Lokalisten. Lediglich das auf Business-Nutzer ausgerichtete Netzwerk Xing kann sich behaupten – obwohl die US-Konkurrenz LinkedIn inzwischen auch in Deutschland verstärkt aktiv ist.

Im September verloren sowohl die VZ-Netzwerke als auch wer-kennt-wen und die Lokalisten wieder deutlich an Bedeutung. Xing konnte dagegen sogar leicht an Bedeutung zulegen (Grafik: Statista).

Nahezu zeitgleich mit IVW-Zahlen hat das Meinungsforschungsinstitut Ipsos die Ergebnisse einer internationalen Umfrage zur Beziehung der Surfer zu Social Networks veröffentlicht. Demnach gehen Acht von zehn Internetnutzern in Deutschland lieber auf eine Party als ihre Zeit in Sozialen Netzwerken zu verbringen.

Dieses Ergebnis dürfte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung freuen: Sie hatte gestern einen Bericht vorgestellt, wonach 560.000 Menschen hierzulande internstsüchtig sind, und 2,5 Millionen Menschen das Internet in “problematischer Weise” nutzen. Der Studie zufolge sind Menschen, die den größten Teil ihrer Onlinezeit in Sozialen Netzwerken verbringen, übrigens besonders gefärdet, ein Suchtverhalten zu entwickeln.

Erstaunlicherweise werden Begegnungen in der virtuellen Welt eher von Älteren bevorzugt, 22 Prozent der deutschen Internetnutzer zwischen 50 und 64 Jahren gaben an, sich lieber in sozialen Netzwerken als auf Partys zu bewegen. Bei den Usern unter 35 Jahren teilen nur 18 Prozent diese Einstellung.

Noch deutlicher als in Deutschland bekennen sich Internetnutzer in Spanien, Frankreich und Schweden als Partylöwen: Jeweils neun von zehn Usern dort würden sich lieber auf einer Party mit ihren Freunden treffen als im Internet unterwegs zu sein.

In Ungarn haben die Befragten im europäischen Vergleich dagegen das geringste Interesse an realen Kontakten: Dort erklären sich nur 70 Prozent als passionierte Partygänger. Die größten Partymuffel sind im weltweiten Vergleich in Indonesien zu finden: In dem asiatischen Land würden sich nur 40 Prozent der Internetnutzer lieber mit Freunden treffen, 60 Prozent bevorzugen dagegen den Austausch via Facebook und Co.

Vor gerade einmal zwei Jahren verzeichneten StudiVZ, SchülerVZ und MeinVZ noch dreizehnmal so viel Traffic wie im September 2012 (Grafik: Statista).

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