Günstigere Rechner? Lenovo will alles selber machen

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Die taiwanischen Komponentenhersteller schlottern wieder einmal vor Angst, keine Aufträge mehr zu bekommen – diesmal soll Lenovo seine Pläne für eine interne Produktion von PC- und Notebook-Bestandteilen bekanntgegeben haben.

Digitimes, Hüter von Taiwans Vormacht bei der PC-Produktion, berichtet  von einer Entscheidung, die die Komponenten-Schmieden in Sorge versetzt: Der chinesische PC-Riese Lenovo, der bereits IBMs PC-Sparte und Deutschlands Aldi-Lieferanten Medion schluckte, wolle in Zukunft ganz nach Samsung-Vorbild vieles in-house produzieren, was bisher zugekauft wurde. Dies jedenfalls würden Komponenen-Hersteller in Taiwan erzählen.

Bislang werden nur 20 bis 30 Prozent der Notebooks, Desktops und anderer PCs von Lenovo im eigenen Haus gebaut und der Rest an externe Zulieferer ausgelagert. Statt seine bisherigen Rechnerzulieferer zu Ausschreibungen bei den Komponentenbauern zu ermutigen wie bisher, sollen sie nun ihre Teile direkt von Lenovo beziehen – oder leer ausgehen, weil Lenovo selbst produziert.

Die eigene Fabrik im nordchinesischen Hofei, ein Joint Venture mit der taiwanischen Compal Electronics, soll Ende 2012 oder spätestens Anfang 2013 mit der Massenproduktion beginnen. Auch in den USA und Brasilien bauen die Chinesen ihre eigenen Fabriken aus.

Und noch ein Gerücht: Lenovo könnte seine eigene Warenlieferkette aufbauen und sie vor allem mit Komponentenherstellern aus der Volksrepublik China bestücken. Diese offenbar wirtschaftspolitische Motivation der Lenovo-Führung könnte zu Zweierlei führen: Einerseits günstiger hergestellten Rechnern, andererseits dem Ausschalten der Konkurrenz, um langfristig endlich wieder höhere Gewinnmargen auf PCs verlangen zu können – womit Preissenkungen möglicherweise nur für begrenzte Zeit Bedeutung haben.

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