G Data: Smart TVs haben das Potenzial für einen neuen Schadcode-Hype

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Pünktlich zu Berliner Funkausstellung stürzt sich G Data auf das Thema der Fernseher mit integriertem Internet-Zugang. Die “smarten” Fernseher seien im Fokus der Cyber-Kriminellen.

Während alle Antiviren-Hersteller sich noch bemühen, ihre 2013er-Produktgeneration unters Volk und in die Presse zu bugsieren, ist G Data schon einen PR-Stunt weiter und beschäftigt sich mit den “Homecomputern des 21. Jahrhunderts”, also den Fernsehern, in denen eigentlich ein PC schlummert.

Die Bochumer Security-Schmiede wähnt die Glotz-Stationen in Gefahr, denn wenn Anwender die internetfähigen TVs zum Surfen im Internet, zum Installieren von Apps oder zum “skypen” nutzen, freue sich auchder  Angreifer aus dem Internet.

Ralf Benzmüller sieht Malware-Gefahr für den Internet-Fernseher der Zukunft

Würde es den Don Corleones des Digital-Zeitalters gelingen, die internetfähigen Geräte mit Schadcode zu infizieren, würde sich das für die Täter lohnen: “Von Datendiebstahl über das Ausspähen des Wohnzimmers per Smart-TV-Kamera bis hin zur Einbindung in Botnetze oder der Nutzung der geballten Rechenpower zum Knacken von Zugangsdaten, ist alles denkbar”.

So sehr G Data vor dem Schadcode-Hype warnt: Ein Antivirenprodukt für Fernseher hat die Firma noch nicht parat. Die neuen wirtschaftlichen Chancen dieser smarten Fernseher in Onlineshopping und verwandten Bereichen rufen natürlich auch die Cyberkriminellen auf den Plan, meint G Data Sicherheitsexperte Ralf Benzüller. “Es wäre nicht auszuschließen, dass heimische Fernseher in Zukunft für DDoS-Angriffe auf Unternehmen, Industrieanlagen oder zum Knacken von Passwörtern missbraucht werden. Nach unserer Einschätzung nutzen Cyber-Kriminelle bereits die frei zugänglichen Software-Entwicklungs-Kits der TV Hersteller, um Angriffsmöglichkeiten auszuloten. Wir rechnen damit, dass in Kürze die ersten Proof-of-Concepts veröffentlicht werden.”

Weil die neuen potentiellen Opfer meist recht unbedarfte Fernsehzuschauer sind, sei die Gefahr einer Multiplizierung von Schädlingen recht unvorhersehbar. Und weil die Grafikprozessoren in den Fernsehern sehr leistungsfähig seien eigneten sie sich hervorragend zum “Brute-Forcen” von Passwörtern. Ein entsprechendes Botnetz von Fernsehern könnte die Dienstleistung „Passwörter knacken“ sehr günstig und schnell erbringen.

Benzmüller zählt noch viele Schreckensszenarien auf, die uns noch heimsuchen könnten. Zwar scheint auch er auf einen viel größeren Markt zu warten, in dem die Robin Hoods der Securitybranche den unbedarften Anwender vor Ungemach aus dem wolkigen Internet beschützen können, doch er selbst sagt: “Es bleibt abzuwarten, wann der erste Schädling für Smart-TVs die Wohnzimmer erreichen wird.”

Das Marketing zur Konsumentenmesse wird funktionieren – doch bis die Schädlinge da sind, wird es noch ein wenig dauern. Bis die Consumerisierung der IT den angekündigten Smart-TV-Malware-Schwall auch in die Unternehmen bringen wird, können wir noch länger warten. Im Rahmen von “Bring your own device” werden die Firmen das Mitbringen von Fernsehern in die Büros ohnehin unterdrücken.

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