Chiphersteller lehnt Investitions-Angebote von Apple und Samsung ab

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Einem Bericht von Bloomberg zufolge wollten sich Apple und Qualcomm die exklusive Chipherstellung von TSMC erkaufen, um Liefer-Engpässe für Smartphone- und Tablet-Schaltungen zu vermeiden. Sie hätten Investitionsangebote von jeweils über 1 Milliarde Dollar unterbreitet. Das taiwanische Halbleiter-Unternehmen habe abgelehnt.

Die Nachfrage nach Smartphones und Tablets führt zu Lieferengpässen. Doch Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) will flexibel bleiben und weitere Produktionskapazitäten selbst finanzieren – und hat deshalb Investitionsangebote von Apple sowie Qualcomm in Höhe von jeweils über 1 Milliarde Dollar zurückgewiesen, mit denen sich die beiden Unternehmen exklusive Produktionskapazitäten für Smartphone-Chips sichern wollten. Das erfuhr Bloomberg von Insidern, die nicht namentlich genannt werden wollten.

Beiden Firmen ging es offenbar darum, für die steigende Nachfrage nach Smartphones vorzusorgen, einem auf insgesamt rund 220 Milliarden Dollar geschätzten Markt. Qualcomm-CEO Paul Jacobs erklärte im Juni seine Bereitschaft, “große Schecks” auszustellen, um Lieferengpässe zu beheben, die das Gewinnwachstum in diesem Jahr aufhielten. Apple hätte zudem die Abhängigkeit von seinem Lieferanten Samsung reduzieren können, der die Prozessoren für iPhone und iPad herstellt – mit dem es aber zugleich als Hersteller von Smartphones konkurriert und weltweit in Patentprozesse verwickelt ist.

Haben Apple wie Qualcomm versucht, Chip-Fertiger TSMC ganz auf ihre Seite zu bringen und so die Konkurrenz Lieferengpässen auszusetzen?

Chipfertiger TSMC beliefert Qualcomm, Broadcom, Nvidia und andere Unternehmen, die Chips entwickeln, aber auf eine eigene Fertigung verzichten. Die angebotenen Investments soll TSMC ausgeschlagen haben, um seine Produktion weiterhin flexibel gestalten zu können und zwischen Kunden sowie Produkten wechseln zu können.

TSMC schließt nicht grundsätzlich aus, einzelne Werke jeweils einem Kunden zu widmen. Es zieht aber vor, Produktionskapazitäten mit eigenen Mitteln auszubauen, um unabhängig und flexibel zu bleiben. “Derzeit glauben wir, dass wir es selbst finanzieren können”, sagte Finanzchefin Lora Ho letzten Monat in einem Interview. Ein Werk exklusiv einem Produkt oder einem Kunden zu widmen, birgt ihr zufolge die Gefahr, zu einer Belastung zu werden, wenn es zu Änderungen bei Produkt, Kunde oder Technologie kommt. “Wenn ein Produkt abwandert, was macht man dann mit der zweckbestimmten Fabrik?” fragte Ho. “Wir möchten unsere Flexibilität gerne erhalten.”

[mit Material von Steven Musil, News.com]