So beschleunigt neue Storage-Technik Rechenzentren und Speichernetze

Data & StorageStorage

Nicht nur die Speichersysteme müssen schnell und sicher sein, sondern auch die Controller, die den Datenwust von den Servern auf die Speicher übertragen. Da reicht die Parallelisierung auf viele Ports nicht aus: Die steuernden Halbleiter müssen dies unterstützen, große Cache-Speicher den regelmäßigen Datentransfer absichern und Flash-Chips Daten vorhalten, falls ein Storage-System oder die Netzverbindung dahin ausfällt.

Die Speicherstandards für Datenübertragung und -sicherung werden immer schneller, die Produkte indes noch nicht. Adaptec liefert nun RAID-Controller, die jetzt bereits den neuen PCIe-3-Standard und die kommende 12 Gbit/s-SAS-Technik der SCSI-Trade Association sowie HD-miniserv unterstützen – und den rasend schnellen Datendurchsatz auf bis zu 24 Ports gleichzeitig bringen. So könne man mit nur einem Controller 24 SSDs oder Festplatten (oder einen Mix daraus) ansteuern.

Adaptec-Produktmanager Jürgen Frick setzt auf die neueste SCSI-Generation und sichert die Umsetzung der Theorien um die sichere und schnelle Datenübertragung mit passenden Controllern ab.

Jürgen Frick, vom Europa-Marketing-Manager zum weltweiten Produktmanger aufgestiegen, erklärt den technischen Hintergrund: “Die 12-Gigabit-pro-Sekunde-Technik wird in den Storage-Systemen wahrscheinlich erst 2014 verfügbar sein”, man wolle aber schon jetzt die neuen Systeme unterstützen und gleichzeitig noch die Investitionen in langsamere Technologien absichern.

Das alles beherrsche nun die neue Generation seiner “Series 7”-Controller, verspricht Frick. Seine britische PR-Agentur überhöht die sachlich-technische Erklärung Fricks und schreibt, das System “revolutioniere” Speicherarchitekturen für Datenzentren. Die Agentur heißt zwar “Humbug”, erzählt aber solchen nicht. Die “branchenweit höchste Anzahl von Ports und PCIe Gen3 RAID Adaptern” ist derzeit eine Tatsache – noch kein anderer Anbieter bietet eine vergleichbare Leistung auf so kompakten Ausmaßen.

Mit der neuen Generation seiner Controller erreiche man jetzt bereits 450.000 IOPS (Input/Output Operations pro Sekunde), erklärt Frick, und zwar “inklusive RAID-Sicherung”. Denn die ist Teil der verbauten Chips und damit schnell. Der Datendurchsatz liegt bei rasanten 6,6 GB/s. Das sind GigaBytes, nicht GigaBits – selbst in Meldungen der Industrie werden GB/s (GBytes) und Gb/s (mit kleinem b sind es Bits) häufig verwechselt, wenn sie nicht der Techniker oder Produktmanager selbst schreibt.

Die Technik der neuen Adaptec-Controller enthält ASICs (Spezialchips), wie sie zuvor schon von der jetzigen Konzernmutter PMC für Speichersystem-Riesen wie NetApp und Hitachi produziert worden waren. Die Chips können 24 SAS-Ports gleichzeitig ansteuern und auf allen Ports 8 GByte/s übertragen.

Damit kann der Controller auch schnelle SSD-Speichernetze wie das kürzlich von Hitachi vorgestellte Produktporfolio bedienen.

Trotz des Umstellens der alten Technik auf PMC-Bestandteile hält der Anbieter an alten Adaptec-Tugenden fest und sichert alle Datenübertragungen ab, damit sie nicht verlorengehen, wenn das Speichersystem plötzlich hängt. Und so hat man dem Controller, der Daten über viele Ports gleichzeitig überträgt, nicht nur 1 GByte DRAM-Cache eingebaut, sondern sichert zudem alles noch in 1 GByte Flash-Chips ab. Ist das Storage-System wieder aktiv, werden alle begonnenen Operationen beendet. Und damit das Speichern auf den Flash-Speicher noch funktioniert, wenn auch der Server “abschmiert”, hat der Hersteller noch zusätzlich ein Kondensator eingebaut, der den Strom noch aufrecht erhält, bis alle Daten gespeichert sind.

Die nötigen Adapterkabel für die neuesten SCSI- und SAS-Verbindungen lassen sich mit den RAID-Controllern mitbestellen.

Zu den Produktneuheiten fügt Frick an, man könne erstmals die per PCIe-3-Standard definierte theoretische Übertragungsgeschwindigkeit auf 16 Ports erreichen.

Offiziell werden die Server-Einschübe erst kommende Woche auf dem Intel Developer Forum vorgestellt, die Entry-Modelle mit weniger Cache (nur 256 MByte) und ein paar RAID-Modi weniger und mit nur 8 oder 16 Ports kommt zuerst und sprechen mittlere Unternehmen an, dann folgen weitere Modell mit 8 bis 24 Ports, die sich an die großen Datenzentren richten.

Die Controller sollen im Oktober ausgeliefert werden. Mehr Hintergrund zur Technik stellt Adaptec schon jetzt auf seinen Produktseiten bereit.

Wer noch alte Storage-Systeme hat und die passenden Kabel und Adapter für die neuen Verbindungen noch nicht im Handel bekommt, kann auch diese bei Adaptec gleich zum Controller mitbestellen. “Die sind noch nicht so im Markt vertreten”, begründet Frick den Entschluss, die Kabel gleich mit anzubieten.

 

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