cFos Personal Net: der eigene Windows-Rechner als Webserver

Personal Net stellt ähnliche Funktionen bereit, wie sie Nutzer von Diensten wie Dropbox kennen – wobei der Nutzer jedoch die volle Kontrolle behält. Außerdem bietet es einen einfach zu administrierenden Webserver. ITespresso hat die Lösung unter die Lupe genommen.

von Christian Lanzerath 0


Der eigene Windows-Rechner als Webserver? Was man sonst mühselig mit weniger benutzerfreundlichen Lösungen à la XAMPP auf die Beine stellen muss, macht die Bonner Firma cFos mit dem Programm Personal Net nun einfach. Außer zum Webhosting dient die Lösung aber vor allem als persönliche Cloud – etwa zum Filesharing.

Der Nutzer installiert Personal Net wahlweise als normale Anwendung oder als Dienst. Letzterer fährt bei jedem Start von Windows ebenfalls hoch und lässt sich im Kontext eines anderen Windows-Benutzers ausführen. Die Entwickler raten, für den Betrieb des Servers ein eigenes Benutzerkonto anzulegen, das nur auf das Verzeichnis mit den zu veröffentlichen Dateien Zugriff hat. Da sich das Programm vornehmlich an Anwender richtet, die in Sachen Serveradministration nicht jedes Detail kennen, ist das ein sinnvoller Hinweis. Zu schnell hat man durch die Installation eines Webservers auf dem eigenen PC Tür und Tor für böswillige Angreifer geöffnet.

Personal Cloud Storage

Den Einsatz für seine Software sieht cFos vor allem im Bereich des persönlichen Austauschs von Dateien. Wer seine Daten nicht Firmen wie Dropbox oder Google anvertrauen möchte, baut mit Personal Net einen eigenen Fileserver auf, über den er die volle Kontrolle besitzt. Das funktioniert im Test ohne weitere Probleme: Dateien lassen sich entweder für die Öffentlichkeit oder lediglich für bestimmte Nutzer freigeben.

Die Software Personal Net von cFos ist einfach zu bedienen sowie klar und übersichtlich aufgebaut (Screenshot: Christian Lanzerath).

Für jeden User lässt sich sogar ein eigenes, passwortgeschütztes Verzeichnis anlegen, in dem er seinerseits auch Dateien ablegen darf. Der Server nutzt dafür die Einträge der .htaccess-Datei, die man auch von anderen Webservern kennt und mit denen dort ebenfalls Zugangsbeschränkungen durchgesetzt werden. Allerdings: Der Administrator von Personal Net muss diese nicht selbst konfigurieren, sondern eine kleine User-Verwaltung übernimmt dies für ihn – sehr benutzerfreundlich.

Unterstützung von Skriptsprachen

Das Skript makdir2.jss erzeugt aus den freigegebenen Dateien eine relativ ansehnliche Liste. Dateien lassen sich so auch löschen oder umbenennen. Und das deutet auf ein weiteres Feature von Personal Net hin: die Unterstützung von JavaScript und CGI, die mit Hilfe des Windows Script Hosts realisiert wird.

So können Anwender etwa auch Web-Anwendungen anbieten, die nicht auf die serverseitige Verarbeitung von Daten angewiesen sind – so wie das mittlerweile bei vielen Apps der Fall ist. Den Server auf einer permanent laufenden Maschine anzubieten, ist also auch im Sinne des Erfinders. Nicht nur dafür haben die Entwickler ein weiteres Skript beigesteuert, das die Anmeldedaten für einen DynDNS-Server entgegennimmt. Damit ist der Server auch hinter einer dynamischen IP-Adresse stets über die gleiche URL erreichbar – praktisch.

(Personal Net von cFos / Screenshot: Christian Lanzerath)

Bei dieser Konstellation ist jedoch meist noch ein Router im Spiel, der per Network Address Translation (NAT) die Anfragen von außen an den richtigen Rechner im LAN weiterleitet. Entsprechend muss der Router konfiguriert werden. Positiv: Der Testkandidat lauscht auf Wunsch an einem anderen Port als dem Standard-Port 80. Diesen belegen auf PCs oft schon andere Programme (etwa Skype).

Übrigens: Auch ohne Browser gelingt der Zugriff auf die bereitgestellten Daten. Denn für den komfortablen Zugang per Dateimanager unterstützt Personal Net das WebDAV-Protokoll.

Im Test funktionierte das wie die übrigen Funktionen problemlos und recht einfach. Darüber hinaus bietet der Sever SSL-Verschlüsselung, GZIP-Kompression, NoSQL-Datenbanken und die Unterstützung von Mehrkern-Prozessoren. Letzteres soll mehrere HTTP-Requests parallel verarbeiten, indem jede Anfrage einen eigenen Thread erhält.

Möchten nicht auch Sie wissen, wie zufrieden andere Anwender mit der Nutzung ihrer CRM-Anwendung imSaaS-Modell sind, warum sie sich dagegen entschieden haben oder sich gar nicht damit beschäftigen wollen? Diesen und anderen Fragen geht Hassan Hosseini von The-Industry-Analyst.com in Kooperation mit dem Herausgeber von silicon.de in der aktuellen Umfrage zur CRM Nutzung als "Software as a Service" in Deutschland nach.

Jetzt teilnehmen!

Letzter Kommentar




0 Antworten zu cFos Personal Net: der eigene Windows-Rechner als Webserver

Hinterlasse eine Antwort

  • Erforderliche Felder sind markiert *,
    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>