Oracle baut Desktop-Virtualisierer zum Server-Produkt um

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Erst Ende August erschien Version 4.1.20, doch mit neuen Features in Version 4.2 will Oracle die freie Virtualisierungs-Lösung VirtualBox noch attraktiver für die Unternehmensnutzung machen.

Das Vertrauen der Kunden in Oracles Server-Virtualisierung scheint gemessen an Absatzzahlen nicht so groß zu sein, doch die kostenfreie Desktop-Virtalisierung Virtualbox, die Oracle mit Sun übernommen hatte, erfreut sich großer Beliebtheit bei Powerusern. Oracle baut nun mit neuen Funktionen sein Desktop-Produkt langsam zum Profi-Tool für mittelgroße Unternehmen um.

Nach der erst kürzlich vorgestellten Version 4.1.20, die mit Funktionen zum Klonen virtueller Maschinen schon in Server-Virtualisierungs-Gefilde vorstieß, folgt die neue Version 4.2. Sie ist in der Lage, Gruppen einfacher zu verwalten und im Netzwerk zu arbeiten.

Groups, das neue Feature von Oracle VM VirtualBox 4.2, vereinfacht unter anderem die Verwaltung virtueller Maschinen. Quelle: Oracle

Im Wettstreit mit dem Virtualsierungs-Spezialisten VMware hat Oracle jetzt die quelloffene und frei verfügbare Virtualisierungs-Lösung VirtualBox mit dem Feature VM Groups aufgepeppt. Damit lasse sich die Verwaltung vereinfachen. Auch Netzwerkfähigkeiten und Unterstützung für neue Hosts und Gast-Betriebssysteme hat Oracle nach eigenen Angaben damit verbessert.

Die neuen Funktionen vereinfachen es, auch mit einer großen Zahl von virtuellen Rechnern in einem Netzwerk umzugehen. So können Administratoren auf einer beliebigen Zahl von virtuellen Rechnern gleichzeitig arbeiten. Dafür stellt Oracle eine neue grafische Nutzerschnittstelle, neue APIs sowie neue Commando-Tools bereit.

“Groups erlaubt es, die VM-Library vernünftig zu ordnen, zum Beispiel nach Plattform, Projekt, Version oder was auch immer”, so ein VirtualBox-Entwickler in einem Blogbeitrag. Zudem können weitere Vorgänge automatisiert werden. So lassen sich jetzt sämtliche Virtuellen Maschinen starten, wenn das Host-System bootet und virtuelle Maschinen lassen sich ähnlich verwalten wie Hosts.

Netzwerkseitig hat Oracle die Lösung ebenfalls leistungsfähiger gemacht. So unterstützt die Lösung statt bisher acht Netzwerkkarten jetzt 36. Außerdem kann man über die Version VirtualBox 4.2 nun auch komplexe Netzwerke simulieren. Eine Bandbreiten-Kontrolle sorgt dafür, dass einzelne virtuelle Rechner nicht zu viel Bandbreiten in Anspruch nehmen. Die virtuelle Netzwerkkarte in der neuen Version unterstützt jetzt auch das VLAN-Tagging, wodurch virtuelle Maschinen jetzt auch in VLAN-Umgebungen eingesetzt werden können.

Außerdem unterstützt VM VirtualBox 4.2 jetzt auch Windows 8, Mountain Lion (Mac OS X 10.8) und Oracle Linux 6.3. Laut Oracle ist VirtualBox 4.2 damit die einzige quelloffene Virtualisierungs-Software, die Windows, Mac, Linux und Oracle Solaris unterstützt.

[mit Material von Martin Schindler, silicon.de]

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