Photokina: Hersteller zeigen die Speicherkartenformate der Zukunft

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Lexar, Samsung und SanDisk nutzten die Photokina, um der Öffentlichkeit ihre neuen, schneller arbeitenden Speicherkarten näherzubringen. Die Definition des dabei häufig benutzten Begriffs “ultraschnell” variiert bei den Anbietern, der allerschnellste Standard ist erst einmal nur als Prototyp zu sehen.

Die auf der Kölner Messe Photokina gezeigten neuen Speicherkarten von Lexar, Samsung und SanDisk sollen noch mehr Daten speichern und vor allem: sie superschnell übertragen. Mit den neuen Techniken werden vor allem professionelle Anwender etwa von Digicams oder Videokameras durch angesprochen. Ziel von allen Herstellern: High-Definition-1080p-Videos und teilweise auch viermal so große Videos ohne Unterbrechungen in die Kamera zu bekommen und sie später so effektiv wie möglich in Produktionsumgebungen zu transferieren.

Samsung setzt auf UHS-SD

Während Samsung bei den SD-Karten bleibt und diese “Ultra-Highspeed-fähig” macht, setzt Lexar auf microSDHC UHS-I- und microSDXC UHS-I-Speicherkarten. SanDisk wiederum promoted das neue Format der CFast-2.0-Speicherkarten, eine Weiterentwicklung von CompactFlash.

Samsung verspricht für seine SD-Karten Lesegeschwindigkeiten von bis zu 80 MByte/s, höhere Speicherkapazitäten und höhere Zuverlässigkeit. Insbesondere für die Live-Übertragung an Cloud-Dienste über schnelle Netzverbindungen, etwa per LTE, positioniert der Hersteller seine Mobilspeicher. Seine Serie “micro SD Pro” erreicht eine Lesegeschwindigkeit von 70 MByte/s und eine Schreibgeschwindigkeit von 20 MByte/s.

Die nicht im micro-SD-Formfaktor gefertigten “normalen” SD-Karten bieten neben Ultra High Speed 1 (UHS-1) eine Lesegeschwindigkeit von bis zu 80 MByte/s und eine maximale Schreibgeschwindigkeit von 40 MByte/s. Um die Profis noch besser zu erreichen, betont Samsung die Zuverlässigkeit seiner Hochgeschwindigkeits-Karten: “Schutz vor Wasser, Stößen, Röntgen- und Magnetstrahlung sowie gegen Hitze” sollen sie bieten. Die Karten können laut Hersteller mehr als 1,6 Tonnen Druck aushalten und seien durch eine spezielle Epoxidharzbeschichtung vor Staub und sogar Meerwasser geschützt. Der Strahlenschutz sorge dafür, dass die Karten auch Röntgenstrahlen oder magnetische Strahlung, beispielsweise durch Kontrollen an Flughäfen, unbeschadet überstehen.

Lexar vertraut auf das micro-SDXC-Format

Auch Lexar setzt auf micro-SD, allerdings auf das neuere “microSDXC”-Format. Auch diese Karten erreichen den UHS-I-Geschwindigkeits-Mindestwert, kommen jedoch “nur” auf Lesegeschwindigkeiten von 45 MByte/s. Anfangs offeriert Lexar Käufern der neuen Speicherkarten sogar ein USB-3.0-Kartenlesegerät. Lexar legt in seiner Vermarktung vor allem Wert auf die Erzeuger von HighDefinition-Videos und die hohen Speicherkapazitäten, etwa von 32 oder gar 64 GByte auf einer kleinen Karte.

SanDisk beschleunigt CompactFlash

SanDisk wiederum will mit dem neuen Standard “CFAST 2.0”, der erst vor kurzem verabschiedet wurde, viermal schneller sein als gängige CompactFlash-Karten. Allerdings müssen die Hersteller von mobilen Digitalgeräten den neuen Standard erst noch in ihre Systeme integrieren. Der Speicherhersteller arbeitet jedoch eigenen Angaben zufolge mit mehreren wichtigen Geräteherstellern zusammen.

Die zweite Generation der CompactFlash-Karten soll “4K-Videos mit voller Bildrate” in High-End-Produktions-Umgebungen ermöglichen. Schließlich, so SanDisk, seien bald 40-Megapixel-Bilder möglich. Der CFast2-Standard erlaubt eine theoretische Übertragungs-Leistung von 600 MByte/s. Wie es mit den endgültig erreichbaren Geschwindigkeiten aussehen wird, ist noch nicht klar: SanDisk präsentierte auf der Messe nur Prototypen.

Dennoch gab der Hersteller bereits Preise und Liefertermine an: Die Karten sind ab dem vierten Quartal 2012 in 32-GByte-Version für knapp 70 Euro im Handel, in 64 GByte-Variante für 143,50 Euro.

Die Preise für die SD- und Micro-SD-“Ultrahighspeed”-Karten von Samsung und Lexar wurden nicht genannt: sie werden durch den Handel festgelegt.

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