Google erneuert JavaScript-Benchmark durch “Octane”

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Mit der neuen Geschwindigkeits-Test-Suite Octane erweitert der Suchriese seine bisherige  V8-Suite. Mit fünf neuen Tests stellt das Produkt Belastungen durch komplexe Web-Anwendungen nach. Bis jetzt funktioniert dies aber nicht mit Internet Explorer 9, Safari und einigen Mobilbrowsern.

Google hat eine neue Benchmark-Suite namens Octane vorgestellt. Sie soll die JavaScript-Leistung eines Browsers bei der Ausführung komplexer und anspruchsvoller Web-Anwendungen messen. Octane ist eine Weiterentwicklung der Benchmark-Suite V8.

“Die meisten vorhandenen JavaScript-Benchmarks verwenden künstliche Tests, die entwickelt wurden, um bestimmte JavaScript-Funktionen zu belasten”, schreibt Stefano Cazzulani, Produktmanager bei Google, in einem Blogeintrag. “Octane bricht mit dieser Tradition und erweitert die frühere V8- Suite um fünf Belastungstests, die auf vollwertigen, unveränderten und bekannten Web-Anwendungen und Bibliotheken basieren. Ein guter Wert in den neuen Benchmarks steht für eine bessere und flüssigere Performance bei ähnlichen Web-Anwendungen.”

Zu den neuen JavaScript-Tests gehören “pdf.js”, der von Mozilla entwickelte JavaScript-PDF-Reader und Mandreel, der die von C++ portierte Physik-Engine 3D Bullet ausführt. Octane beinhaltet auch eine auf der Gameboy-Architektur basierende 3D-Simulation (GB Emulator) sowie einen Test, der misst, wie schnell eine JavaScript-Engine nach dem Laden eines großen JavaScript-Programms mit der Ausführung des Codes beginnt. Bei dem fünften neuen Test handelt es sich um die weitverbreitete 2D-Physik-Engine Box2DWeb.

In einem Interview mit News.com wies Cazzulani darauf hin, dass Octane nicht mit allen Browsern funktioniert. Internet Explorer 9 und Safari hätten vor allem Probleme mit pdf.js und Mandreel. Beide Tests verwendeten sogenannte Typed Arrays, eine Technik für den Zugriff auf binäre Rohdaten, mit der nicht jeder Browser umgehen könne. Gleiches gelte auch für verschiedene Mobilbrowser.

Der Octane-Benchmark habe aber auch seine Grenzen und dem V8-Team verschiedene Verbesserungsmöglichkeiten aufgezeigt, so Cazzulani weiter. Auf Details ging er jedoch nicht ein. “Wir haben festgestellt, dass die anderen gute Arbeit leisten. Natürlich optimieren wir V8 für den täglichen Gebrauch, aber wir brauchen etwas, das uns in die Zukunft führt. Es liegt noch Arbeit vor uns.”

Octane ersetzt den bisher für JavaScript verwendeten V8-Benchmark (Screenshot: Stefan Beiersmann, itespresso.de)

 

[mit Material von Seth Rosenblatt, News.com]

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