Studenten aus Hildesheim machen Ampeln mit Streetpong zur Spielkonsole

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40 Jahre nach Pong haben Holger Michel und Sandro Engel Streetpong entwickelt: Das Spiel könnte an Masten von Fußgängerampeln angebracht werden und Wartende auf beiden Seiten dann miteinander spielen, bis die Ampel auf grün springt. Noch ist das Fiktion, populär ist die Idee aber schon.

Die Streetpong-Entwickler Holger Michel (links) und Sandro Engel (Bild: HAWK)

Zwei Studenten der Fakultät Gestaltung der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) in Hildesheim haben eine Idee entwickelt, mit der das Warten an Fußgängerampeln von der lästigen Pflicht zum echten Vergnügen wird – sofern sich Stadtverwaltungen dazu durchringen können, die notwendigen Anschaffungen zu tätigen. Der eine oder andere Bürgermeister, der zur Wiederwahl ansteht, könnte die Idee aber verlockend finden, denn populär ist die Idee der Hildesheimer Studenten allemal – wenn man den Erfolg ihres Demonstrationsvideos bei Vimeo als Maßstab nimmt.

Ihr Projekt haben Holger Michel und Sandro Engel “Streetpong” genannt. An zwei gegenüberliegenden Ampelmasten wird dazu je ein mit der Ampelanlage verbundener Touchscreen befestigt ist. Sobald die Ampel auf Rot umspringt, ist das Spiel startbereit. Sobald sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite ebenfalls ein Spieler per Fingertipp auf sein Touchdisplay zum Mitmachen bereiterklärt hat, geht es los.

Die Spielidee lehnt sich an an das legendäre Pong an: Bei Streetpong stehen sich zwei Skateboarder gegenüber, die sich mit dem Finger horizontal verschieben lassen und sich vertikal einen Ball zuschießen. Erwischt einer den Ball nicht, gibt es einen Punkt, das Spiel geht jedoch nahtlos weiter. Einzelheiten zeigt das untenstehende Video.

“Witzig ist, dass viele wirklich denken, das wäre alles echt”, sagt Holger Michel zu dem Video auf Vimeo. Tatsächlich ist die Video-Präsentation jedoch eine gut gemachte Synthese von Animation und Realbild. “Das Spiel selbst ließe sich relativ einfach programmieren. Aber die Genehmigung, eine Ampelanlage umzufunktionieren, hätten wir natürlich nie bekommen. Aus diesem Grunde entschieden sich die beiden – die sattelfest im Motion Design sind – dazu, ein Video zu erstellen, welches die Idee möglichst gut erklärt. Gedreht wurde also in der Stadt, nachgearbeitet am Computer”, erklärt Professor Stefan Wölwer, in dessen Seminar das Projekt entstanden ist.

STREETPONG from HAWK Hildesheim on Vimeo.

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