Neue Festplatten mit Heliumfüllung vorgestellt

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Sie stammen von der Western-Digital-Tochter HGST und wurden auf dem Investor Day des Herstellers gezeigt. Sie sollen beim 3,5-Zoll-Formfaktor erhebliche höhere Kapazitäten ermöglichen und zunächst in Rechenzentren die Storage-Betriebskosten senken.

Festplatte von HGST – allerdings noch ohne Helium (Bild: HGST)

HGST vormals (Hitachi Global Storage Technologies, jetzt ein Tochterunternehmen von Western Digital), hat eine heliumgefüllte HDD-Plattform angekündigt. Damit sind Laufwerke mit sieben Plattern im Formfaktor 3,5 Zoll möglich. Die Marktreife soll die Entwicklung Mitte 2013 erreicht haben.

Als Abnehmer sieht das Unternehmen zunächst Rechenzentren, aus denen Cloud-Dienste geliefert werden oder Firmen, die enorme Mengen von Daten speichern und bearbeiten müssen. Ihnen verspricht HGST mit den Helium-Festplatten deutliche Kostensenkungen durch sparsameren Betrieb. Messbar seien diese Einsparungen sowohl in Kosten pro Terabyte, Watt pro Terabyte, Terabyte pro Kilogramm als auch Terabyte pro Quadratmeter.

“Die Vorteile des HDD-Betriebs mit einer Heliumfüllung sind seit Langem bekannt. Springender Punkt ist das Produkt- und Prozessdesign, mit dem das Helium im Rahmen der Massenproduktion kostengünstig im HDD-Gehäuse versiegelt wird”, sagt Steve Campbell, Chief Technology Officer bei HGST. Allerdings habe es einer sechsjährigen Entwicklungsarbeit in den Bereichen Materialwissenschaft, Maschinenbau und Prozesstechnologie bedurft, um sie dann auch in der Praxis nutzbar zu machen.

Die Festplatten sind versiegelt und mit Helium gefüllt. Die Dichte des Edelgases liegt lediglich bei einem Siebtel der Dichte von Luft. Dadurch sind die Strömungseffekte geringer, denen die rotierenden Plattenstapel ausgesetzt sind. Der Motor, der die einzelnen Platter bewegt, benötigt daher weniger Kraft.

Aber auch die Strömungskräfte, die Platten und die Trägerarme in Schwingungen versetzen, mit denen die Schreib-und- Leseköpfe über den Datenspuren positioniert werden, fallen deutlich geringer aus. Daher lassen sich in einer heliumgefüllten Festplatte die Platten enger anordnen – es finden also in einem gleich großen Gehäuse mehr Platten Platz. Außerdem können die Datenspuren enger zusammenrücken. Nicht zuletzt führen die geringeren Scherkräfte und die bessere Wärmeleitfähigkeit von Helium laut den Entwicklern dazu, dass das Laufwerk kühler und leiser arbeitet.

Laut HGST liegt der Energieverbrauch eines heliumgefüllten Laufwerks 23 Prozent unter dem eines entsprechenden Laufwerks mit Luft in den Zwischenräumen. Rechnerisch, also wenn man die zusätzliche Kapazität durch zwei weitere Platten einbezieht, erreiche man – gemessen am Maßstab “Watt-pro-Terabyte” -, sogar eine Reduzierung von 45 Prozent. Außerdem sei das neue Laufwerk im Betrieb vier Grad kühler – was wiederum in weniger Aufwand für die Kühlung in Rack und Rechenzentrum resultiert.

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