Ärger um Surface-Tablet: Microsoft kann andere Hersteller nicht besänftigen

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Microsoft Surface

Dass verschiedene PC-Produzenten, bisher eher Partner Microsofts als Konkurrenten, sich aufregen über den Schritt des Software-Riesen, nun auch selbst Hardware zu produzieren, ist kein Geheimnis. Digitimes, das Sprachrohr der Zuliefer- und Hersteller-Industrie meldet nun erste offizielle Rückzieher von Unternehmen.

MonicaChen und Joseph Tai von der Digitimes sprechen von unzufrieden verlaufenden Ergebnissen der Gespräche von Geräteproduzenten mit Microsoft. Schon seit Juli rede Redmond mit verschiedenen Anbietern und habe es nicht geschafft, ein friedliche Lösung auf den Tisch zu bringen.

Insbesondere WoA (Windows on ARM) beeinflusse den Markt recht stark – Microsofts Verhandlungen mit Markenherstellern Dell und HP hätten aber sogar dazu geführt, dass Hewlett-Packard die Entwicklung von Window-RT-Tablets ganz eingestellt habe und dass auch Dell sich aus dem Segment vorsichtig zurückziehe. Dies hätten Quellen aus dem Zuliefer-Umfeld geflüstert.

Weil Dell und HP ihre Windows-RT-Produktion einstellten, sei auch Prozessor-Lieferant Qualcomm ernsthaft davon betroffen. Schon Texas Instruments (TI) habe Aufträge für ARM-Chips verloren, weil Toshiba sich für die Einstellung der RT-Produktion entschieden hatte. Nvidia sei als MS-Zulieferer der einzige, der noch vom WoA-Tablet profitiere.

Microsoft versuche allen klar zu machen, dass die Eigenproduktion nur dazu diene, die Windows RT Tablet-Produktion Anderer voranzubringen – doch die meisten Markenhersteller teilten dieses Argument nicht, gibt Digitimes den Aufruhr wieder.

Microsoft habe sich zudem geweigert, das Gerücht vom billigen Tablet für 199 US-Dollar zu kommentieren. Das habe weiter zur Unzufriedenheit der Hersteller beigetragen.

Dabei hätte HP den Windows-RT-Plan aggressiv unterstützt und mit Qualcomm hart an Kompatibilitätsproblemen gearbeitet – die Koordination mit Microsoft sei aber gescheitert. Und Dell sei recht konservativ bei seinen Pläen für RT und könne durch seine Verträge die Herstellung jederzeit ganz stoppen.

Und obwohl Asustek, Samsung und Lenovo entsprechende Geräte für Oktober planten, sein auch sie recht bescheiden bei ihren Produktionsplänen geblieben. Alle drei würden sich weitaus mehr auf ihre Android-Geräte fokussieren.

Für den Kunden wird dies heißen: Android Tablets werden noch günstiger und Windows-8-Geräte entweder teuer – oder als gesponserte Systeme teuer für Microsoft.

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