Sicherheitsfirma über Viren: “Die Stärkeren siegen”

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Security-Anbieter G Data spekuliert über die Anwendbarkeit von Darwins Evolutionstheorie auf Computerviren – vor allem, weil die Menge der Digitalfiesling-“Spezies” in letzter Zeit überraschend sank.

“Die Wachstumsrate bei Computerschädlingen ist im Vergleich zu 2011 rückläufig”, erkennen die Security-Experten von G Data überrascht. Zwar seien im ersten Halbjahr 2012 immer noch mehr als 1,38 Millionen neue Viren, Würmer und Trojaner veröffentlicht worden, aber mit 3,6 Prozent sei die Wachstumsrate im Vergleich zum Vorjahr deutlich hinter den Erwartungen geblieben.

Entwickelt sich kein neues “Leben”? Im Gegenteil, sinniert das Unternehmen, es gibt nur ein paar stärkere Schädlinge, die langsam die nicht so ausgeklügelten verdrängen. “Nach Einschätzung des Experten wird nur noch komplexe Malware eine Chance haben, größere Schäden anzurichten.Man könnte sagen: Die Malware-Industrie verhält sich aktuell nach Darwins Evolutionstheorie: Wer sich an die veränderten Rahmenbedingungen anpasst, wird mit seinen Schädlingen in der E-Crime-Industrie überleben. Der Wettlauf zwischen Malware-Industrie und Virenschutzherstellern geht in die nächste Runde”, meint Ralf Benzmüller, Leiter der G Data Security Labs.

Überraschung: Die Menge der verschiedenen Schädlinge nimmt in der ersten Jahreshälfte 2012 abrupt ab (Bild: G Data)

“Noch nie waren Computerschädlinge intelligenter und gefährlicher als 2012. Anders ausgedrückt: ‘Survival of the Fittest’ – Darwins Evolutionstheorie scheint sich aktuell auf Malware und die Malware-Industrie anwenden zu lassen.”, schließt G Data sein öffentliches Grübeln ab.

Im Anschluss führt das Unternehmen noch einige heimtückische Funktionsweisen neuer Bedrohungen auf. Von automatischen, zeitversetzten Geldtransfers, die das Opfer nicht sofort bemerkt, bis hin zu Diebstahl persönlicher Daten vom Smartphone und zu automatischen Shopping-Touren der Trojaner ist die Rede. “Statt täglich tausend neue Schädlinge zu verbreiten, programmieren Malware-Autoren weniger, aber dafür deutlich gefährlicheren Schadcode”, folgert das Unternehmen.

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