Test: Ist Outlook.com ein Google-Mail-Killer?

von Manfred Kohlen 1

Kalender, Kontakte und automatische Synchronisierung

Was Outlook heißt, muss zumindest die Funktionen des Windows-Clients aufweisen, und so hat Microsoft dem Service auch einen Kalender und eine Kontaktverwaltung spendiert. Der Online-Kalender hat eine frappierende Ähnlichkeit mit demjenigen von Google: Einträge, verschiedene Kalender, Sharing-Optionen und Erinnerungsdienste sind nahezu identisch zum “Original”. Pop-up-Fenster sind hier jedoch an Microsofts Messaging-Dienst gebunden und Termin-Erinnerungen in der Mailbox automatisch auf 15 Minuten zuvor eingestellt – will der Anwender dies ändern, kann er in der derzeitigen Public Preview gerade mal die Vorwarnzeit umstellen, die Erinnerung jedoch nicht ganz deaktivieren. Neu ist lediglich die Möglichkeit, sich einen täglichen Zeitplan zusenden zu lassen.

Der Outlook.com-Kalender weist eine frappierende Ähnlichkeit zum Google-Gegenstück auf.

Selbst aktuelle Wetterbrichte und andere dynamische Inhalte lassen sich einbinden – in der Vorabversion war für Deutschland zunächst nur das Wetter in Berlin verfügbar. Microsoft verspricht, auch dynamische Designs abhängig von Tageszeit und Wetter einzubinden, dementsprechend ist auch mit der lokalen “Fein-Umsetzung” zu rechnen.

Die Kontaktverwaltung zeigt sich fast so wie die des Windows-Clients von Outlook, der Umgang damit ist weitgehend selbsterklärend. Personen lassen sich Gruppen zuordnen, die Gruppen mit Regeln versehen – Microsoft zeigt hier eine stringente und schnörkellose Umsetzung des Funktionsprinzips aus seiner Windows-Software.

Einfach und schnörkellos lassen sich Kontakte verwalten und aus anderen Diensten importieren.

Alle Dienste des Outlook.com-Onlineservices lassen sich auch mit entsprechenden Apps aufrufen, die Microsoft für iPhone, Android-Smartphones und das eigene Windows Phone bereitstellt.

Gmail-”Flüchtlingen”, die von zu viel Personalisierung der Werbung genervt sind, offeriert Microsoft einen Umstiegsservice, der in wenigen Schritten eine Übernahme aller Googlemail-Inhalte erlaubt und selbst die Tastatur-Abkürzungen des Mitbewerbers übernimmt. Und wer nicht flüchten will, kann mit der Microsoft-Oberfläche Google-Mails senden und empfangen – den alten Account muss man nicht aufgeben.

Outlook kann auf diese Weise POP-Mails anderer Mail-Adressen empfangen. IMAP-Konten werden jedoch, anders als bei Google, nicht unterstützt.

Fazit

Outlook.com zeigt sich Googles Mail-Angebot in vielen, aber nicht allen Bereichen ebenbürtig. Nutzer des Microsoft-Dienstes erhalten unlimitierten Speicherplatz für E-Mails, bei Google sind diese auf 7 GByte beschränkt. Eingeschränkt ist nur die Kapazität des verbundenen Skydrive-Onlinespeichers – doch mit 7 GByte sollte dies für die meisten Zwecke reichen.  Noch ein Vorteil des Microsoft-Dienstes: Es sind noch viele Adressen frei. LieschenMüller@outlook.com ist vermutlich noch zu haben und auch gmail-killer@outlook.com hat noch niemand reserviert.

Mit nur noch ein paar Änderungen, die noch fehlen, kann Microsoft Google tatsächlich überholen.

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Eine Antwort zu Test: Ist Outlook.com ein Google-Mail-Killer?

  • 20. Dezember 2012 à 14:35 von Dirk Breidenbach

    Die Ansätze sind wirklich vielversprechend. Aber insbesondere der “Kalenderteil” fällt grafisch dermaßen aus dem Rahmen, dass es doch noch sehr zusammengestückelt wirkt.

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