Siemens-Chef umgeht Stellungnahmen zu möglichem Stellenabbau

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Die Spekulationen rund um einen Stellenabbau hält Konzernchef Peter Löscher für zu kurz gegriffen. Dass sei nicht sein Ansatz. Ausschließen will er es allerdings nicht.

In der Debatte um mögliche Stellenstreichungen bei Siemens, hat Konzernchef Peter Löscher eine eindeutige Stellungnahme vermieden. Gegenüber der unternehmensinternen Mitarbeiterzeitung Siemens-Welt sagte er “Job-Streichungen waren noch nie unser Ansatz und wäre viel zu kurz gedacht”.

Peter Löscher, Siemens-Vorstand, sieht Stellenkürzungen nicht als Ansatz – schließt sie aber nicht aus.

Das berichtet das Nachrichtenmagazin Focus. Gleichzeitig sprach er sich aber nicht eindeutig gegen einen solchen Schritt aus: “Veränderungen – auch struktureller Art – gibt es auf Märkten und in Unternehmen immer, auch bei uns.”

Ausgelöst worden waren die Spekulationen um einen möglichen Stellenabbau durch einen Bericht der Börsen-Zeitung. Diese hatte ohne Angabe weiterer Quellen berichtet, Siemens prüfe den Abbau tausender Arbeitsplätze. Dieser sei die unvermeidbare Folge des Sparprogramms, das der Konzern bereits vor einiger Zeit für den Herbst angekündigt hatte.

Zuletzt hatte Löscher die Gewinnprognose für das laufende Jahr deutlich nach unten korrigieren müssen. Eine der größten Belastungen ist für Siemens derzeit die komplizierte Sanierung der defizitären Telefonnetz-Tochter Nokia Siemens Networks. Hinzu kommt die Abkühlung der Weltwirtschaft.

Im Januar erst nahm Nokia Siemens Networks 1,2 Milliarden Euro Kredit auf, um die Umbau-Arbeiten fianziell schultern zu können. Mit der Stellenstreichung begann man kurz danach. Wie die aktuellen Zahlen andeuten, beginnt es auch in anderen Siemens-Bereichen zu kriseln. Die Prognose, SAP sei bald wertvoller als Siemens könnte also durchaus noch im laufenden Jahr zutreffen.

Vielen Unternehmen zögern derzeit, gerade wenn es um die Vergabe neuer Großaufträge geht. Und die kleinen Kunden? Sie fühlen sich offenbar beim liebevoll in der Branche Wprivatwirtschaftlicher Beamten-Apparat” genannten Unternehmen ohnehin nicht wohl.

[mit Material von Sibylle Gassner, silicon.de]

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